Die Antimercurialisten des XV. und XVI. Jahrhunderts : ein Beitrag zur Geschichte der Syphilistherapie / von P.K. Proksch.
- Proksch, J. K. (Johann Karl), 1840-1923.
- Date:
- 1880
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Credit: Die Antimercurialisten des XV. und XVI. Jahrhunderts : ein Beitrag zur Geschichte der Syphilistherapie / von P.K. Proksch. Source: Wellcome Collection.
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![und von 1492 an sechsmal Decan der medicinischen Facultät lügt einem Salbenreeept die Warnung bei: „Ab argento vivo, quantum poterimus, caveamus, praesertim circa regionem stoma- chi et hepatis: et capiti plurimum obest omnibusque nervis.“ Ein ungenannter, wahrscheinlich niederländischer A'zt 3* *) bezog seinen Ausspruch offenbar auch auf die Mercurialsalben: „Sexto summe cavendum est ab unctuosis pinguibus sive gum- matis, quod empirici ignari tarn comrauniter faciunt, dicentes se hoc esse iam expertos, quod tarnen est contra ralionem, quia per illa retinentur lürai venenosi intus, unde multi moriuntur“. Francesco Lopez de Villalob o s 3o), ein berühmt gewordener spanischer Arzt und Dichter , war zur Zeit als er sein Gedicht über die Syphilis verfasste, noch Student der Medi- cin und theilte daher (wie uns der deutsche üebersetzer des- selben, E. Fi ncken s te i n 36) sagte), nur mit, „was er unmittel-j bar eben gelernt hatte.“ Für uns geht aus dem eben Erlernten( auch hervor, dass die Jünglinge aus den Brüsten dar AlmaJ mater in Salamanca damals schon Hass gegen die Mercurialisten ,| sogen : „Doch was noch mehr den Kranken Unheil brachte, Denn leider Gottes, Bsel gibt’s genug, War, dass man Salben aus Quecksilber machte. Was diese halfen, war doch nur Betrug; Quecksilber tödtet ja und lähmt d’.j Glieder“ etc. Ein paar Seiten später jammert Villalobos : „Dass sich Gelehrte wie die Räuber hassen Wie Hund und Katz’ einander abgeneigt.“ Also ganz genau dieselben Zustände wie heute bei uns; nur werden jetzt die „Esel“ und die übrigen Schimpfworte welche sich im Gange dieser Abhandlung noch finden werden, umschrieben — und dies weniger ausgeläutertem Geschmack als j aus Scheu vor dem Strafgesetze. j Topisch wurde übrigens auch in Salamanca, wie'fast überall; zu der in Betrachtung stehenden Zeit, Quecksilber angewendet.^ Caspar Torella37)^ Bischof und Leibarzt des Papstes' Alexander VI. , hatte sicher reichliche Gelegenheit an seines Gönners Hofe, welcher einer Syphilis-Klinik nicht ganz unähn- Summa experiuientorum sive thesaurus pauperum Mag. Petri Ys- pani cum additionib. Petri de Tuseiano ae Bernardi de Gordouio, studiose correetus , exaratus Antwerpiae per Theodor. Martini aun. dom. ]497. — Vergl. Fuchs, I, p. 308—309. j Tratado de la enfermedad de las bubas. Salamanca, 1498 , fol. — Aus dessen Summario de la medicina bei Piuckenstein: *G) Zur Geschichte der Syphilis. Die ältesten spanischen Nachrichten über diese Krankheit. Breslau, 1870, 8', p. 60—76. s’i a) Tractatus cum consiliis contra pudendagram s. morbum Gallionm. Romae, 1497, 4». Abdruck im Luisinus, I, p. 491—500 und 545—554. 3 bj Dialogus de dolore, cum tractatu de ulceribus in pudendagra evenire solitis. Romae, s. a. (1500). Abdruck im Luisinus, I, p. 501—545.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24927405_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)