Parasitologische Untersuchungen bezüglich auf die pflanzlichen Organismen bei Masern, Hungertyphus, Darmtyphus, Blattern, Kuhpocken, Schafpocken, Cholera nostras, etc. / von Ernst Hallier.
- Date:
- 1868
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Credit: Parasitologische Untersuchungen bezüglich auf die pflanzlichen Organismen bei Masern, Hungertyphus, Darmtyphus, Blattern, Kuhpocken, Schafpocken, Cholera nostras, etc. / von Ernst Hallier. Source: Wellcome Collection.
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![IX. Hefcbilduiigeii im Dariiiiiilialt und auf dcu Sclilcinihäuten. Am 13. Mai 1867 untersuchte ich in Berlin die pflanzlichen Vor- kommnisse in den Excrementen eines Affen [Cercopithems), welchen Herr Geheimer Medicinalrath Griesinger mir mit freundlichster Bereitwillig- keit zur Vei-fugung stellte. Es fanden sich ausser den gewöhnlichen Vor- kommnissen, vegetabilischen Resten, Pflanzenhaaren, Gefässzellen, Epi- thelialzellen u. s. w. grosse Mengen von Micrococcus (Taf. II, Fig. 10), welche, wie ich durch zahlreiche Untersuchungen feststellte, auch im menschhchen Darminhalt niemals fehlen und die faulige Zersetzung der Fäcalstoffe einleiten, ja bei allen Verdauungsvorgängen eine wesentliche Rolle spielen. In den Affenstühlen hing der Micrococcus oft noch in Bal- len zusammen (Taf. II. Fig. 10, d), d. h. die Mutterzellenwand war noch nicht oder kaum aufgelöst. Auch zarte Keimfäden (Taf. II. Fig. 10, a] fanden sich hie und da, ziemlich häufig Sporen eines Mucor (Taf. II. Fig. 10, c), weit seltener Glieder von einer anaerophytischen Pilzform (Taf II. Fig. 10, b), d. h. von einem Brandpilz. Ganz vereinzelt kamen Sporen und Zellen verschiedener Brand- und Rostpilze vor. Nie fand ich die Sporen gekeimt, wie das auch im menschlichen Darminhalt nur bei krankhaften Zuständen vorkommt. Der Micrococcus zeigte zum gros- sen Theil schwännende Bewegungen, zum Theil befand er sich im Zu- stand der Ruhe und der Abschnürung neuer GHeder, die oft zu Myco- thriz Kettchen verbunden bleiben, ein auch im menschlichen Darminhalt ganz normales Vorkommen. Am selben Tage wurde der Affe mit Kuchen gefüttert, welche aus Mehl, Eiern, Zucker und Wusser mit einem Zusatz von Ä/«20jo?<5-Sporen bestanden. Am Uten waren die Speisereste, obgleich der Affe nichts Anderes als jene Kuchen und Milch als Nahrung erhielt, noch die nämlichen, be- sonders traten Pflanzenhaare in Menge auf Von Stärke war keine Spur nachweisbar, es waren also die Mehlkuchen (nach 24 Stunden) noch nicht in den Darm gelangt. Auch die Pilzbildungen zeigten am Morgen noch wenig Verändertes. Am Abend fanden sich die Mycotlirix-Y^QXX^xv (Taf. II. Fig. 11, a) weit massenhafter vor. Der Mid-ococcus war häufig noch von der Mutterzellenwand um- schlossen in verschiedenen Stadien der Ausbildung (Taf II Fig 11 h c] Sporen oder Conidien wie Taf II. Fig. 11, sie andeutet, oft im ersten btadium der Keimung, waren häufig. Diese veränderten auf lodzusatz Ihre Farbe nur wenig. Durch Chlorzinkjod wurden sowohl sie als die Kettenbruchstucke und der Micrococcus blass gi-ünlich - gelbbraun ge- H a 11 i e r, Parasitolog. Unteisuoliungen. 5](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21959158_0073.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)