Beiträge zur Kenntniss der Verdauung der Vögel, insbesondere der Gänse / von Ferdinand Klug.
- Klug, Nándor, 1845-1909.
- Date:
- [1892]
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Credit: Beiträge zur Kenntniss der Verdauung der Vögel, insbesondere der Gänse / von Ferdinand Klug. Source: Wellcome Collection.
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![sciiKMii Läiiiix'inlurchim'sser zumeist (iiiev zur Längsachse der Zelle gelegen. Solche Drüsen stellt im Läugssehnitte Fig. 1 nach einer nicht retouehirten Aufnahme dar. welche, wie auch alle ülnigen Aufnahmen, Herr College ./. Belhi/ so freimdlieh war durchzuführen, dem ich hiefür auch an dieser Stelle meinen verhindlichsten Dank sage. Wenn wir zu diesen Drüsen unter dem Mikroskope Essigsäure oder Alkohol geben, so trülten sich die Zellen etwas, während starke Salpetersäure keinen Nieder- schlag Itewirkt, auch sind diese Zellen nur schwach färl)))ar; sie tnithalten ilemnach viel Mucin und gewiss wenig oder gar kein Eiweiss. Ganz anders traf ich aber die Zellen dieser zusammengesetzt-schlauchförmiii;en Drüsen bei reichlich gefütterten, geschoppten, Gänsen an; die Drüsen sind hier rein nicht wieder zu erkennen. Gewöhnlich füllen das Lumen derselben inehr-weuiger kleine, rundliche, oft auch unregelmässig in die Länge gezogene Zellen au.s, zwischen welche sich Fäden einer schwach zu färljenden feinkörnigen Masse hinziehen. Den Zelleukern umgiltt wenig, kaum färbbares Zellprotoplasma, im übrigen ist er rund, grösser als im Hungerzustande, hie und da deutlich Mj^tosis zeigend. Ähnliche Zellen kleiden auch die Drüsenwand aus und bedecken die taltenartigeu Yorsprüngc des Drüseninneren (Fig. 2). Es findet also hier eine leibhafte Zellenvermchrung statt. Ausser diesen Drüsen fand ich in iler Schleimhaut des Schlundes der Gänse zer- streut kleine Tiymphfollikel, die am unteren Ende des Schlundes dicht an einander gedrängt auftreten und dort, wo der Schlund in den Vormagen einmündet, einen ver- dickten Ring von Lymphknötchen Ijilden. Auch bei dem Huhu und dem Truthahn sind diese Lymphollikel vorhanden, doch hier dehnen sie sich eine Strecke weit in den Vormagen aus und bilden dort eine, auch mit freiem Auge leicht erkennbare Schichte, welche den eigentlichen Magendrüsen aulliegt. Die Verdauung im Taubenkropf betreffend, fasst M. Teichmann die Resultate seiner Versuche dahin zusammen, dass der Kiopf die Nahrung für längere Zeit aufnimmt und sie für die Magenverdauung vorbereitet, indem die von den Drüsen abgesonderte schleimige Flüssigkeit, in Verbindung mit der durch (xaehrungsvorgänge erzengten Säure, die Körner erAveichen und zum (Quellen bringen soll. Da sich unter gewöhnli- chen Umständen auch Pejisin und Salzsäure in geringer Menge im Kröpfe befinden, welche nach Verfasser wahrscheinlich nur aus dem Magen stammen, so sind die Bedingungen auch für den Beginn der Verdauung gegeben. Der Hau])tsache'nach aber findet diese, nähmlich die Verdauung, nach Tcichmanu, sicher im Magen statt. um eine Einsicht in die Verdauung im Schlünde und auch im Vormagen zu gewinnen, bereitete ich mir aus der Schleimhaut, bezüglich den Drüsen derselben, künstliche Verdauungssäfte. Zu diesem Zwecke wurde der Schlund der Gänse vorerst reingewaschen, die Schleimhaut allgezogen und bei 40 C. getrocknet. Ebenso zog ich auch die Muskellagen vom Vormagen ab, wusch letzteren gut aus, spaltete ihn der Länge nach und trocknete denselben auf die gleiche Weise wie den Schlund. So sammelte ich mir einen Vorrath der zur Erzeugung von Verdauungssäften nöthigen Drüsen. Da der Inhalt des Schlundes und Vormagens immer stark sauer reagirte, selbst bei Gänsen, welche 5 Tage gefastet hatten und denen dann 0'03 Gm. Pilocarpin in Wasser gelöst unter die Haut injicirt wurde, und da es sich erwies, dass die freie Säure allein ans Salzsäure besteht, so bereitete ich den Verdauungssaft auf die W^eise, dass ich zu 50 Gm. getrockneter und pulverisirter Schleimhaut 1 Lit. 0'4/i)-ige Salzsäure und um die Verwesung zu verhüten 1 Gm. Thymol zugab; IjetreH' des ThymoKs ist es seit Kühne eine bekannte Thatsache, dass dasselbe die Verdauung nicht steht, dabei aber jede Verwesung verhindert. So zubereitet, wurde das ganze auf 24 Stunden in den Venlauungsofen gesetzt, in welchem die Temperatur von Früh bis am Abend zwischen 38 — 41° C. erhalten worden war. Dann wurde die Flüssigkeit abfiltrirt. deren specifisches Gewicht mit dem Piknometer bestimmt und so zu Verdauungsversuchen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21216319_0009.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)