Volume 2
Lehrbuch der vergleichenden mikroskopischen Anatomie der Wirbeltiere / von Albert Oppel.
- Date:
- 1896-1914
Licence: In copyright
Credit: Lehrbuch der vergleichenden mikroskopischen Anatomie der Wirbeltiere / von Albert Oppel. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
13/716 page 1
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![Bauplan des Darmrohres der Wirbeltiere. Das Darmrohr*), welches vom Mund bis zum After reicht, zeigt in seinen einzelnen Teilen bei verschiedenen Wirbeltieren Unterschiede in Weite und Bau. Diese Unterschiede in Weite und Bau, dann auch die Einmündungsstellen hinzukommender Organe, z. B. der Leber und der Bauchspeicheldrüse, sind es hinwiederum, welche uns ermöglichen, einzelne Abschnitte am Darmkanale zu unterscheiden und mehr oder weniger scharf gegeneinander abzusetzen. So trennen wir in Vorder- darm, Mitteldarm und Enddarm. Den Vorderdarm teilen wir wieder in Ösophagus (Schlund) und Stomachus (Magen), und für Mitteldarm und Enddarm (welche wir auch wieder zusammenfassend „Darm benennen) finden auch die aus der menschlichen Anatomie stammenden und für die vergleichende Anatomie nicht durchweg passenden Be- nennungen Dünndarm und Dickdarm Verwendung. Manche weitere Einteilungen, wie sie in der menschlichen Anatomie heute noch gebräuchlich sind, z. B. eine Einteilung des Mitteldarms in ein Duo- denum , Jejunum und Ileum, sind für die vergleichende Anatomie nicht durchführbar, da diese Einteilungen nicht auf Unterschiede im Baue gegründet sind, sondern nur durch Lageverhältnisse der Ein- geweide bei Säugern, speciell dem Menschen, gegeben sind, Verhältnisse, welche sich bei niederen Vertebraten nur zum Teil oder gar nicht vorfinden. Da der Magen von den erwähnten Teilen des Darmkanals zuvor herausgegriffen wurde und im ersten Teile dieses Lehrbuches eine gesonderte Darstellung erfahren hat, werden im folgenden zu behandeln sein Schlund (Speiseröhre), Mitteldarm und Enddarm. *) Ich habe mich bemüht, in der Nomenklatur den Vorschlägen der Kommission der anatomischen Gesellschaft (vergl. His 8250, 1895) so weit als möglich zu folgen. Im Interesse der Kürze gebrauchte ich jedoch anstatt tunica muscularis, tela submucosa, tunica serosa etc., wie dies auch bisher üblich war, fast durchgehend Muscularis, Submucosa, Serosa etc. Auch Ausdrücke der Kommission, wie z. B. „Noduli lymphatici aggregati [Peyeri], habe ich durch kürzere (in diesem Falle z. B, durch „PEYEKsche Noduli oder „Knötchenhaufen) ersetzt. In ganz bestimmten Gegensatz zu der ge- nannten Kommission trete ich nur bezüglich der Darmdrüsen. Ich unterscheide nichf, wie die Kommission, Glandulae intestinales [Lieberkühni] und Glandulae duodenales [Brunneri], sondern Glandulae Lieberkühni und Glandulae Brunneri und fasse diese beiden als Glandulae intestinales zusammen. Vergl, darüber Oppel 8249, 1897.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21926049_0002_0013.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)