Dem herrn dr. Johann Albert Eytelwein ... seinem verehrten schwiegervater münscht am 23. Julius 1829, dem heiter und rüstig erlebten Jubeltage nach Fünfzigjährigen, dem Staate und den Wissenschaften Geleisteten Vielfachen Diensten, mit gerührtem, Kindlich Dankbarem herzen Glück J.T.C. Ratzeburg ... und Überreicht bei dieser feierlicher Gelegenheit Ehrfurchtsvoll seine. Untersuchungen über Formen und Zahlenverhältnisse der Naturkörper. Nebst einer Kupfertafel / [Julius Theodor Christian Ratzeburg].
- Ratzeburg, Julius Theodor Christian, 1801-1871.
- Date:
- 1829
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Credit: Dem herrn dr. Johann Albert Eytelwein ... seinem verehrten schwiegervater münscht am 23. Julius 1829, dem heiter und rüstig erlebten Jubeltage nach Fünfzigjährigen, dem Staate und den Wissenschaften Geleisteten Vielfachen Diensten, mit gerührtem, Kindlich Dankbarem herzen Glück J.T.C. Ratzeburg ... und Überreicht bei dieser feierlicher Gelegenheit Ehrfurchtsvoll seine. Untersuchungen über Formen und Zahlenverhältnisse der Naturkörper. Nebst einer Kupfertafel / [Julius Theodor Christian Ratzeburg]. Source: Wellcome Collection.
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![abstieg) abermals auf die Hälfte (2) gehl. Im zwei- und zweigliedrigen Systeme ist die Zahl der gleichen Flächen gar nur 8 und vereinfacht sich auf 4 und 2. In dem durch die verschiedene Anzahl und Richtung der Dimensionen bestimmten, sechsgliedrigen Systeme kommt das Maximum der Flächen-Zahl auch nur auf 24 und reduzirt sich auf 12, dann auf 6, und dann plötzlich auf 2 in der geradange- setzten Endfläche des sechsseitigen Prismas. Das fiir hemiedrisch angenommene drei- und dreigliedrige System kann also nur bis auf 12 Flächen kommen, und steigt dann ebenfalls auf 6 und 2. Aus dieser speziell aufgefiihrten Übersicht der Zahlen, deren entsprechende sich untereinander ohne Bruch theilen lassen, erhellet zur Genüge, dafs die Redu- ction der Flächen nie durch einzelnes Wegfallen vor sich geht, so wie wiederum die Vervielfältigung immer wenigstens an zwei Punkten zugleich geschieht, dafs also nie eine 5, 15 u. s. f. Vorkommen kann. In der organischen Natur dagegen ist keine Zahl ausgeschlossen, gewifs deshalb, weil die länger in Wirksamkeit bleibenden Lebensbewegungen sich von der Strenge der opponirten Zahlen frei machen und auch eine Alternation an- nehmen konnten. Man kann sich die Entstehung der 5, namentlich in der Blu- menbildung, durch einzelnes, unpaariges Verdrängen oder Vorherrschen den- ken, welches vielleicht zu einer Zeit eingetreten ist, wo sich ein bestimmter Typus der Gewächse erst entwickelte, denn, wenn die Zahlen einmal ins Schwanken kommen, thim sie bald diesen, bald jenen Schritt. So waren an einer gröfsen An- zahl von mir beobachteter Lippen- und Rachenblumen, hei denen doch meist die 4 oder 2 in den Staubgefäfsen typus speciei ist, und bei welchen die rechte Zahl (5) nur selten, und zwar immer mit der regelmäfsigen Blumenform gemeinschaftlich zum Auftritt kommt (Pelorien), die 5-theiligen Pelorien wohl die herrschenden, al- lein sehr oft sähe ich auch die am nächsten anliegenden Zahlen 6 und 4 sowohl in den Blumenkronen-Zipfeln als in den Staubgefäfsen, viel seltener die 7 und die 3, und nur ein einziges Mal bemerkte ich bei Antirrhinum majus eine 8. Bei meinen Bemühungen, Fälle für die Erklärung solcher Zahlen-Verändemngen zu sammeln, sah ich sowohl aus der 6 (besonders bei Liliaceen, wie Tulipa, Hyacinthus, Or- nithogalum etc.), durch stufenweis zu beobachtende Theilung des einen oder andern Staubgeföfses eine 7 und 8 werden, wie auch z. B. bei Lycium als einzelne Ausnahme die 5 zur 6, und bei Berberis in der Terminal-Blume fast als Regel die 6 zur 5 sich umwandeln, u. s. w. Eben so schön lassen sich die Stufen der Übergänge aus [5]](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22017409_0041.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)