Ueber die Entwickelung der Knochensubstanz nebst Bemerkungen über den Bau rachitischer Knochen / von Prof. Heinrich Müller.
- Müller, Heinrich, 1820-1864.
- Date:
- 1858
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Credit: Ueber die Entwickelung der Knochensubstanz nebst Bemerkungen über den Bau rachitischer Knochen / von Prof. Heinrich Müller. Source: Wellcome Collection.
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![Es soll nun zuerst d;is intracnrtilaginöse Knochenwachslhum l>ei Menschen und Siiui^elliieren, dann bei anderen Wirbellliieren betrachtet und hieran eine Aufzählung früherer bezüglicher Angaben gereiht werden. Hierauf folat das erste Auftreten der Knochensubstanz in kurzen Knochen und Epiphysen, sodann an Röhrenknochen und Rippen. Dann kommen Ueobachtungen Uber den Rau raciiitischer Knochen, endlich einige allge- meine Remeikungen. Iiitraiarlilaginösos KnocheoMachsthum bei leiisfhen iiinl Säiigethieren. Anordnung der Knorpelzellen. Verkalkung der Grundsubslanz. Eröffnung der Höhlen. Bildung der ächten Knochensubstanz, l'seudomorphose durch Ausfüllung früherer Höhlen. Stoffwechsel im jungen Knochen. Ursprung der Knochenzellen. Knorpelkanäle. Ich will zuerst auf die Verhältnisse an dem Ossificalionsrand wach- sender Knochen, besonders Rohrenknochen eingehen, weil sie der Üblichen Ansicht von der Umwandlung des Knorpels in Knochen stets vorzugsweise zu Grunde gelegt worden sind. Zum Studium derselben empfehlen sich Knochen, welche durch Säuren ihres Kalks beraubt wor- den sind und zwar erhält man besondeis durch Chromsäure (mit oder ohne Salzsäure) sehr ausgezeichnete Präparate, welche einen klaren Ueberblick über die Stellen gewähren, wo sonst die von der Kalka])Iage- rung bedingte RrUchigkeit und Dunkelheit die Einsicht so sehr erschwert. Diese Präparate gewähren dieselbe Erleichterung wie rachitische Knochen, ohne die eigenthümlichen, später zu berührenden Schwierigkeiten dai'zu- bieten. Es zeigt sich auch hier wieder, dass für schwierige und zweifel- hafte Punkte die Auffindung einer geeigneten Präparationsraelhode von entscheidendem Werth ist und leichter zum Ziel führt, als die sorgfältigste Untersuchung ohne solche methodische Präparation. Glycerin macht die Schnitte sehr schön durchsichtig, welche zugleich auf diese Weise sich sehr leicht conserviren lassen. Von den Veränderungen im ossificirenden Knorpel ist zuerst zu er- wähnen die Anordnung der Zellen zu eigenthümlichen Gruppen. An den MiltelstUcken der Röhrenknochen bilden dieselben bekanntlich bei Menschen und Säugethieren lange Reihen oder Säulen, wobei sie anfänglich in die Quere verlängert sind, später zu mehr rundlichen RIasen anwachsen. An den Epiphysen sind diese Reihen weniger entwickelt oder es bilden die Zellen rundliche Gruppen und an man- chen Stellen , wie am Gelenkkopf des Unterkiefers beim Neugebornen und beim Kalb, liegen die Zellen ziemlich gicichmässig in der Grund- substanz , wie dies bei Vögeln auch an dem Knorpel der Diaphysen der Fall ist. Jene Reihen kann ich mit Bruch und Reichert nicht als ebenso viele Multerzellen ansehen. Dieselben scheinen auch mir in der Regel vielmehr durch eine eigenthümliche Verschiebung der Zellen zu](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21478879_0014.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)