Zwei primäre Krebse der Gallenwege ... / vorgelegt von Richard Kleinertz.
- Kleinertz, Richard (Richard Hubert), 1876-
- Date:
- 1901
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Credit: Zwei primäre Krebse der Gallenwege ... / vorgelegt von Richard Kleinertz. Source: Wellcome Collection.
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![Diese Ansicht vertritt vor allem auch K. Zenker.*) Er stützt sich hierbei einmal auf seine eigenen Fälle, wo immer Gallen¬ steine nachgewiesen waren, ausserdem stellt er eine Publication von 25 Publicationen über primären Gallenblasenkrebs zusammen, der fast stets mit Cholelithiasis vergesellschaftet war. Von 48 Fällen waren 41 mal Gallensteine nachgewiesen worden, in den übrigen 7 Fällen war letzteres zum mindesten mit Sicherheit nicht aus- zuschliessen. Er fasst das Ergebnis seiner Untersuchungen, wie folgt, zusammen: „Die Gallensteine führen zu einem Geschwür- und Vernarbungsprozess in der Gallenblase, dieser zu Wucherungen der Schleimdrüsen derselben. Zwischen diesen Wucherungen und dem Carcinom selbst ist nur ein gradueller Unterschied: die Wuche¬ rungen, welche das disponirende Moment für das Carcinom bilden, können durch chronische Reizungen, wie sie eben durch die Steine gegeben sind, ins Excessive übergehen . o 0 Auf gleichem Standpunkte steht auch Bollinger**); irr Anschluss an zwei Sektionen- von Gallenblasenkrebs mit Gallen steinen äussert er sich: „Durch den mechanischen Reiz bedinger die Gallensteine bei disponirten Individuen offenbar eine atypische Epithel Wucherung, einen echten Krebs der Gallenblasenschleimhaut1 Er erinnert dabei an die Analogie mit Entstehung von Lippen- ode Magenkrebs. Daraus erklärt sich dann auch wohl das weitau: häufigere Auftreten beim weiblichen Geschlecht. In manchen Fällei gelingt es nun nicht, die Steine selbst zu entdecken. Sie sind dam weder bei der Sektion in der Gallenblase, noch intra vitam in de] Darmentleerungen gefunden worden. In solchen Fällen kann di Diagnose dennoch bei der Sektion zuweilen auf Cholelithiasis ge stellt werden, indem sich das frühere Vorhandensein der Steini durch ihre Hinterlassenschaft verrät. Einmal nämlich findet ma eine auffallende Erweiterung des ductus cysticus und choledochu: die beim Durchpassiren der Konkremente zu Stande gekommen is oder es zeigt sich an der inneren Wand der Gallenblase eine Narb< welche dadurch entstanden ist, dass die Steine an dieser Stelle ein Druckatrofie und Nekrose mit nachfolgender Geschwürsbildung un narbiger Verheilung verursacht haben. Gerade solche Narben macl Zenker für die Entstehung des Carcinoms verantwortlich. I *) Deutsches Archiv für klinische Medizin“, 1899, 44. Band. ••) über Gallensteinkrankheiten“, Münch, raediz. Wochenschrift, 1891, No. 1](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30599982_0008.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)