Dem herrn dr. Johann Albert Eytelwein ... seinem verehrten schwiegervater münscht am 23. Julius 1829, dem heiter und rüstig erlebten Jubeltage nach Fünfzigjährigen, dem Staate und den Wissenschaften Geleisteten Vielfachen Diensten, mit gerührtem, Kindlich Dankbarem herzen Glück J.T.C. Ratzeburg ... und Überreicht bei dieser feierlicher Gelegenheit Ehrfurchtsvoll seine. Untersuchungen über Formen und Zahlenverhältnisse der Naturkörper. Nebst einer Kupfertafel / [Julius Theodor Christian Ratzeburg].
- Ratzeburg, Julius Theodor Christian, 1801-1871.
- Date:
- 1829
Licence: Public Domain Mark
Credit: Dem herrn dr. Johann Albert Eytelwein ... seinem verehrten schwiegervater münscht am 23. Julius 1829, dem heiter und rüstig erlebten Jubeltage nach Fünfzigjährigen, dem Staate und den Wissenschaften Geleisteten Vielfachen Diensten, mit gerührtem, Kindlich Dankbarem herzen Glück J.T.C. Ratzeburg ... und Überreicht bei dieser feierlicher Gelegenheit Ehrfurchtsvoll seine. Untersuchungen über Formen und Zahlenverhältnisse der Naturkörper. Nebst einer Kupfertafel / [Julius Theodor Christian Ratzeburg]. Source: Wellcome Collection.
19/50 (page 11)
![auch ihre unverkennbare Ähnlichkeit mit den Formen der Gewächse den deutschen Volksnamen „Blumen” verschafft hat. In ihrem ganzen Habitus sind sie den bogi- gen Dendriten zu vergleichen (s. Fig. 33.), aber bei der Zergliederung ihrer einzel- nen Theile bemerkt man bald den Charactcr der winkligen Dendriten. Es gieht interessante Varietäten derselben, wo sowohl die Hauptaxen wie die üNebenver- zweigungen von der graden Linie nach einer Richtung abweichen (s. Fig. 35.), und man wird unwillkührlich auf den Vergleich mit dem Schafte und dem Barte der Vogelfedern hingeleitet, wie diese zuweilen im zierlichen Bogen nach der einen oder der andern Seite sich hinbiegen *). Zuweilen neigen sich solche Schafte von zwei Seiten so gegeneinander, dafs mehrere von der linken Seite durch die erste der rechten Seite begrenzt werden, und dafs diese wieder höher hinauf gegen die erste höhere der linken Seite anstofsen, welche sich dann noch mehr erheben u. s.f. (s. Fig. 36.), ganz täuschend daran erinnernd, wie die äu/sern Zwischenrückenmus- keln (intercostales externi) des Menschen sich mit dem hintern untern Sägemus- kel (serratus posticus inferior) verschränken. Betrachten wir nun dip«e winkligen Dendriten bei den Mineralien, so ergiebt das recht- oder schiefwinklige, wie gesagt, nichts für die Diagnose, denn, wenn das Gestrickte des Silbers auch meistentheils, und namentlich in Europa, rechtwinklig dendritisch ist, so findet man in der Königlichen Mineraliensammlung doch auch schiefwinklig dendritisches Silber (in Quarz), und zwar von Potosi. Dagegen ist das schiefrvinklig Dendritische Regel beim Wifsmuth (Fig. 8.), und nur ausnahmsweise kommt es hier rechtwinklig vor; umgekehrt findet man den Speisko- balt meist rechtwinklig und nur selten schiefwinklig dendritisch. Bei dem Kup- fernickel, wo die gestrickte Form überhaupt nur selten ist, finde ich im Königlichen *) Die Entstehung dieses Bogens kann man schon bei der ersten Bildung beobachten: wenn man nämlich bei grofser Kälte an dem stark befrornen Fenster eine Stelle durch Anhauchen auf- thaut, so bleibt das Glas einige Augenblicke rein und durchsichtig; bald aber bildet sich wieder Eis, indem an eine sehr leicht gekrümmte Axe, welche oben sehr breit war und unten spitz en- dete und ganz durchsichtig blieb, besonders auf der einen Seite scharfe und dunkle, kleineKrystalle spitzwinklig anschosscn, welche in der Milte und nach oben ziemlich lang waren, gegen die Spitze aber immer kürzer wurden Die Spitze drang von oben nach unten schnell vor und die neu entstandene Seite der Axe belegte sich auch eben so schnell mit Seiten-Nadeln. Natürlich entstanden an dem behauchten Glase mehrere solcher befiederten Axen, die in verschiedener Rich- tung sich ausbildeten. So wie sich zwei mit ihren Lateral-Nadeln berührten, entstand Stillstand, so dafs also bald die Verzweigung der einen länger und die der andern kürzer war, und bald sich diese bald jene Gruppe bildete, wir wir sie bei den grofsen Massen der Blumen sehen. [2*]](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22017409_0019.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)