Allgemeine Pathologie und Therapie als mechanische Naturwissenschaften / von R. Hermann Lotze.
- Lotze, Hermann, 1817-1881.
- Date:
- 1842
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Credit: Allgemeine Pathologie und Therapie als mechanische Naturwissenschaften / von R. Hermann Lotze. Source: Wellcome Collection.
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![durch die Anordnung der Angriffspunkte, die die- sen dargeboten sind, und von denen hier wie überall in der Welt die Gestalt des letzten Erfolges abhängt. ' Die Aussicht auf eine solche exacte Physiologie liegt in der unendlichsten Ferne; gegenwärtig erhalten nur wenige Bruchstücke der Lebenserscheinungen von diesen Ansichten einige Erläuterung. Aber wir machen die durchgängige Herrschaft der mechanischen Ansicht deswegen geltend, weil sie die allgemeinen Grundbegriffe der Pathologie liefern muss und immer, aber auf eine unreinliche Weise geliefert hat. So lange es Pathologie gibt, ist von Lebens- kraft, ihrer Vcrgrösserung und Vcrmindorung, von Action und Reaction gesprochen worden; Ansichten von Factoren, Producten, von Ableitung, Antagonismus und Gegensatz haben überall sich hervorgelhan, Sthenie, Asthenie, Veränderungen des Gleichge- wichts und eine Unzahl mathematischer Symbole, deren sich die verschiedensten Pathologen bedienen, haben gezeigt, wie hier die Phantasie die Grundbegriffe der Wissenschaft auf unklare Weise immer aus dem Gebiete und dem Begrilfsvorrathe der mathema- tischen Physik entlehnt. Dies ist natürlich, denn die allgemein- , sten Begriffe vom Leben und von der Krankheit müssen immer das- jenige ausdrücken, was einem Systeme von Massen und Kräften vermöge mathematisch-physikalischer Kräfte zustossen kann, gleichviel, welches die besondere empirische Anordnung seiner Theile sein mag. Allein die lose und willkührliche Weise, mit der hier verfahren worden ist, muss aufgegeben werden; wir ] dürfen von Kräften und Massen nur solche Processe behaupten, »welche die allgemeinen Regeln der Physik gestatten. Wie dankenswerlh nun auch jede solche Aufklärung einer einzelnen Erscheinung sein würde, so kennen wir doch die che- mische Eigenthümlichkeit der den Körper constituirenden Massen, die Arien ihrer Verbindung und die Grössen ihrer Gegenwirkun- gen so wenig, sind selbst über die factische Abhängigkeit ein- zelner Gebiete der Thätigkeiten von einander noch so im Dunkel, dass es unzweifelhaft eine grosse Voreiligkeit sein würde, auch nur den Gedanken zu einer wirklichen Rechnung da zu fassen, wo sowohl die Funclionsform als die absoluten Werthe der Grössen, die in sie eintreten sollen, unbekannt sind. Aber als leitendes Regulativ wird die mechanische Theorie hier dienen können, und indem wir den lebenden Körper betrachten als ein System](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21064817_0024.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)