Ungarische Beiträge zur Augenheilkunde : unter Mitwirkung von Fachgenossen / herausgegeben von Wilhelm Schulek.
- Schulek, Wilhelm.
- Date:
- 1903
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Credit: Ungarische Beiträge zur Augenheilkunde : unter Mitwirkung von Fachgenossen / herausgegeben von Wilhelm Schulek. Source: Wellcome Collection.
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![Auskratzung der betreflPenclen Partien in derselben auch ein Substanz-1 Verlust, aber ich stelle mir vor, je weniger tief der Defekt reicht, um so ' rascher und vollständiger erfolgt die Bedeckung mit Epithel, um so ge- ringer ist der Substanzverlust beziehungsweise die Verkürzung der Binde- haut. Je ausgiebiger wir mit den Exzisionen vorgehen, je weniger wir erwägen, ob die Ursache der Exzision sich nicht auf andere Weise be- seitigen ließe, um so mehr rächt sich diese Energie dadurch, daß der Trachomprozeß in einer andern Region rezidiviert. Denn in den als ge- heilt geltenden Fällen kann die Eezidive von zwei Orten ausgehen: ent- weder von dem verdickten Tarsus, in welchem die Krankheitskeime latent sind, oder von der oberen Übergangsfalte, wo wegen ungenügender Umstülpung mehr oder weniger zahlreiche Follikel gar nicht zur Wahr- nehmung gelangten. Bei meinem Verfahren kann kein Follikel der Wahr- nehmung entgehen, anderseits läßt sich der Teil der Bindehaut, den man auszuschneiden pflegt, nach meiner Erfahrung von Follikeln und Infil- traten ohne Exzision reinigen. Ich bin daher zu der Behauptung ge- zwungen, daß eine Exzision der Konjunktiva nur in Form eines schmalen Streifens und nur dann ernstlich notwendig ist, wenn dieser Streifen längs dem Rande des Tarsus eine hochgradige papilläre Hypertrophie zeigt, die weder der Massage noch Medikamenten weicht. Seit ich die Behandlung der Follikel in der beschriebenen Weise praktiziere, wurde der Gebrauch des Galvanokauters, zu dem ich früher oft griff, auf ein sehr kleines Gebiet beschränkt. Aber ich benutze und empfehle ihn heute noch 1. zur Kauterisation von Follikeln beim äußeren Augenwinkel, welche Partie schwer umzustülpen ist, denn diese Follikel sind zumeist klein und hart, und ihre Expression oder Exkochleation ist sehr schwierig; 2. gegen papilläre Verdickungen am Rande des oberen Tarsus, die oft anderen Verfahren trotzen, aber durch energische Applikation des flachen Brenners verschwinden; dieses Gebiet (von dem ich vorher sagte, daß es ausnahmsweise zu exzidieren wäre) ist manchmal mit keinem andern Mittel zu kurieren; 3. zur Heilung des rezidivierenden Pannus. Gegen letzteren wende ich ihn, wenn der konjunktivale Prozeß ])ereit8 seinem Ende entgegengeht, in zwei Formen an: wenn noch von der Conjunctiva bulbi weitere Gefäße zur Cornea ziehen, dann führe ich die sogenannte „feurige Peritomie aus in einer entsprechend langen Strecke; wenn dagegen keine Injektion melir besteht, die Oberfläche der Cornea aber rauh und verdickt ist, dann appliziere ich den runden Brenner mit der Fläche und verschorfe oberflächlich ein Drittel bis zur Hälfte seiner Ausdehnung. In so engen Grenzen halte ich den Galvanokauter für sehr nützlich und notwendig. II. Die hartnäckigste, bei uns aber glücklicherweise seltenere Form des Trachoms ist jene, bei welcher die papilläre Hypertrophie das Haupt-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21635316_0024.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)