Die Transfusion des Blutes : eine historische, kritische und physiologische Studie / von Franz Gesellius.
- Gesellius, Franz.
- Date:
- 1873
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Credit: Die Transfusion des Blutes : eine historische, kritische und physiologische Studie / von Franz Gesellius. Source: Wellcome Collection.
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![^<mens ganz irrelevant zu sein, ob wir ganzes oder defibrinirtes Blut «einspritzen; das eingespritzte venöse wird nie durch die Lunge «zu den Nervencentra gelangen, bevor die Lunge nicht, durch das «artei'ielle Blut angeregt, das eingespritzte Blut in arterielles ver- «wandelt hat; In Bezug auf den mindern Kohlensäure- und grössern «Sauerstoffgehalt hat daher, glaube ich, das defibrinirte ]31ut keine «besondern Vorzüge vor dem venösen. Die Schädlichkeit des Koh- «lensäuregehaltes des letztern zeigt sich, wie aus den Versuchen «Bischoß's und Brozvn-Seqiiard''s. hervorgeht, nur in Bezug auf ver- «schiedenartige Thiere, in Bezug auf Thiere derselben Art hat «künstlich mit Kohlensäure geschwängertes Blut einen giftigen Ein- «fluss, natürliches venöses Blut nur dann, wenn es (was jedenfalls «zu vermeiden ist) schnell eingespritzt und den Lungen keine Zeit «gelassen wird, dasselbe zu verarbeiten. Uebrigens habe ich in zwei «Belebungsversuchen durch Transfusion ganzen venösen Blutes ab- «sichtlich sehr schnell, mit grosser Kraft das venöse, schwarze Blut «eingespritzt, während das Athmen des Thieres nur noch schwach «angeregt war, und habe dabei keine schädliche Einwirkung be- «merkt, die Thiere wurden nicht einmal dyspnoetisch. «Alles dieses scheint mir zu beweisen, dass in Bezug auf den «künstlich verminderten Kohlensäure- und grössern Sauerstoffgehalt «das defibrinirte Blut keine wesentlichen Vorzüge vor dem venösen «in toto darbietet.» Li Betreff der Gefahr der Coagulation bei der Transfusion ganzen Blutes und besonders der Gefahr der Thrombuse bemerkt Rmitenbcrg (L. c), «dass dieselbe, wie die Erfahrung und Praxis «lehren, bei weitem überschätzt würde, denn i) lässt sich meistens «die Transfusion in kürzerer Zeit ausführen, als die Gerinnung ein- «tritt, und 2) können, wenn wirklich Gerinnung des Blutes im Ap- «parate eintritt, Gerinnsel von genügender Grösse, um gefährliche «Erscheihungen der Embolie hervorzurufen, unmöglich durch die «Oeffnung der Canüle in den Kreislauf gelangen, sondern müssen «die Canüle verstopfen.» Mittler (L. c.) verwirft nun ganz entschieden das Defibriniren. Derselbe 'kam nach einer Menge von Transfusionsversuchen an Thieren zu dem Schlüsse, dass zwischen Thieren gleicher Gattung nahezu die ganze Blutmenge in toto unschädlich ausge- tauscht Averden kann, bei der Lifusion defibrinirteri Blutes aber ist ihm ein Austausch in so crrossem Umfancre und mit so eutem Er-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21054228_0018.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)