Beiträge zur Kenntnis des weiblichen Scheinzwittertums / von Johannes Fibiger.
- Fibiger, Johannes, 1867-1928.
- Date:
- 1905
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Credit: Beiträge zur Kenntnis des weiblichen Scheinzwittertums / von Johannes Fibiger. Source: Wellcome Collection.
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![18 Im Gegensatz zu den beiden vorigen Fällen, die erwachsene Individuen betreffen, bezieht sich meine letzte Beobach- tung auf einen Säugling, bei dem die Genitalorgane ganz auf dieselbe Weise gebaut waren. “ «I. ■d Fall 3. N. N., ein Wochen altes Kind, das 1903 ins Königin Louise- Kinderhospital in Kopenhagen aufgenommen wurde. Patient hatte an Gastroenteritis gelitten, die gleich nach der Geburt begonnen hatte. Das Kind befand sich in einem atrophischen Zustande, wog 2800 g, war sehr schwach und starb in den ersten 24 Stunden nach der Aufnalmie. Es war zur rechten Zeit geboren, und die Geburt war natürlich gewesen. Das Kind wurde für einen Knaben gehalten und hatte bei der Taufe einen männlichen Namen erhalten. Von dem Ergebnis der klinischen Untersuchimg^) teile ich hier nur mit, daß das Präputium auf der Unterseite gespalten gefunden wurde, wälirend sich die Glans, Penis imd das Orificium normal zeigten. Das Scrotum war leer, auch konnte man die Testes nicht in den Canales inguinales fühlen. Die Sektion wurde im Krankenliaus vorgenommen. Sämtliche Beckenorgane, sowie die Nieren und die Nebennieren wurden später dem pathologisch - anatomischen Institut der Universität übergeben und hier von neuem eingehend untersucht. Die Leiche war abgemagert, 60 cm lang. Die Genitalia externa haben ein vollständig männliches Aussehen. Es findet sich ein Penis von gut cm Länge mit gut entwickelter Glans, die teilweise durch das Präputium bedeckt ist. Dieses ist nament- lich an den Seiten und an der unteren Seite etwas kurz. Es ist ein Dielre.l>r Es isi ® j GniDilf ■ AmseifD wie^ 8Iis( ii eine Xirgends laü I kleines Frenulum vorhanden. Das Orificium urethrae liegt fast nor- mal imd nur ganz wenig vom Apex glandis entfernt.' Es büdet eine längliche Spalte, die sich bis ein kleines Stück auf die untere Seite der Glans erstreckt, so daß man nur von einer Hypospadie niedrigsten Grades sprechen kann. An der gewöhnlichen Stelle findet sich ein Scrotum, dem die Raphe fehlt, und das von vorne nach hinten etwa 2 cm mißt. Hinter dem Scrotum ist eine linienförmige, erhöhte Raphe perinaei von etwa 1 cm Länge, sich etwa 1 cm vor dem Anus verlierend, vorhanden. Scrotum ist sonst von normalem Aussehen. Das Scrotum wird nicht aufgeschnitten, die Testes und Funikel sind aber nicht zu fühlen und finden sich überhaupt nirgends. Yesicüljf sfniiuli u u.. .1 Öinmi’. darci die eil lidimli'ek b leij ik die atli de ßie ViEim isi T5n ■)[ nuuelif. Pteros ist 'Itm. Dei “»«4,*,, I*. Für die Erlaubnis den Kranken]omnal- und Sektionsbericht benutzen zu dürfen danlre ich Herrn Prof. Hirschsprung. Wegen ver- schiedener Erläuterungen danke ich Herrn Dr. V. Hertz. 151IV ‘ff! ■a; X.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22428355_0022.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)