Geschichte der Indicationen zur Wendung auf die Füsse / [Heinrich Lewy].
- Lewy, Heinrich.
- Date:
- 1870
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Credit: Geschichte der Indicationen zur Wendung auf die Füsse / [Heinrich Lewy]. Source: Wellcome Collection.
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![Von hoher Wichtigkeit für uns ist der im Anfänge des zweiten Jahrhunderts in Rom lebende Epheser Soranus. Erst vor wenigen Decennien sind zwei neue und vollstän¬ digere Handschriften seines Buches I1EP! FTNAIKEION IJÄ0QN von Dietz in Rom und Paris gefunden worden. Nach diesen5) lehrt Sorauus die Wendung auf die Füsse auch bei lebendem Kinde, wenn es schief gelagert ist. Für besonders günstig für die Wendung erklärt er das Vorliegen einer Seite des Kindes. Hier habe die Hebe- amme Raum, in den Uterus einzudringen und die Frucht zu wenden6). Daher verwandelt er auch Bauch- und Rückenlagen erst in Seitenlagen, ehe er wendet7). Als zweite Indication zur Wendung auf die Füsse nennt er den mässig eingekeilten Kopf, wenn er mittelst des Speculums als Geburtshinderniss erkannt wird8). Wahrscheinlich han¬ delte es sich in den hierher gehörigen Fällen meist um enge Becken. Soranus’ Schüler, Moschion, will nach seinem Hebe- ammenbuche nur bei Querlagen, wenn die Füsse näher liegen, als der Kopf, auf jene wenden9). Er giebt aus¬ drücklich an, dass nicht nur die Mutter bei der Wendung keinen Schaden nehme, sondern oft auch das Kind erhalten bleibe. — Von nun an verschwindet die Wendung auf die Füsse wieder für lange Zeit. Galen, Oribasius, Nemesius und andere Schriftsteller der nächsten Jahrhunderte erwähnen sie gar nicht. Erst der um das Jahr 540 am byzantini¬ schen Hofe lebende Aetius von Amida gedenkt, wie schon 5) Sorani Epbesii: de arte obstetricia morbisque mulierum, quae super- sunt, ed. Dietz. Regim. Pruss. 1838. 8) Tcov 8s XoittuW ouo ay7]piatia(j.d>v ap.£ivwv o TiXayioc. Tpst; yap sia'i TtXayiot ayriij.attaij.ot, o, x£ Itci uXeupav oTtoxspav, xai o irc\ crxoXiav (xoc- Atavr). Ap.£ivwv öe o erut TtXsupav* xojtov yap Siowai X7) ysipi X7j; p.aia; et; x'o p.£xaa^_rjp.ax''aat 7) iiz\ xs^aX^v 7) £~\ :180a; (x£cpaXrj pur]’). 7) sixa TüXaytov s7uxsip.svov, ei p.£V Txp-jqvs^ Ö7rxiov 7ipaiL>; auxo 81a xwv oaxxuXwv sTci nXsupav axpscpsiv, oicm; et; xadsaiv yev7]xai xo^o;. Ei 8e au- xoftsv in\ TcXsupav eay7]pt.axiapibv urcap^si 7capsv(pavxa X7jv yfipa ^paw; avaxpebssiv auxo, 7rXrjV aviaou p.ev xou 7iXayiaap.ou xaxa xa piaXXov caroxs- xpup.p.£va xou aib[J.axo; 7) xaxa xou; 7c88ä; (xecp. v’). 8) xq; 8s x£cpaX% xou epißpoou ea<p7]vwfj.s'v7]; p.exaaxps^siv 8si in\i -n:68a; xai oöxtn; auxo xopu^satlai (xscp. vß’)- 9) ... et quascunque partes orificio propiores habuerit, easdem teneat et adducat, ita tarnen, ut maxime caput quaerat infantis. Sed si pedes fue- rint proximiores, ipsos teneat et sic adducat. «C](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30472647_0009.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)