Dem herrn dr. Johann Albert Eytelwein ... seinem verehrten schwiegervater münscht am 23. Julius 1829, dem heiter und rüstig erlebten Jubeltage nach Fünfzigjährigen, dem Staate und den Wissenschaften Geleisteten Vielfachen Diensten, mit gerührtem, Kindlich Dankbarem herzen Glück J.T.C. Ratzeburg ... und Überreicht bei dieser feierlicher Gelegenheit Ehrfurchtsvoll seine. Untersuchungen über Formen und Zahlenverhältnisse der Naturkörper. Nebst einer Kupfertafel / [Julius Theodor Christian Ratzeburg].
- Ratzeburg, Julius Theodor Christian, 1801-1871.
- Date:
- 1829
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Credit: Dem herrn dr. Johann Albert Eytelwein ... seinem verehrten schwiegervater münscht am 23. Julius 1829, dem heiter und rüstig erlebten Jubeltage nach Fünfzigjährigen, dem Staate und den Wissenschaften Geleisteten Vielfachen Diensten, mit gerührtem, Kindlich Dankbarem herzen Glück J.T.C. Ratzeburg ... und Überreicht bei dieser feierlicher Gelegenheit Ehrfurchtsvoll seine. Untersuchungen über Formen und Zahlenverhältnisse der Naturkörper. Nebst einer Kupfertafel / [Julius Theodor Christian Ratzeburg]. Source: Wellcome Collection.
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![aber weiter forscht, und in das Gebiet der schönen Gold-, Silber- und Kupferden- driten kommt, sieht man, wie diese zum Theil auch noch am Stein anliegen, wie sie dann aber an andern Stücken (meist auf Gängen und Lagern, wo sie mehr Platz zur Ausbildung hatten) zum Theil freier werden, sich schon in mehr nls 2 Rich- tungen ausbreiten, und endlich so weit abgelöst werden, dafs sie nur noch mit wenigen Stellen aufsitzen. So erscheinen die schönsten Silber-Krystalle -von Kongs- berg und die schönsten Kupfer-Crystalle aus Sibirien als abgelöste, bogige Dendri- ten. — Wenn wir nun auch durch diese, Tor unsern Augen vorgehende Entwick- lung die Erklärung zulassen müssten, die weniger vollkommnen, nur nach 2- Seiten ausgebreiteten Dendriten dieser Art seyen durch den beengten Raum verkümmert, so kann diese Deutung doch nicht bis auf die niedrigsten Dendriten derselben Art ausgedehnt werden, denn wir sehen diese oft auf Steinen oben aufliegen, wo es ihnen an Platz zur Erhebung nicht fehlen konnte, wenn sie die Kraft und Bestim- mung dazu gehabt hätten. Als einen Anhang könnte man hier die von Werner „besondere äufscre Gestalten” genannten Vorkommen der Metalle betrachten, welche er mit dem Namen spiegelig, angeflogen, blattdrath- und haarformig, zahnig u. s. w. belegt. Für die flach-dendritische, krystallinische, wenn gleich sehr versteckte, Natur derselben spricht, dafs an ihren Rändern zuweifen kleine Dendriten, oft mit geringem Kry- stall-Ansatz, gleichsam hervorquellen. Ihre Entstehung ist nicht so zufällig und mechanisch zu erklären, da sie wieder andere Analogien haben und sehr lebhaft an die einfachsten, schwarzen Kalkstein-Dendriten und an die zuweilen am Fenster erscheinenden Eis-Dendriten erinnern, wo man einen gröfseren dunklen Fleck sieht, an dessen Rändern feine Dendriten zerstreut umher liegen, als wäre ein Tropfen breitgedrückt und die herumspritzenden flüssigen Theilchen wären augenblicklich zu Dendriten geworden. Wichtiger noch für den Gang unserer Betrachtungen sind die als zweite Va- rietät zu beschreibenden winkligen Dendriten. Wenn sich bei denselben auch, wie schon angedeutet wurde, Übergänge zu den Vorigen finden,so sind sie doch, beson- ders in der durchgreifend parallelen Anordnung des Ganzen, so eigenthümlich, und ste- hen in dieser Hinsicht so gesondert da, dafs sie in einen besonderen Abschnitt gehö- ren, zumal da durch sie ein eignes Bildungsgesetz ausgesprochen wird, welches sich bei vielen Pflanzen in der Anordnung der Blätter und Zweige wiederholt. Es sind diese die Formen, über welche ich mich den Mineralogen mit einem- [2]](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22017409_0017.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)