Beiträge zur Kenntniss der Verdauung der Vögel, insbesondere der Gänse / von Ferdinand Klug.
- Klug, Nándor, 1845-1909.
- Date:
- [1892]
Licence: Public Domain Mark
Credit: Beiträge zur Kenntniss der Verdauung der Vögel, insbesondere der Gänse / von Ferdinand Klug. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Augustus C. Long Health Sciences Library at Columbia University and Columbia University Libraries/Information Services, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the the Augustus C. Long Health Sciences Library at Columbia University and Columbia University.
11/30 (page 7)
![Schlunclschleimhaut mit Vormagensecret war. dies erhellt daraus, dass Verdammgs- Flüssigkeit, welche ich aus den zurückgeblieheuen Resten der Schlundschleimhaut, die zur Bereitung obiger Verdauungsflüssigkeit gedient hatte, von neuem bereitete, absolnt nicht verdaute, wie das doch liei ähnlichen Extracten Verdauungssäfte abson- dernder Drüsen der Fall ist. Wir können also aus den angegebenen und ähnliehen Versuchen mit vollkom- mener Bestimmtheit angeben, dass die wenigen zerstreutliegenden Drüsen der Schleimhaut des Schlundes bei der Gans, und in wie ferne aus gleichem Tau auf gleiche Function geschlossen werden kann, auch liei anderen Vögeln, gar kein Ver- dauungssekret aljsondern. sondern Vdos etwas Schleim liefern, welcher die mit mehi- SL-hichtigem Pflasterepithel bedeckte Si-hleimhaut des Schlundes schlüi)friü erhält. In äiinlieher Weise wie aus der Schleimhaut des Schlundes, habe ich die Ver- dauuugsflüssigkeit auch aus vorher gtreockneten Vormägen l)ereitet. 40 (im. getrock- neter Vormagen wurden in 800 C. Cmt. 0'+/ü-iger Salzsäure und 0H (im. Thymol 21 Stunden lang der Verdauung ausgesetzt. Die so erhaltene Verdauungsflüssigkeit war, im Gegentheil zu der aus der Schleimhaut des Schlundes gewonnenen, sehr leicht filtrirbar, reagirte natürlich sauer, ihr speeif. Gewicht betrug FGOSS. Nach- dem je 80 Gm. dieses jMagensaftes auf je i Gm. der folgenden Sul)stanzen 24 Stun- den hindurch eingewirkt hatten, so war das speeif Gewicht der al»filtrirten einzel- nen Flüssigkeiten wie folgt: Keine Ver- <; auungs- FU'issife'keit Faserstoff Fleisch ' Leim Weizen ' Erhsen Mais ' Stärke Spncifische Gewichte IdOSS 1017 1-0115 1-065 ' 1-01.3 1 iJ lil l-iiOsT Diese Tabelle zeigt von einer kräftigen Wirkung der Verdauungsflüssigkeit auf Leim und fJiweiss, während Stärke von derselben absolut nicht augegrift'en wird: das speeif Gewicht nahm im höchsten Grade bei der Verdauung mit Lein> zu, dann folgte der Faserstoö; Weizen, Erl)sen und Fleisch, während das speeif. Gewicht des auf Stärke einwirkenden Magensaftes ganz unverändert blieb. Bei einem zweiten Versuche, bei welchem das speeif. Gewicht der Verdauungs- flüssigkeit ebenfalls ]-008 betrug, das bei der Einwirkung auf Faserstoft' auf 1'014 und bei Leim auf r022 stieg, bereitete ich aus den Resten des Vormagens, welche nach dem einmaligen Bereiten der Verdauungsflüssigkeit übrigblieben, einen zweiten ^Lagensaft. Das speciflsche Gewicht dieses letzteren betrug FnOHC) und erreichte nach 24-stündiger Einwirkung auf Faserstoß' die Höhe von I'OIOS. auf Leim von DO 11. Ich erhielt also aus der Drüsensubstanz auch zum zweitenmale einen Eiweiss und Leim gut verdauenden Magensaft; es unterliegt di-mnach keinen Zweifel, dass das Secret der Vormagendrüsen direct die gefundenen Wirkungen hat. Dies bestättigen auch Versuche mit Vormagensaft, den ich einer Gans entnahm, die 5 Tage gehun- gert und dann mit Pilocarpin vergiftet worden war: auch dieser löste Fibrin und Leim. Mi'rkwürdigcn- Weise fand ich noch, dass das Secret des Vormagens der Gänse auch Milch eerinnen macht. Milch die ich der Einwirkung durch Natronlauge](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21216319_0011.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)