Volume 2
Chemisch-technische Analyse : Handbuch der analytischen Untersuchungen zur Beaufsichtigung des chemischen Grossbetriebes und zum Unterrichte / unter mitmirkung von L. Aubry [and others] ; herausgegeben von Jul. Post.
- Post Julius, 1846-1910.
- Date:
- 1888-1891
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Credit: Chemisch-technische Analyse : Handbuch der analytischen Untersuchungen zur Beaufsichtigung des chemischen Grossbetriebes und zum Unterrichte / unter mitmirkung von L. Aubry [and others] ; herausgegeben von Jul. Post. Source: Wellcome Collection.
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![III. Untersuchung fester Zucker auf Raffinose. Die Untersuchungsmethode für raffinosehaltige Syrupe ist auch auf feste Zucker anwendbar. Man bestimmt bei denselben die directe Polari- sation in üblicherweise, diejenige nach der Inversion mittelst des halben Normalgewichtes genau wie für die Syrupe unter 3 b) angegeben, und berechnet den Zucker- und Raffinosegehalt mit Hülfe der beiden unter 3. angegebenen Formeln. ScheibleCs rechnerische Controlmethode. Zu diesem Behuf wird Polarisation, Wasser, Asche (Salze) des Zuckers bestimmt, der organische Zucker wird gleich den Salzen gesetzt und die Summe von Polarisation, Wasser, Asche und dem auf diese Weise berechneten Nichtzucker ge- nommen. Die Summe beträgt in allen Fällen, wo Raffinose in bestimm- baren Mengen zugegen ist, über 100; beträgt sie unter 100, so ist an- zunehmen, dass der Zucker frei von Raffinose ist. Der Zuckergehalt an Raffinose wird wie folgt berechnet. Der Procentgehalt an Wasser plus der doppelten Asche wird von 100 abgezogen. Die Differenz entspricht dem Gehalt an Zucker plus wasserfreier Raffinose. Setzen wir die dafür erhaltene Zahl = a, be- zeichnen wir mit p die gefundene Polarisation, mit x den vorhandenen Zucker, mit y die vorhandene Raffinose, so ist: x -)- 1,85 y = p % \ y = a, x Zuckergehalt = 1,85 a — p 0^85 y Raffinosegehalt a — 1,85 a —p G85 Die Grenze für Versuchsfehler ist auf wenigstens 0,3 festzusetzen, da das Resultat für den praktischen Gebrauch sonst zn unsicher. Beispiel. Ein Zucker polarisirt 99,7, gebe 0,4 Wasser und 0,1 Asche; dann wäre die Gesammtsumme 100,3, a wäre 99,4 [100 — 0,4 — 0,2 (doppelte Asche)]; p. 97,7. — Der Zuckergehalt wäre 90,05 und der Raffinosegehalt (y) 0,3. Es empfiehlt sich, die Anwendung der Raffinoseformel (Tollens und Ilerz-feld’sche verbesserte Formel, siehe oben S. 767, Anmerkung) auf solche Zucker zu beschränken, in denen wirkliche Raffinose ver- muthet werden kann, also wesentlich auf die Nachproducte der Melasse- entzuckerungsverfahren, insbesondere des Osmose- und Strontianver- fahrens. Neuerdings sind auch grössere Mengen Raffinose in ganz normalen Melassen der Rübenzuckerfabriken gefunden worden. Von einer Bestimmung der Raffinose in Producten, welche mehr als 2 Proc. Invertzucker enthalten, rathen wir abzusehen, da die optische Bestimmung der Saccharose zu unsicher ist, indem bei der Fabrikation entstandener Invertzucker bei der Weiterverarbeitung der Producte seine Linksdrehung](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21698533_0002_0820.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)