Parasitologische Untersuchungen bezüglich auf die pflanzlichen Organismen bei Masern, Hungertyphus, Darmtyphus, Blattern, Kuhpocken, Schafpocken, Cholera nostras, etc. / von Ernst Hallier.
- Date:
- 1868
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Credit: Parasitologische Untersuchungen bezüglich auf die pflanzlichen Organismen bei Masern, Hungertyphus, Darmtyphus, Blattern, Kuhpocken, Schafpocken, Cholera nostras, etc. / von Ernst Hallier. Source: Wellcome Collection.
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![liebt. Dieser Kork war hier wie in allen ähnlichen Fällen folgendennas- sen zubereitet: Er wurde eine halbe Stunde in einer Lösung von über- mangansaurem Kali, darauf eine eben so lange Zeit in Alkohol unterge- taucht, darauf in den Culturapparat gebracht. Nach etwa 14 Tagen zeigte sich auf dem Kork eine zarte Schimraelbildung, welche sich unter der Lupe als ein winziger Mucor herausstellte, den kleinsten, welchen ich je gesehen. Mit blossem Auge ist er meist gar nicht deutlich wahr- nehmbar. Er erscheint unter einer scharfen Lupe wie Fig. 46 auf Taf 1. Die Kapselträger sind meist dichotomisch, seltener einfach. Dem Mucor geht ein Oidium vorher, welches sich von Torula rufes- cens Fr es. i) wenig oder gar nicht unterscheiden lässt. Auf die Identität oder Verschiedenheit beider komme ich später zurück und will hier nur bemerken, dass ich bei meinen früheren genauen Untersuchungen der Torula auf die beständige Vergesellschaftung dieses Pilzes mit Aspergil- lus aufmerksam geworden war^j. Auch erklärte ich schon damals die Torula für ein Oidium 3). Das dem Mucor zugehörige Oidium zeigt an- fangs kleine rundliche blass rothbraune Cotiidien, genau wie die von Torula rufescens; später werden dieselben grösser [Macroconidien], treten nun sowohl interstitiell als endständig auf (Taf. I. Figg. 47. 48, Taf. IL Fig. 1). Ich vermag diese interstitiellen Conidien der iJfwcores, welche meines Wissens zuerst von Bail näher beachtet worden sind, durchaus nicht von den endständigen Macroconidien zu unterscheiden, welche den Uebergang der ^crosjoore«-Generation [Penicillium, Aspergillus, Botry- tis) in die Thecasporen-Genemiio-a. [Mucor racemosus, Mucor mucedo, Rhizopus) vermitteln. In allen drei Fällen geht aus der Keimung sowohl der interstitiellen als der endständigen Macroconidien die Thecasporen- Pflanze hervor. Bail beobachtete die interstitiellen Macroconidien, die er Goni- dien^) nennt, währexid Andere sie als Gemmen bezeichnen, bei Mucor racemostts Fres. Bei Rhizopus sind sie aber nicht minder häufig, nur meist im Substrat eingebettet. Bei unserem Mucor zeigen die auf dem Kork an sehr dünnen scheidewandlosen Fäden einzeln oder in Ketten ausgebildeten Macroconidien noch eine höchst merkwürdige Eigenthüm- lichkeit. Der sie tragende Faden nämlich besitzt die Eigenschaft eines Plasmodiums, mit anderen seines Gleichen zu verschmelzen. Er ist sehr 1) G. Fresenius, Beiträge zur Mykologie. Frankfurt a/M. 1S50—1863 p. 66. Taf. 11. Figg. 11—17. Vergl. auch Botanische Zeitung 1866. No. 50, 2) Vgl. E. Hallier, Mykologische Studien 2. Zur Entwickelungsgeschichte Sclerotien, Botanische Zeitung 1866. No. 20. p. 154. 3) A. a. O. p. 153. 4) Auch von H. Zabel sind sie so benannt -worden.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21959158_0032.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)