Parasitologische Untersuchungen bezüglich auf die pflanzlichen Organismen bei Masern, Hungertyphus, Darmtyphus, Blattern, Kuhpocken, Schafpocken, Cholera nostras, etc. / von Ernst Hallier.
- Date:
- 1868
Licence: Public Domain Mark
Credit: Parasitologische Untersuchungen bezüglich auf die pflanzlichen Organismen bei Masern, Hungertyphus, Darmtyphus, Blattern, Kuhpocken, Schafpocken, Cholera nostras, etc. / von Ernst Hallier. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
25/96 (page 19)
![im Innern stickstoffreicher breiartiger Medien Macroconidien und Macro- sporen [Tilletia] hervor, die ersten bei mehr nassem Boden, sofort keim- fähig und Rhizopiis erzeugend, die anderen Dauersporen darstellend, aus denen nach längerer Kuhe Rhizopus hervorgeht. Auf der Oberfläche des Breies bildet sich aus der Cladosporium-Form die Monilia-Botrytis. Wir erhalten also folgenden Parallelismus: 1) Acrosporen, 2) Thecasporen, 3) Anaerophytische Generation, Penicillium Mucor race- Tilletia caries crustaceim Fr., mosus Fres., Ttil., Botrytis. Rhizopus. Tilletia [lolii Tul.). 4) Geschlechtsgeneration, 5) Arthrosporen ixnd Schizosporangien, Achlya, Cladosporium und Cysten, Fungus ascophorus. Cladosporium-Sporidesmium. Ob sich für Penicillium der Parallelismus noch weiter durchführen lässt, ob namentlich die auf dem Reis bei hoher Temperatur ausgebildeten Cysten, w^elche in feuchter Luft zum Cladosporium auskeimen, einer tro- pischen Pleospora angehören mag, das muss Nachforschungen auf den Reisfeldern Indiens überlassen bleiben. Für das nähere Studium der hier beschriebenen Pilze empfehle ich noch die Abbildungen von Rhizopus bei De Bary i) und Hoffmann 2). Hier hielt ich es für genügend, in der Eigur 28 ein Bild bei schwacher Vergrösserung zu geben. Das Penicillium-Bot7'ytis zeigt Fig. 29 schwach vergrössert, Fig. 30 stärker vergrössert, Fig. 36 normal. Sehr störend wird bei länger fortgesetzten Culturen von Rhizopus das sich einschlei- chende Penicillium crustaceum Fr., welches die Hyphen des Rhizojnis spinnewebig überzieht (Fig. 37), an denselben zur Fructification gelangt (Fig. 38) und zuletzt den Rhizopus völlig unterdrückt. Ueberhaupt lässt Peiiicilliimi crustaceum Fr., wenn es sich früher als andere Schimmel- pilze auf einem ihm zusagenden Boden einfindet, nicht leicht irgend eine andere Pilzvegetatiou aufkommen. Noch muss ich für die Morphologie von Rhizopus auf einen in meh- ren mycologischen Schriften verbreiteten Irrthum aufmerksam machen, als ob nämlich die Fruchthyphen dieses Pilzes meist einfach wären und nur selten verästelt. Es verhält sich gerade umgekehrt. Nur an schwäch- lichen Exemplaren sind die Sporangienträger einfach, bei kräftiger Er- nährung stets in 2—6 Aeste gespalten, deren jeder eine Sporenkapscl trägt. Um das zu beobachten, braucht man nur Schafpockenlymphe oder Sporen vom Rhizopus auf eine sorgfältig geschälte Apfelscheibe zu 1) Beitr. zur Morph, u. Phys. d. Pilze. Frankf. 1S66. 2) Icones analyticae fungorum. Giessen 1865. IV. 2*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21959158_0027.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)