Dem herrn dr. Johann Albert Eytelwein ... seinem verehrten schwiegervater münscht am 23. Julius 1829, dem heiter und rüstig erlebten Jubeltage nach Fünfzigjährigen, dem Staate und den Wissenschaften Geleisteten Vielfachen Diensten, mit gerührtem, Kindlich Dankbarem herzen Glück J.T.C. Ratzeburg ... und Überreicht bei dieser feierlicher Gelegenheit Ehrfurchtsvoll seine. Untersuchungen über Formen und Zahlenverhältnisse der Naturkörper. Nebst einer Kupfertafel / [Julius Theodor Christian Ratzeburg].
- Ratzeburg, Julius Theodor Christian, 1801-1871.
- Date:
- 1829
Licence: Public Domain Mark
Credit: Dem herrn dr. Johann Albert Eytelwein ... seinem verehrten schwiegervater münscht am 23. Julius 1829, dem heiter und rüstig erlebten Jubeltage nach Fünfzigjährigen, dem Staate und den Wissenschaften Geleisteten Vielfachen Diensten, mit gerührtem, Kindlich Dankbarem herzen Glück J.T.C. Ratzeburg ... und Überreicht bei dieser feierlicher Gelegenheit Ehrfurchtsvoll seine. Untersuchungen über Formen und Zahlenverhältnisse der Naturkörper. Nebst einer Kupfertafel / [Julius Theodor Christian Ratzeburg]. Source: Wellcome Collection.
35/50 (page 27)
![einlassen darf, um nicht die Grenzen meines Plans zu überschreiten. Derselbige Dendritismus des Eis- und Steinreiches, dieselbe Ansicht von Entwicklung dieser (aus confluirten.Krystallen bestehenden) Dendriten zur aus gebildeten Blüthe, den freien Krysiallen, leitet uns auch in die Reiche der Pflanzen und Thiere, und lehrt uns, wie hier die Materie im Ganzen und Einzelnen von der bildenden Kraft gruppirt wird, und wie sich hier die Blüthe auf dem höchsten Gipfel des Lebens zur höchsten Vollkommenheit entwickelt, indem bei den höheren Thieren an den Polen des grofsen Arterienbaumes die edelsten Glieder zur Wahrnehmung, Er- zeugung und Fortbewegung anschiefsen und bei den Gewächsen meist am Ende des grofsen oder kleinen Bäumchens die zartesten Organe der Fortpflanzung sich ausbilden. Also auch hier kommen wir überall auf das grofse Gesetz der Axen-Aus- strömung und Centralbildung zurück, welche indessen in ihrer Regelmäfsigkeit immer mehr gestört werden, je höher wir zum uneingeschränkten Leben in der Thierwelt hinaufsteigen. Bei den Pflanzen folgen selbst die einzelnen Theile die- sem Gesetze: Stamm und Wurzel haben ihren Indifferenzpunkt, von welchem aus sie nach verschiedenen Seiten fortwachsen: Die Wurzel theilt sich wieder von einzelnen Punkten aus, und jeder gröfsere Zweig derselben hat wieder seine kleinere Seitenverzweigung. Sogar die Erinnerung an die Verzweigung der rechtwinkligen Dendriten geben viele junge Wasserpflanzen, indem die Wurzelfasern aus den erst eben aus dem Embryo entwickelten Würzelchen, rechtwinklig hervordringen, zu- weilen nur nach 2 Seiten gerichtet. Der Stamm theilt sich in Zweige, welche meist mit Blättern besetzt sind: Bald ist es schon die Anordnung der Zweige, welche das in der anorganischen Natur so oft berührte Gesetz der bestimmten Richtung verräth, wie wir bei vielen bekannten Bäumen, Sträuchern und Stauden z. B. Viburnum opulus, Evonymus curopaeus, mehreren Phlox-Arten u. s. f. se- hen, dafs das untere Paar der opponirten Aste nach Norden und Süden, und das obere nach Westen und Osten gerichtet ist, und wie man an dem Exemplar der seltenen Araucaria excelsa, welches sich im hiesigen botanischen Garten befindet, die Aste am ganzen Stamme zweireihig stehen sieht, und wie bei Thuja occi- dentalis und orientalis nur die Nebenästchen in dieser zweifachen Richtung ver- zweigt sind: Bald spricht sich dieses erst in der Anordnung der Blätter aus, und hier um so deutlicher, je näher die Blätter über einander stehen (z. B. folia qua- drifariam imbricata) und man, von oben auf sie gesehen, ein ähnliches Kreuz [4*]](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22017409_0035.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)