Parasitologische Untersuchungen bezüglich auf die pflanzlichen Organismen bei Masern, Hungertyphus, Darmtyphus, Blattern, Kuhpocken, Schafpocken, Cholera nostras, etc. / von Ernst Hallier.
- Date:
- 1868
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Credit: Parasitologische Untersuchungen bezüglich auf die pflanzlichen Organismen bei Masern, Hungertyphus, Darmtyphus, Blattern, Kuhpocken, Schafpocken, Cholera nostras, etc. / von Ernst Hallier. Source: Wellcome Collection.
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![Mncor hervor, der ganz den ]3au des Mucor mucedo zeigte, nur war der- selbe etwas kräftiger als in der ersten Cultur. Bald wurde er vom Fem- eillnim unterdrückt. Dritte Cultur. Auf Hühnereiweiss wurde am 3. November 1867 der Inhalt eines Impfröhrcliens aus dem Hamburger Impfinstitut im Cul- turapparat ausgesäet. Der Micrococcus vermehrte sich ungeheuer und versetzte das Eiweiss in heftige Gährung. Es kam daher nur in der ersten Zeit sehr schönes Oidium albicans (Taf. II. Fig. 2) zur Ausbildung, dessen Sporen (o) zu denen des Cladosporium [cl] ausreiften. Die älteren Sporen, oder rich- tiger kurzen, kugehgen Fadenglieder (Taf. II. Fig. 2. u) hatten das An- sehen von ^75^;^■%o-Sporen, welche sofort auswuchsen, wie man sie bei Culturen mit Ustilago leicht erzieht. Die Gährung hemmte die Weiterentwickelung dieses Cladosporium oder irgend einer andern Morph e. Die Cultur wurde aber zu w^eiteren Versuchen mehre Monate, bis über den Februar hinaus, aufgehoben. Für die Entstehung des Cladosporium aus dem Micrococcus habe ich nur noch hinzuzufügen, dass sich die Ausbildung der Sporoiden und deren Keimung (Taf. I. Fig. 5 3 ^1 sehr leicht verfolgen Hess. Merkwürdig und für die Keurtheilung des Ursprunges der Kuhpocken höchst wichtig ist der Umstand, dass das Eiw^eiss sich durch den röthlich braunen Micrococcus schön weinroth färbte, etwas heller als die Sporen der Torida rufescens Fr es. Vierte Cultur. Da ich wusste, dass der Aspergillus einen trocke- nen Pflanzenboden liebt, so säete ich am 15. Januar 1868 Müncheuer Impfflüssigkeit auf einen wie oben angegeben durch übermangansaures Kali und Alkohol desinficirten Kork. Schon am 22sten zeigten sich auf der im Culturapparat befindlichen Korkscheibe prachtvolle typische Exem- plare von Aspergillus glaucus Lk., ^y\Q Taf. II. Fig. 3 ein solches reprä- sentirt. Die Sporenköpfe waren schneeweiss und wurden erst während der folgenden Tage grünlich. Die reifen Sporen zeigten, unter Luft be- trachtet (Taf. II. Fig. 3. Is})), die bekannte stachlige Oberfläche, wogegen die Sporen in Alkohol (Taf. II. Fig. 3. asji] ganz glatt erschienen und deutlich einen grossen glänzenden Kern zeigten. Die Köpfchenträger entspringen senkrecht von den zarten, inhaltslosen Fäden und meist bil- den diese an der Anheftungsstelle einen hufeisenförmigen Fuss (Taf. IL Fig. 3. sl. Die Tragfäden sind hie und da septirt, aber erst an den feineren dünnen Verlängerungen, meist ziemlich fem vom Pinselträger. Dieser steht mit einem Theil des Fadens ofi'en in Verbindung. Corda muss ■daher, da er den Träger als mehrfach septirt abbildet, eine ganz andere Pflanze vor sich gehabt haben. Am 6. Februar zeigten sich auf dem](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21959158_0035.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)