Parasitologische Untersuchungen bezüglich auf die pflanzlichen Organismen bei Masern, Hungertyphus, Darmtyphus, Blattern, Kuhpocken, Schafpocken, Cholera nostras, etc. / von Ernst Hallier.
- Date:
- 1868
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Credit: Parasitologische Untersuchungen bezüglich auf die pflanzlichen Organismen bei Masern, Hungertyphus, Darmtyphus, Blattern, Kuhpocken, Schafpocken, Cholera nostras, etc. / von Ernst Hallier. Source: Wellcome Collection.
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![färbt. Noch am 3ten Tage fanden sich Pflanzenhaare, Steinzellen, Bruch- stücke von Pflanzenoberhäuten etc. vor. Spuren von Stärke waren durch lod nachweisbar, diese hatte also zu ihrem Wege durch den Verdauungs- canal des Affen drei Tage gebraucht, während der Affe vollkommen ge- simd erschien. Erst am 4ten Tage nach der ersten Fütterung fand ich in den Fäces in grosser Menge Sporen von Rhizopus (Taf. II. Fig. 15, a—c). Diesel- ben hatten zum Theil (Taf. II. Fig. 15, b] ihren körnigen Inhalt verloren, zxim Theil war das Epispor aufgerissen und leer. Ausser den Sporen traten zahlreiche Conidien (Taf. II. Fig. 15, d, e) auf, wie sie gewöhnlich im Innern breiartiger Substanzen an Keimfäden des Rhizopus entstehen. An diesen Hess sich die allmählige Auflösung des anfangs einfachen Kerns inMicrococcus durch fortgesetzte Zweitheilung (Taf. II. Fig. 15, d,e) in allen Stufen verfolgen. Ausserdem traten torulaartige Ketten lanzett- licher Pilzzellen auf. Durch lod gebläute Stärke war massenhaft vorhan- den. Die Gliederketten, Conidien und Sporen färbten sich durch Chlor- zinkjod burgunderroth bis violett, wie es die Figur 15 andeutet. Der Geruch der Affenfäces war während dieser Fütterung dem der mensch- lichen sehr ähnlich. Eine zweite Fütterungsreihe, mit demselben Affen nach einer Pause vorgenommen, wobei in den Kuchen an die Stelle von Rhizopus die Spo- ren von Tilletia caries Tul. traten, ergaben ein ganz analoges Resultat. Man konnte am 3ten Tage nach der ersten Fütterung die ganze Ent- wickelung des Micrococcus durch fortgesetzte Zweitheilung des Kerns der Sporen und Conidien verfolgen, wie ich Tafel II. Fig. 19, a—d einige Beispiele dafür gegeben habe, welche im Vergleich mit meiner Entwicke- lungsgeschichte des Micrococcus bei Tilletia caries Tul. von selbst ver- ständlich sein werden'). Auffallend war mir, dass während der Fütterung mit Tilleiia-SipOTen die Affen-Excremente eine grauliche (nicht braungelbe) Farbe, schmie- rige, fadenziehende Consistenz und einen käseartigen Geruch annahmen. Mit dem Kuchen erster Form (mit Rhizopus] wurde auch ein Mensch gefüttert. Derselbe zeigte schon nach 16 Stunden die Sporen des Pilzes im Stuhl und Micrococcus-B&Wen, welche (Fig. 16, a—c] sich allmählig in Ballen von Arthrococcus verwandelten. Das Individuum litt vor der Fütterung an Verstopfung. In Folge des Reibens der Kuchen zu den ersten Fütterungen litt ich an Durchfällen, während welcher J/?W-ocofCM5-Bildungen in meinem Stuhl, wie ich sie Taf II. Fig. 12, h-d andeutete, massenhaft auftraten. 1) Vgl. Landwirthschaftliche Versuchsstationen ed. Prof. Fr. NOBBE. Bd. 9. Taf. I. Figg. 1—19. Phytopathologie. Taf. HL Figg. 40-55.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21959158_0074.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)