Das protoplasma der rhizopoden und der pflanzenzellen : ein beitrag zur theorie der zelle / von Max Schultze.
- Schultze, Max Johann Sigismund, 1825-1874.
- Date:
- 1863
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Credit: Das protoplasma der rhizopoden und der pflanzenzellen : ein beitrag zur theorie der zelle / von Max Schultze. Source: Wellcome Collection.
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![- i I i 1 'I sind die Beobachtungen über die Aufnahme von Cannin- und Stärke- mehlkörnern in die Pseudopodien. 4) Die Consistenz der Pseudopodiensubstanz variirt bei ver- schiedenen Species der Ehizopoden ziemlich bedeutend. Als Ex- treme können die beiden Gromien, Gromia oviformis und Dujar- dinii gelten. Sie variirt aber auch in verschiedenen Tiefen einer und derselben Pseudopodie. Ob bei den Polythalamien eine DilFeren- zirung der Fäden in hyaline Einde und körnchenhaltiges Innere vor- komme, wie bei den Amoeben ist durchaus zweifelhaft, sehen lässt sich nichts davon. Dagegen zeigt sich bei Actinophrys Eich- hornii deutlich eine Differenzirung der Pseudopodien in hyaline Axe und körnerhaltige Einde. Mittelst letzterer als der wei- cheren, zerfliesslicheren Substanz findet auch ein Zusammenfliessen der Pseudopodien statt, welches sich nicht auf die hyaline Axe er- streckt. Bei manchen Eadiolarien des Meeres scheint etwas Aehn- liches vorzukommen. 5) In der Leibessubstanz der Actin ophrys Ei chhornii und zwar an der Peripherie der dunkleren Markmasse finden sich ganz constant in regelmässigen Entfernungen viele zellenartige Körper- chen mit meist mehrfachen kleinen Kernen. 6) Die Wärmestarre [Kühne] als todtbringende Gerinnung tritt bei Actinophrys, bei Amoeba, Diffiugia und bei den Polythalamien bei 42 — 43 ®C ein. Anguillulinen, Eäderthiere, Naiden, Tur- bellarien, Ostracoden ertragen meist noch 44 C. 7) Die Schläge des Inductionsapparates üben eine andere Wir- kung auf die Körnchenbewegung der Pseudopodien der Polythala- mien nicht aus als solche Agentien, welche eine Eetraction und end- lich eine Auflösung derselben herbeiführen, 8) Die Bewegungen des Protoplasma der Pflanzenzellen gleichen denen der Pseudopodien der Polythalamien so sehr, dass, wenn die Anordnung des Protoplasma der Art ist, wie z. B. in den Zellen der Staubfadenhaare von Tradescantia, kein Unterschied zwischen beiden Arten der Bewegung aufzufinden ist. 9) Auch der Einfluss chemischer Eeagentien, der Wärme und der Elektricität auf die Protoplasmafäden der Pflanzenzellen ist der- selbe, wie auf die Pseudopodien der Polythalamien. Nur in Betreff des höchsten Temperaturgrades, bei welchem sich die Bewegungen noch erhalten, ist der Unterschied anzuführen, dass die Grenze bei Schultze, Protoplaema d. ßhizopoden. 5](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22470505_0071.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)