Zwei primäre Krebse der Gallenwege ... / vorgelegt von Richard Kleinertz.
- Kleinertz, Richard (Richard Hubert), 1876-
- Date:
- 1901
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Credit: Zwei primäre Krebse der Gallenwege ... / vorgelegt von Richard Kleinertz. Source: Wellcome Collection.
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![Falle, wo also der Magen unbeteiligt gewesen, Störungen in der Funktion desselben aufgetreten. Diese Beschwerden, für die es schwer ist, eine befriedigende Erklärung aus den anatomischen Ver¬ hältnissen heraus zu geben, verdienen um so grössere Beachtung, als auch K. Zenker dieselbe Angabe für mehrere seiner Fälle macht, sodass sie anscheinend ein nicht seltener klinischer Befund sind, der noch dazu geeignet erscheint, die Diagnose irre zu leiten. Sollte durch diese Arbeit die Ätiologie des Gallenblasenkrebses einen neuen Belag erlangt haben, so bestände ja die Hauptaufgabe unserer Therapie darin, profylaktisch der Bildung dieser, Steine entgegen zu wirken. Zumal muss alles vermieden werden, was einer ausgiebigen Atmung hinderlich im Wege steht. Für die Stein¬ bildung aber muss zweifellos als mitwirkende Ursache das Schnüren angesehen werden; dafür spricht schon das soviel häufigere Vor¬ kommen der Steine beim weiblichen Geschlechte, wie es Petersen- Borstel* *) aus den Befunden des Kieler pathologischen Instituts nachgewiesen hat. Es finden sich nach dessen Ausführungen bei Frauen im Alter von 51—60 Jahren bei 20,56 °/o Gallensteine, oder rund bei 14% aller Frauen über 31 Jahren. Da bei diesen jedoch kein Carcinom festgestellt werden konnte, so muss notwendigerweise zur Entstehung eines solchen noch irgend ein, bis jetzt allerdings noch unbekanntes, Agens hinzukommen. Es sind hierüber die Autoren**) einig. Die Schmerzen im Rücken, über welche Patientin schon seit längerer Zeit klagt, lassen das frühere Vorhandensein von Gallen¬ steinen als wahrscheinlich erscheinen. Aber erst jener in der letzten Zeit auftretende Ikterus, höchst wahrscheinlich durch Gallenstauung] hervorgerufen, liess die Diagnose mit Sicherheit stellen. Auch der! Sektionsbefund zeigte zur Genüge, dass Gallensteine duichpassiit waren, und zwar sprach dafür die enorme Weite der Gallenabführungs; wege. -—- Die stellenweise bestehenden scharf abgegrenzten Ausbuchtungen der Gallengänge sind durch das Liegenbleiben von Gallensteiner und weiteres Anwachsen an derselben Stelle zu erklären. Wie nur hier die Entstehung des Carcinoms zu erklären ist, das habe ich wohl zu Anfang meiner Arbeit klar zu machen gesucht bezüglicl *) Kiel, Dissersation 1883. • •) Heller: Mitteilung für den Verein schleswig-holsteinischer Ärzte, 1886 Marchand: Deutsche medizinische Wochenschrift, 1888, No. 12.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30599982_0018.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)