Die Antimercurialisten des XV. und XVI. Jahrhunderts : ein Beitrag zur Geschichte der Syphilistherapie / von P.K. Proksch.
- Proksch, J. K. (Johann Karl), 1840-1923.
- Date:
- 1880
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Antimercurialisten des XV. und XVI. Jahrhunderts : ein Beitrag zur Geschichte der Syphilistherapie / von P.K. Proksch. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The University of Glasgow Library. The original may be consulted at The University of Glasgow Library.
19/22 (page 15)
![|v I lieh war, praktische Erfahrungen über Therapie , worüber er :sich denn auch sehr weitläufig äussert, zu sammeln. Es ist also nicht Nachbeterei, wenn Torelia , welcher in seiner ersten Schrift den Mercur noch anrühmte, in der zweiten sich als ein heftiger Gegner dieses Mittels erweiset: „Rdiqiium est ut ali- qua perniciosa unguenta , quae mihi hoc casu litterarum ignavi deceptores uostris temporibus usi sunt, et in praesentiarum utun- tur, describam, cum quibus maximam auri copiam devoraruot .... quod argeutum vivum nocet membris principalibus, den- tibus, et gingivis, operatio istius unguenti est educere superfluita- tes per os.“ etc. Wohl hatte Tore Ha hier nur die starken („non pauca quantitas“) Quecksilbersalben, deren Formen und <)pfer (Alphons Borgia, seinen Bruder Johann Borgia und den Kardinal Segovia) er nun aufführt, im Auge; jedoch wurde er auch nicht mehr der Fürsprecher schwächerer Compositionen — mit Ausnahme des topischen Gebrauches, wofür er sogar auch ;Sublimat wählte. Doch dies gehört nicht hierher , obschon er damals fast allgemein eingeführt war. Bartholomaeus Montagnana, dur jüngere Pro- fessor in Padua, erwähnt in seinem Consilium das Quecksilber mit keinem Worte. Hensler zieht daraus den Schluss , dass die Schrift des Montagnana nicht, wie Astruc^'-^) glaubt 1499 , sondern 1497 oder 1496 erschienen sei, da es „ums Jahr 1499 fast nicht mehr möglich“ war, vom Quecksilber nichts zu wissen, wie Hensler-*^) jedenfalls meint. Die Laien: Seba- stian Brant und Josef Grünpeck kannten das Quecksilber genau schon 1496 , (wie doch Hensler selbst sagt) und ein Professor der Arzneiwissenschaft sollte es 1497 noch nicht ge- kannt haben? — Montagnana perhorrescirte eben das Mittel, wie viele seiner Zeitgenossen und Landsleute; — anders kann man sein Schweigen darüber nicht deuten, ohne den historischen Daten Zwang anzuthum Otto Raut (Roth) ^0) , Doctor der Medicin, Stadtarzt in Ulm, variirt die Stelle des Leonicenus folgend: „Illud enim ^admonere, volo cavendum a medicis, qui more mali sutoris eodem calceo omnes pedes induere laborant; deceptores enim, ut cutem aliquando liberant atque in praesentia relevant morbum, ad inte- riora venientes morbum sperant expulsum; in posterum faciunt priore periculosiorem.“ Zu dem kommen noch andere Titulaturen für die Mercurialisten, wie „truffätores ethomicidae“ vor. Solche Leidenschaftlichkeit zeigt doch auch für die feste Ueberzeugung (oder den starken Glauben) von der Schädlichkeit des Mercurs. 38) Pro lllustrissimo et Eeverendissimo Episeopo et Ungariae Yieerego de morbo Gahico consilium. (Wahrsc-heinlich um 1500 geschrieben und leider •, nur aus dem Luisinus [II, p. 957—966] bekannt s. 1. c. Nr. 26, p. 39.) 39) De morbis venereis lib. IX. Paris. 1740, 4’, II, p. 580. ) ^0) Pronosticum ad annos domini millesimum quingentesimum seeun- , dum et tertium. Hagenaw, 1501, 4. — Vergl. C. H. Puchs, I, p. 289—302.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24927405_0021.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)