Volume 11
Darstellung und Beschreibung der Arzneigewächse, wie auch solcher Pflanzen, welche mit ihnen verwechselt werden können / von Friedrich Gottlob Hayne.
- Hayne Friedrich Gottlob, 1763-1832.
- Date:
- 1853-1856
Licence: Public Domain Mark
Credit: Darstellung und Beschreibung der Arzneigewächse, wie auch solcher Pflanzen, welche mit ihnen verwechselt werden können / von Friedrich Gottlob Hayne. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
26/582
![Die BIumerik 1011 c fünfbliUtrlg, wcifs: die KronenhJntter ungleich, sehr kleine Harzbchälter ent- hallcnd, dem kelchsi'äudigeu Ringpolsler cingefiigt: die beiden obern länglich - oval, spitzig; die beiden seitenständigen umgekehil-eyrund, etwas spitzig, fast sichelförmig etwas gegen die obern gekrümmt, kürzer als dieselben; das untere nachenförmig, von der Länge der seiten- ständigen. Die S taubgefäfse. Staubfäden zehn, pfriem - fadenförmig, länger als die Bliinienkrone, dem kclchsländigeii Ringpolster cingefügt. Die Staublcölbchen Imienförmig, an beiden Enden ausge- randet, am Rücken befestigt. Der Stempel. Der Fruchtknoten zur Seite der Basis sehr lang gestielt, schief-länglich, fast wal- zenartig, zusammengedrückt, meist achtzehneyig. Der Griffel aus der Spitze des Fruchtkno- tens an einer andern Seite hervorkommend als das Stielchen der Basis, fadenförmig, länger als die Staubgefäfsc, oben uiedergebogeii. Die Narbe kopfförmig, zweylappig. Die Fru chthüllc. Die //«/.ye seitwärts der Basis gestielt, zusamiucngedrückt, länglich, in der Mitte etwas schmaler, gegen die Spitze etwas breiter, sehr kurz stachelspitzig, mit stark erha- benen Nähten und auf beiden Seiten mit verschieden verästeten Adern bezeichnet, durch kleine, sehr schwach hervorragende Harzbehälter sehr undeutlich, kaum bemerkbar chagrinartig, etwas leuchtend, dunkel-kalTeebraun, mit trocknem, mehlig - fasrigem, hell-bräunlich-lilarothem Mufse erfüllt, vier bis sechs Zoll lang und zwey bis dritthalb Zoll breit. Die Samen. Vier bis acht, länglich, etwas zusammcngedrückt, mit beinharter Schale, an der Ba- sis mit einer kleinen, niedergedrückt-kcgelfürmigen Nabelwulst, nuu'onenbraun, und dicht um- hüllt von mehligen Fasern: Embryo aufrecht; die Kotyledonen fleischig, am Umkreise durch eine Furche getrennt; das If ür::elchen rundlich-länglicJi, zugerundet, nach unten gekeimt; das Kn öspehen unentwickelt. Die Hymenaea Courbaril ist die erste der entdeckten Arten der Gattung, und wurde durch Piso und Maregrav, den Entdeckern derselben, im Jahre 1648 bekannt, und zwar unter dem brasi- lischen Namen Jk’te/ia. Späterhin, 1703, führte sic Plumier a. a. O. unter dem americanischen Na- men Courbaril auf; aber Linne, dem auch dieser zweyte Name, weil er so wie der erstcre bar- barisch ist, nicht gefiel, nannte sic 1737 in seinem Ilortus ClilTortianus a. a. O. Hymenaea; und worauf sie dann 1753, als er die specifischen Namen einluhrte, in der ei’sten Ausgabe seiner Species plantarum, als damals noch einzige Art, unter dem Namen Hymenaea Courbaril hervor trat. Über den Namen Hymenaea mchrercs in der durchlaufenden Anmerkung, so wie auch über die irrige Mei- nung, dafs von dieser zuerst entdeckten Art das Harz komme, welches bey uns in dem Arzneyvor- rath als Anime bekaunt ist, da doch von ihr, so wie von den übrigen Arten der Gattung, der west- indische Copal gesammelt wird. Wegen des Schattens, welchen der weit sich ausbreitende Wipfel der Hymenaea Courbaril giebt, soll sie in einigen Gegenden Americas häufig augebauet werden. Auch benutzt man das Holz zu Balken, Achsen und Walzen, so wie man auch die Wurzel der Quere nach zu Scheiben zer- schneidet, welche man zu Tischblättcrn gebraucht. Erklärung der Kupfertafel. Ein blühender Zweig, in natürlicher Gröfse, nach einem Exemplar aus dem Herbarium des Kopenhagener Museums. Fig 1. Ein oberes und ein seitenständiges Kronenblatt, so wie auch das untere,, in natür- licher Gröfse. 2. Eins der obern vergröfsert. 3. Ein Staubgrfäfs der noch nicht völ- lig aufgcschlofsnen Blume, in natürlicher Gröfse. 4. Dasselbe' von beiden Seiten gese- hen und vergröfsert. 5. Die Röhre des Kelches mit dem Stempel, in natürlicher Gröfse. 6. Der Fruchtknoten, der Länge nach aufgcschnitlen und vergröfsert. 7. Die Eychen, stark vergröfsert. 8. Die ]\arbe, stark vergröfsert.* 9. Die Hülse, sowohl ganz, als auch 10. quer dnrchschnitten und die eine ihrer verwachsenen Klappen davon getrennt; ferner 11. Ein Same, 12. quer und 13. lang durchschnitten; alle in natürli- cher Gröfse. 14. Der Embryo vergröfsert, und sowohl 15. der Quere, als auch 16. der Länge nach durchschnitten. die zusammen eine von der Gattung Hymenaea verschiedene Gattung bilden, die zwar dem äufsern Baue nach voltkfimmen hymenaeenartig ist, aber durch das Abweichende des Kelches, der Bluraenkrone, des Fruchtknotens und der Fracht sich hinreichend von der Gattung Hymenaea unterscheidet. Wegen ihrer warzig - rauhen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21705112_0006_0026.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)