Beiträge zur Kenntniss der Verdauung der Vögel, insbesondere der Gänse / von Ferdinand Klug.
- Klug, Nándor, 1845-1909.
- Date:
- [1892]
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Credit: Beiträge zur Kenntniss der Verdauung der Vögel, insbesondere der Gänse / von Ferdinand Klug. Source: Wellcome Collection.
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![stiuvaeh alkuUscli gemachten Magensaftes aussetzte, gerann ebenso, wie wenn das La,lit'erment eines Kalbmagens auf dieselbe eingewirkt hätte. Eine zweite Portion desselben sehwach alkalisch geraachten Magensaftes kochte ich auf und Hess den- selben ebenfalls auf Milch einwirken, nun gerann al)er die Milch nicht. Es unter- liegt also keinem Zweifel: der Magensaft der Gans enthält ausser dem Eisweiss- und lieimferment, auch das Labferment. Da sich Vögel nicht mit Milch nähren, die Na- tur aber nichts ohne Ursache macht, so steht zu erwarten, dass das Labferment hier bei der Verdauung des Pflanzencaseins, des Legumins und Glutencaseins, in Tilinlicher Weise einwirkt, wie bei den Säugethieren auf die Verdauung des Caseins der Milch: dies näher zu erforschen, muss späteren Untersuchungen vorbehalten Id.eilien. Im secernirten jMagensaft fand sicli nur freie Salzsäure vor. Wie bekannt, hat Heidenhain und Bollett zu gleicher Zeit, im Jahre 1871. die Entdeckung gemacht, dass die Fuudusdrüsen des Magens der Säugethiere zwei durchaus verschiedene Zellenarten enthalten, von denen Heidenhain die einen als Ilauptzellen. die anderen als Belegzellen bezeichnet. Die Hauptzellen sollen das Pep- sin, die Belegzellen die Säure absondern. Dass die Säure])ildung von den Belegzellen ausKeht, wurde von Niemanden liestritten. Die zweite Annahme aber. die. dass die llauptzellen das Pepsin bilden, stützt Ifeidenhaiii''' auf folgende l'hatsachen: 1. Die Hauptzellen sind analoi>- den Zellen der Pylorusdrüsen, A^on welchen er- wiesen ist, dass sie Pepsin secerniren. 2. Die Hauptzellen der frisch isolirten Fundusdrüsen zerfallen auf heizbarem <»l)ject-Tisch erwärmt, unter dem Mikroskope, Avenn man ein Tröpfchen verdünnter Salzsäure hinzugiebt. 3. Ein Salzsäure-Infus der unteren Schleimhaut-Hälfte, in der die Hauptzellen ;:l)er\viegen, verdaut ausnahmslos viel kräftiger, als ein Infus der oberen Hälfte. 4. Der Gehalt der Magenschleimhaut an Pepsin geht parallel mit constanten Veränderungen der Hauptzellen einher, so, dass ein Zusammenhang der Pepsinbildung mit der Thätigkeit der letzteren erwiesen ist. •). Die Fundusdrüsen des Frosches enthalten nur Belegzellen und diese Idlden n;u-h SH'ieQi(;kl kein Pepsin. Von diesen Thatsachen l)eweisen 1—4. dass in den Hauptzellen Pepsin geldldet wird, nicht al)er. dass die Belegzellen kein Pepsin enthalten; für letztere Annahme würde Tliatsache •> entscheidend sein, wenn eben in letzterer Zeit Sigm. Frünlel'''' lücht nachgewiesen hätte, dass der Magen des Frosches an der Pepsinl)ildung mit- lietheiligt ist. Diese Ungewissheit betreff der Aufgabe der Belegzellen bewog mich den Bau fies Vormagens der Gänse wie auch einiger anderer Vögel, so der Hühner, Tauben und Krähen näher zu untersuchen. Zu diesem Zwecke behandelte ich die in Alkohol oder in Alkohol und Sublimat frisch gehärteten Partien, sowohl des Vormagens wie iiberhaupt aller untersuchten Darmtheile der Vögel, genau nach dem Vorgange von Apdthy,*'''''* indem ich dieselben in Celloidin einbettete, die Schnitte auf dem Object- tr;iiier fixirte und mit Haematoxylin und doppeltchromsaurem Kali färbte; häufiger lienützte ich jedoch als Färl)emittel eine Doppelfärlumg mit Haematoxylin und Hosin. Meine diesbezüglich gemachten Erfahrungen beweisen aufs unzweideutigste, dass ein und dieselbe Zellenart sowohl die Säure wie auch das Pepsin absondert. ■' Hcrmaim's Handbuch der Physiologie. Bd. V. Th. 1. S. 135—107. ** Arehiv t d. ges. Physiologie. Bd 4S. S. 63—73. *** Ai)dthy J. Methode zur Vert'ei'tigung längerer Schnittserien mit Celloidin. Mitth. a. d. zoolog. Station zu](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21216319_0012.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)