Anatomie des Zentralnervensystems : Sechster Bericht enthaltend die Leistungen und Forschungsergebnisse in den Jahren 1911 und 1912 / von L. Edinger und A. Wallenberg.
- Edinger, Ludwig, 1855-1918.
- Date:
- 1913
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Credit: Anatomie des Zentralnervensystems : Sechster Bericht enthaltend die Leistungen und Forschungsergebnisse in den Jahren 1911 und 1912 / von L. Edinger und A. Wallenberg. Source: Wellcome Collection.
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![pherie des Ganglions, um so weniger, je längere Zeit zwischen Exstirpation und Überpflanzung vergangen war; bei diesen überlebenden Zellen konnten niannlg- facbe Form Veränderungen, Fortsatzbildungen, Kern- wanderungen, Modifikationen des Fibrillennetzes be- obachtet werden, dessen Beschreibung im Original ein- gesehen werden muß. „Gefensterto Zellen sah er nicht, wohl aber Vakuolen und vor allem sehr reich ver- zweigte Plexusbildungen besonders periglomeruläre und pericelluläre, an denen sieh auch Fasern aus Nachbar- zellen beteiligen. A. bestätigt auch das Vorkommen „kollateraler Regeneration vonNageotte, lieben der „terminalen. Die so entstandenen Plexus dienen wahr- scheinlich nicht den Zwecken der Ernährung, sondern der Verbindung zwischen den Neuronen derselben Art. 138. Agosti, F., Le forme oellulari atipiche nei gangii spinali trapiantati. Eicerche sper. Boll. Parma S. 2. Bd. 4. H. 5. S. 115. 1911. A. hat in das subcutane Zellgewebe des Kaninchen- obres Spinalganglien implantiert, die er einem anderen Tier weggenommen hat. Sie leben unter diesen ver- änderten funktionellen Ernährungsverhältnissen nicht lange, höchstens 1 Monat und werden allmählich vom proliferierten Bindegewebe erdrückt. Während dieser Zeit zeigen sie Reaktionsveränderungen, die denjenigen ganz ähnlich sind, welche nach Wurzeldurchschneidung auftreten. Auffallend ist der Reichtum an den Fort- sätzen, von denen A. 2 unterscheidet: voluminöse mit dendritischer Aufzweigung und feine, die keulenförmig enden. Die pericellulären Netze sind reicher als im normalen Zustand. Er schlägt hier vor, die Einteilung von Nageotte zu akzeptieren, welcher unterscheidet periglomeruläre, periceUuIäro und Residualaufzwei- gungen. A. studiert dann noch genauer die Art wie das Bindegewebe sich an Stelle des Nervengewebes setzt. 139. Marinesco, G., et J. Minea, Metamorphoses, reactions et autolyse des cellules nerveuses. Compt. rend. de la Soo. de Biel. Bd. 70. S. 284. 1911. Ref. Zeitschr. f. d. ges. Neur. u. Psych. Eefer. u. Ergebn. Bd. 3. H. 6. S. 527. 1911. Progressive Veränderungen der Ganglienzellen noch bei 7 Stunden nach der Exstirpation verpflanzten Spinal- ganglien. d) Zellenstruktur, Fibrillen, Netze, Verbindungen. 140. Retzius, Zur Frage von der Struktur des Protoplasmas der Nervenzellen. Biol. Untersuch. N. F. Bd. 16. 1911. In den Nervenzellen ist ein die Neurofibrillen, Nissl- schoUen und übrigen höher differenzierten Bildungen umschließendes Protoplasma vorhanden, welches aus einer hellen scheinbar unstrukturierten Grundsubstanz, einem Paramitom im Sinne Flemmings, und aus in diese Substanz eingebetteten, feinen, in monihformer Anordnung Körnchen enthaltenden, meist gewundenen, hier und da verästelten, aber nicht netzförmig zu- sammenhängenden Fäserchen, einem Mitoni im Sinne Flemmings, besteht. Schaumige, wabige resp. reti- kuläre Strukturen sind im Plasma nicht vorhanden. Auch in den Achsenzylindern sind solche ziemlich parallel verlaufende Mitomfäserchen vorhanden. Die Befunde von R. stimmen also mit den Beobachtungen von Nageotte vollkommen überein. 141. Mühl mann, M., Studien über den Bau und das Wachstum der Nervenzellen. 1 Taf. Arch. f. mikr. Anat. Bd. 77. H. 3. S. 194. 1911. 142. Mühlmann, M., Mikrochemische Unter- suchungen an der wachsenden Nervenzelle. (2. Mitteil.) 1 Taf. Arch. f. mikr. Anat. Bd. 79. S. 175. 1912. 