Die Entdeckung des Similesatzes durch Hahnemann / von Rudolf Tischner.
- Tischner, Rudolf, 1879-
- Date:
- [1932?]
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Credit: Die Entdeckung des Similesatzes durch Hahnemann / von Rudolf Tischner. Source: Wellcome Collection.
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![gegen ein Rezidiv von Quartanfieber ein und ward durch 6 Quentchen mein Fieber los/^ Demnach wird man annehmen dürfen, daß er wirklich in Siebenbürgen, von wo er geradeswegs nach Erlangen gekommen war (1779), daran ge¬ litten hat. Der Punkt ist nicht sehr wichtig, da ja einerseits der Begriff Fieber damals nicht so eng gefaßt wurde wie heute, und außerdem von zünftigen Pharmakologen zugegeben wird, daß Hahnemanns Beobachtung auch anderweitig bestätigt wird, aber er verdient immerhin Beachtung. Diese Vorbemerkungen über das Fieber können uns das Werden von FI a h n e m a n n s Anschauungen besser verstehen lassen. Schon in seiner ersten Schrift — ich sehe dabei von seiner kompilatorischen Doktorarbeit ab —: „Anleitung, alte Schäden ... zu heilen^^ (Leipzig 1784) zeigt sich der selb¬ ständige Beobachter und Denker in vielerlei Flinsicht; nur ein Punkt soll aber in diesem Zusammenhänge berührt werden. Obwohl er in diesen Jahren im wesentlichen auf humoralpathologischem Standpunkt steht und viel von „schlechten Säften^^ die Rede ist, so ist er doch schon damals gegenüber der bei den Flumoralpathologen üblichen Behandlung, die bösen Säfte auf alle möglichen Weisen zu entleeren, recht skeptisch. Auf S. 61 sagt er: „Haben wir etwa ein Produkt der Erde oder der Kunst, das blos die schlechten Säfte spezifisch zerstöre, ohne die bessern zugleich mit hinweg zu nehmen . . .?‘^ Da durch diese Ausleerungen neben den schlechten Säften auch die guten ausgeleert werden, und auf diese Weise der Kranke unnötig geschwächt wird, was Hahnemann immer zu vermeiden bestrebt ist, so ist er sehr gegen diese im Grunde recht mechanistisch gedachten Ausscheidungskuren. Diese im heutigen Sinne „biologischen“ Ansichten baut er in seiner zweiten rein ärztlichen Schrift: „Unterricht für Wundärzte“ (Leipzig 1789, das Vorwort ist vom 29. September 1888) folgerichtig und selbständig weiter aus. Die Meinung, „das Queksilber zerstöre als Queksilber das venerische Gift durch blose Berührung chemisch“ (S. 144) lehnt er ab. Es ist diese Ansicht gerade bei Hahnemann bemerkenswert, da er als einer der besten Chemiker unter den damaligen Ärzten verständlicherweise dazu hätte neigen können, nun das Bereich des Chemischen möglichst weit aus¬ zudehnen. Er hat sich jedoch immer Kritik und Besonnenheit genug bewahrt, um dieser Versuchung nicht zu unterliegen. Gegenüber der vielfach vertretenen Meinung, daß die Heilung um so besser vonstatten gehe, je mehr Quecksilber dem Körper einverleibt werde, ] wendet er ein, sie „wird durch die Erfahrung widerlegt, daß die kleinste 1](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30629366_0004.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)