Das primäre Scheidensarkom bei Kindern und Erwachsenen / von Dr. med. Münz.
- Münz, Dr. med.
- Date:
- 1895
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Credit: Das primäre Scheidensarkom bei Kindern und Erwachsenen / von Dr. med. Münz. Source: Wellcome Collection.
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![Erwachsenen eine ganz gesonderte Stellung ein, so dafs es auch ge- ] boten erscheint, ihnen, getrennt von diesen, eine ganz gesonderte ] Betrachtung einzuräumen, ein Punkt, der bisher noch nicht ge- ] nügend gewürdigt wurde. Der erste diagnostizierte Fall von primärem Scheidensarkom bei einem kindlichen Individuum wurde im Jahre 1875 in der Billroth’schen Klinik beobachtet. Die Palientin war 18 Monate alt; aus der Vagina ragte eine traubenförmige Geschwulst hervor, die ihren Ausgangspunkt an der vorderen Scheidenwand nahm. Das Kind wurde operiert, starb aber an den Folgen einer eitrigen Peri¬ tonitis. Die Affektion, zuerst von Billroth als „gutartige polypöse, papilläre Vegetationen der Vagina und Harnblase“ gehalten, wurde erst nachträglich von K o 1 i s k o als ein Fibrosarkom erkannt. Als merkwürdiger Befund ist das Vorhandensein von jungen, querge¬ streiften Muskelfasern in den Schnitten zu erwähnen. Dem Billroth’schen Falle reihte Ahlfeld einen zweiten bei einer 34 jährigen Patientin an. Der vorderen Scheidenwand safs ein breitbasiger Tumor auf, von dem ein Gonvolut polypenartiger Ge¬ bilde entsprang, welche die ganze Scheide vom Introitus vaginae bis zum Orificium externum ausfüllten. Inguinaldrüsen geschwollen, Ligamenta lata verdickt; ebenso nahm der Uterus, die Vulva sowie die Blase, welch’ letzterer an der hinteren Wand ein wallnufsgrofser Tumor aufsafs, an der Verdickung Teil. Das Kind ging, da von einer Operation Abstand genommen werden mufste, in kürzester Zeit an Gachexie zu Grunde. Die mikroskopische Untersuchung er¬ gab, dafs es sich um ein Fibrosarkom, mit bald schwächerer, bald stärkerer Entwickelung des Bindegewebes gehandelt habe. Sänger beobachtete eine der obigen ganz ähnliche Erkran¬ kung bei einem 3 jährigen Kinde. Mehrfachen Operationen folgten stets neue Rezidive, bis schliefslich die Patientin starb. Der Haupt¬ tumor stellte sich als ein Rundzellensarkom heraus. S o 11 m a n n beschrieb hierauf ein primäres Scheidensarkom bei einer jährigen Patientin. Operiert, starb dieselbe nach ein¬ getretenem Rezidiv. Die Obduktion ergab, dafs auch im Grunde der Blase ein wallnufsgrofser, zum Teil zerfallener Tumor safs, der sarkomatösen Charakter trug. Der Uterus war gesund. Welcher Form das Sarkom angehörte, verschweigt leider Soltmann. Das gleiche Alter und dasselbe Schicksal wie in dem oben er¬ wähnten Falle hatte auch Steinthals Patientin. Die mikro¬ skopische Untersuchung der Geschwulst ergab ein Myxosarkom.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30591132_0006.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