143. Weigl, Rudolf, Studyanad aparatam Qolgi- Kopscha i trofospongiami Holmgrena w komorkach nerwowych Kregoweow. 2 Taf. Arch. Naukowe, Dz. 2. Bd. 1. 1910. Zesz 6. S. 1. (Polnisch.) 144. Weigl, R., Zur Kenntnis des Oolgi-Kopsch- schen Apparats in den Nervenzellen verschiedener Tier- gruppen. Verh. 8. internat. Zool.-Kongr. Graz 1910. Jena 1912. Gustav Fischer. S. 589. W. konstatiert bei Süßwassergastropoden, daß dei- G. -K. Apparat nur aus kurzen, unverzweigten und un- verbundenen Fädchen bestehe, während er sonst ein Netz darstellt. Er hält ihn danach weniger für ein Zellorgan als vielmehr eine Aufspeicherung lebens- wichtiger Substanz. Daneben ließ sich durch Biel- schowski -Färbung ein intrazelluläres Netz darstellen, das peripher in den Achsenzylinder übergeht und weder mit dem ebenfalls vorhandenen Trophospongium — so nennt W. nur das eiugewucherte Hüllgewebe — noch dem G.-K, Apparat etwas zu tun hat. 144a. Kolster, Rud., Om Golgis apparato reti- culare interne. 1 Taf. Finska läkaresällsk. handl. Bd. 54. S. 487. 1912. Darstellung desGolgischen Apparato reticulare mit- tels Golgis Arseniksäuremethode und Ca j als Urannitrat- Methode bei 6 verschiedenen Zellarten, darunter bei Spinalganglienzellen. Die Grundform ist stets ein ring- förmiges Netz. Bedeutung noch unsicher. 145. Besta, C, Ricerche sul reticolo endocellulare degli elementi nervosi e nuovi metodi di dimostrazione. Riv. di PatoL nerv, e ment. Bd. 16. H. 6. 1911. 146. Kato, H., Über die sog. fle?cZschen End- füße. Neurologia Bd. 8. H. 13. 1911. [Dem Ref. nicht zugänglich.] Ref. Fol. neurobiol. Bd. 6. S. 326. 1912. e) Ch-anula, Kanälclien, Pigment, Kern, Zentro- somen, Kristalle, Zellenkapsel. 147. Erhard, H., Studien über Nervenzellen. I. Allgemeine Größenverhältnisse, Kern, Plasma, und Glia. Nebst einem Anhang: Das Glykogen im Nerven- system. 4 Taf., 3 Textfig. Arch. f. Zellforsch. Bd. 8. H. 4. S. 442. 1912. Objekte der Untersuchung waren Piscicola geo- metra, Rirudo medicinalis, Helix pomatia, (insbeson- dere) Aplysia punctata, Anodonta, Sepia officinalis, Rana esculenta, Triton alpestrisLepus cuniculus. Die Größen verhältnisse sind sehr schwankend, entschieden die größten Ganglienzellen finden sich bei Gastropoden {Aplysia bis 500^). Winter- und Sommertiere weisen keine Größenunterschiede auf. Die Kerngröße richtet sich nach der Zelle, starke Tigroidansammlung läßt den Kern sich verkleinern. Die Nukleolen (stets kugelförmig und chromatisch) sind in das Liningerüst eingebettet und geben durch Knospung den Chromiolen Entstehung. Ausgewachsene normale Ganglienzellen haben die Fähig- keit der Teilung und Vermehrung verloren. Der Kern dient dem biochemischen Gleichgewicht der Zelle. Zentro- somenartige Bildungen sind durchaus nicht immer nach- weisbar und häufig (besonders die Strahlung) als Kunst- produkte anzusehen. Nissl-Substanz findet sich nicht bei den Schnecken. Direkte Einwirkung des Tigroids auf die Zellfunktion ist nicht bewiesen, ein Zusammen- hang aber höchst wahrscheinlich. Vakuolen sind viel- leicht nur Kunstprodukte. Ein Eindringen von Glia zum Zwecke der Ernährung ist unwahrscheinlich. Bei Wirbel- tieren gehört ein Voi'kommen von Glykogen im Nerven- system, speziell den Ganglienzellen zu den allergrößten Seltenheiten. Bei der Weinbergschnecke bildet sich reichlich Glykogen aus Fett im Nervensystem. Sehr ausführliche gewissenhafte Arbeit. 149. Rachmanow, A., Zur Kenntnis der im Nervensystem physiologisch vorkommenden Lipoide. Zieglers Beitr. z. pathol. Anat. u. z. allg. Pathol. Bd. 53. S. 353. 1912. Außer den Markscheiden enthalten auch die übrigen Teile des peripheren und zentralen Nervensystems nor- malerweise sichtbare Lipoide. Von diesen sind nur kleine, in der Umgebung der Gefäßwände liegende, zum größten Teil intrazelluläre Tropfen anisotrop. Sie zeigen alle Reaktionen der Gholesterinester. Alle anderen Lipoide](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21296546_0022.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)