Volume 2
Lehrbuch der speciellen pathologischen Anatomie / von Johannes Orth.
- Date:
- 1887-1906
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Credit: Lehrbuch der speciellen pathologischen Anatomie / von Johannes Orth. Source: Wellcome Collection.
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![Einstülpungen von Rindensubstanz um Venen oder seltener Nerven herum durch den Schnitt quer durchtrennt wurden. Nächstdem finden sich accessorische Nebennieren an und in den Nieren, sowohl in der Kapsel, wie zwischen Kapsel und Parenchyra, wie in dem letzteren selbst bis tief in die Septa Bertini hinein. Hierhin sind sie wahr- scheinlich dadurch gekommen, dass sie sich in eine Furche zwischen zwei Reneuli eingelagert hatten, durch deren völlige Verwachsung sie in das Innere des Nierenparenchyms hineingeriethen. Alle Abschnitte der Nieren können accessorische Knötchen tragen, doch scheinen sie am Hilus seltener zu sein. Man findet sie sowohl einseitig wie doppel- seitig, in einer und derselben Niere können mehrere auseinanderliegende Stückchen vorhanden sein. Der Bereich des Vorkommens von Neben- nieren-Absprengungen erstreckt sich aber noch viel weiter, indem man sie sowohl bei männlichen wie bei weiblichen Individuen auch an den Nierenvenen, den Venae spermaticae (meist rechts), überhaupt überall zwischen den Nieren und den Geschlechtsdrüsen erwarten kann. Man wird sich dabei an die Thatsache erinnern müssen, dass die Neben- nieren sich direct neben den Geschlechtsdrüsen entwickeln, so dass es wohl denkbar ist, dass beim Descensus dieser Drüsen kleine Keime vom Nebennierenparencbym mitgenommen werden können. Ob auch noch im späteren Leben eine Abtrennung stattfinden kann, ist nicht sicher, jedenfalls könnte diese Entstehung nur für Knötchen in der Umgebung des Hauptorganes Geltung haben. Die pathologische Be- deutung der accessorischen Nebennieren beruht darin, dass sie Anlass zu Geschwulstbildungen, hyperplastischen, sarcomatösen, vielleicht auch carcinomatösen geben können. Relativ am häufigsten kommt das an und in der Niere vor, wo deshalb diese Bildungen1 eingehender be- sprochen werden sollen. Verlagerung der rechten Nebenniere: Hellema, Geneeskundig Tijdschr. voor de Zeemagt, 1867, 1. Aufl. cit. nach Henle. — Defect bei sonst wohlgebildeten Individuen: Martini, Compt. rend. 1856, t. 43, p. 1052 (40jähr. Mann, dislocirte Hufeisenniere; nicht ersichtlich, ob an normaler Stelle gesucht, nur angegeben, dass nicht an oder in den Nieren) und Kent Spender, Brit. med. Journ. 1858 (53j. Frau). — Wickham Legg, St. Bartholomews Hosp Rep. X, 1875 (rechte Nn. fehlt, linke fibrös entartet, Addison'sche Krankheit, 37 jähr Frau). — Neuere Lite- ratur über Defect der Nebennieren bei Anencephalen: Lomer, Virch. Arch. 98, S. 366, 1884; Weigert, Ebenda 100, S. 176, 1885 und 103, S. 204, 1886; Bie- sing, Ueber die Nebennieren und den Sympathicus bei Anencephalen. Dissert. Bonn, 1886; Liebmann, Ueber die Nebennieren und den Sympathicus bei Hernio- cephalen und Hydrocephalen Diss. Bonn, 1886. — Ueber Veränderungen des Centrai-Nervensystems nach Verletzungen der Nebennieren hat neuerdings Tizzoni, Arch. per le sc. med. 1886. p. 451 Mittheilungen gemacht. — Neuere Literatur über accessorische Nebennieren: Marchand, Virch. Arch. 92, S. 11, 1883 (im Lig. latum); Chiari, Zeitschr. f. Heilk V, S. 449, 1884 (bei Erwachsenen, Männern und Weibern); D'Ajutolo, Arch. per le sc. med. VIII., p. 283, 1884 (im Plexus pampiniformis; mit Literatur); Weiler, Diss. Kiel, 1885; Dagonet, Zeitschr. f. Heilk. VI., S. 1, 1885 (Derselbe nimmt neben einer Entstehung durch Segmentation, welche im embryonalen Leben die Hauptrolle spiele, aber mit der uterinen Ent- wicklung nicht abgeschlossen zu sein scheine, auch noch eine Propulsion [Aus- wachsen von Nebennierensubstanz und Ablösung der Auswüchse] an, welche am häufigsten bei Individuen in den dreissiger Jahren vorkommen soll). Michael, D. Arch. f. klin. Med. 43, p. 120, 1888 (fand sie relativ häufig im Bereich der Ven.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2192594x_0002_0016.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)