Beiträge zur Kenntnis des weiblichen Scheinzwittertums / von Johannes Fibiger.
- Fibiger, Johannes, 1867-1928.
- Date:
- 1905
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Credit: Beiträge zur Kenntnis des weiblichen Scheinzwittertums / von Johannes Fibiger. Source: Wellcome Collection.
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![die weiblichen, und Neugebauers Gesamtkasuistik enthielt nur 128 Berichte von weiblichen gegen 842 von männlichen Pseudohermaphroditen. Die vorliegenden Beobachtungen über den weiblichen Pseudohermaphroditismus sind doch bei weitem nicht gleichwertig. Eine nicht geringe Anzahl der Fälle ist nicht hinreichend untersucht, um es als zweifellos konstatiert erscheinen zu lassen, daß die beschriebenen Individuen wirklich weibliche und nicht männliche Pseudohermaphroditen waren. In andern Fällen ist überhaupt keine detaillierte anatomische Untersuchung vorgenommen, wie im ganzen nur äußerst wenige genau beob- achtete Fälle vorliegen. Ich habe Gelegenheit gehabt, im Laufe ungefähr zweier Jahre nicht weniger als drei Fälle von weiblichem Pseudo- hermaphroditismus zu untersuchen. Es scheint mir um so mehr von Interesse zu sein, diese Beobachtungen zu veröffentlichen als alle drei FäUe einer und eben derselben, sehr entwickelten, außerordentlich mannsähnlichen Form gehören, welche bis jetzt nur ganz vereinzelt in der Literatur beschrieben worden ist. Die von mir untersuchten Individuen sind in den Jahren 1901 bis 1903 in hiesigen Krankenhäusern behandelt worden. I pjrif»''' ErhJi®'®' Lli». »“l Elin“!' ^essojsl beiH»“' ■]i späiiitli n bfWfi«« laitii I Fall 1. N. N., 58 Jahre alt, kam 1901 in die Abteilung für Männer der St. Johannisstiftung, wo er nach drei Wochen an einer weit vorgeschrittenen Lungentuberkiüose starb. Es war unmöglich, über das frühere Leben des Patienten eine auch nur einigermaßen vollständige Beschreibung zu be- kommen. Man wußte nur, daß er Zimmergeselle war und unverheiratet, es wm'de ferner aufgeklärt, daß er seine Militärpflicht nicht erfüllt hatte. Er sagte selbst, daß „er nie zu den starken gehört habe“. Aus dem klinischen JournaD) werde ich nur das mitteUen, was für das folgende von Interesse ist. Der Patient ist mager und sieht älter aus als er ist. Die Untersuchung der Genitalien ergibt folgendes: Der Penis ist atrophisch. Die Urethra mündet auf der Unterseite, ungefähr beim Radix. Das Scrotum ist ebenfalls atrophisch und bei seiner Raphe so eingezogen, daß zwei symmetrische Hälften gebildet , nef teek, in lim m I lief, der k seiner p lißi. DieMemni Öäflie des )l. peclor Die Ham Ln t ' mntiett ^Gläiis DBii einem kurten P lettiö 1) Laut brieflicher Mitteilung (Oktober 1904). 2) Für die Erlaubnis, den Journal- und Sektionsbericht benutzen zu dürfen, danke ich Herra Professor Grünfeld. Wegen verschiedener Erläuterungen bin ich Herrn Assistenzarzt Dr. A. Jensen zu Dank verpflichtet. Ort '*0 4 Stk 'inte I](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22428355_0006.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)