Anatomie des Zentralnervensystems : Sechster Bericht enthaltend die Leistungen und Forschungsergebnisse in den Jahren 1911 und 1912 / von L. Edinger und A. Wallenberg.
- Edinger, Ludwig, 1855-1918.
- Date:
- 1913
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Credit: Anatomie des Zentralnervensystems : Sechster Bericht enthaltend die Leistungen und Forschungsergebnisse in den Jahren 1911 und 1912 / von L. Edinger und A. Wallenberg. Source: Wellcome Collection.
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![(Pelobates fuscus Wayl.). Proc. f. internat. Zool.-Kongr. Boston 1907. S. 225. 1912. [Dem Eef. nicM zugänglich.] 110. Müller, Erit, Untersuchungen über die Anatomie u. Entwicklung des peripheren Nervensystems bei den Selachiern. 9 Tat. Arch. f. mikr. Anat. Bd. 81. Abt. 1. S. 325. 1913. Auf Grund von eingehenden Studien an Biel- s c h 0 w s k y - Präparaten kommt M. zu der von seiner früheren abweichenden Ansicht, daß die peripheren Nerven der Selachier primär durch freies Auswachsen aus den Neuroblasten (His) entstehen, sekundär mit den Myotomen und den mit diesen zusammenhängenden Mesenchymzellen in Verbindung treten. Ob sie aktiv in die Zellen eindringen oder passiv von diesen um- hüllt werden, ist fraglich. Diese sekundäre Verbindung mit den Myotomen bleibt bis zur Ausbildung der Nerven- endapparate an den Muskelfasern, sie schafft den Nerven eine gewisse Stabihtät im Verhältnis zu den Muskel- anlagen, fixe Punkte, von denen das weitere Auswachsen gesetzmäßig stattfinden kann. Die Angliederung der auswachsenden Nervenfasern an die allmählich sich differenzierenden Muskelanlagen erfolgt in verschie- denen Stufen, von denen jede vorhergehende die Be- dingung für die nächstfolgende ist, also nicht einfach, wie His lehrt, durch freies Auswachsen nach der Muskelfaser hin. Näheres ist im Original einzusehen. 111. Sterzi, Giuseppe. Intorno alle sviluppo del tessuto nervoso nei Selaci. Monitor, zool. Ital. Bd. 22. H. 2. S. 34. 1911. Zelloidin - Serien von Acanthias- und Mustelus- Embryonen lehrten, daß, conform Held, das Zentral- nervensystem der Selachier ebenso wie die anderen embryonalen Gewebe ein Synzytium (Neuro-Synzytium) bildet: karyokinetische Kernvermehrung der Keimzellen, Auswandern der neugebildeten Kerne nach der Peri- pherie, Differenzierung des Neurosynzytiums in Neuro- blasten und Spongioblasten, Abtrennung der um große Kerne angeordneten Neuroblasten von dem übrigen Neurosynzytium, Neurofibrillenbildung, Differenzierung der Spongioblasten um kleine Kerne als hyalines Zyto- plasma vom Rest des Neurosynzytium, Ausbildung der Gliafasern. Die Differenzierung schreitet von der Peri- pherie zum Zentrum vorwärts. Die gleichen Vorgänge spielen sich wahrscheinlich auch bei der Entwicklung des Nervensystems der übrigen Vertebraten ab. 112. N e u m a y e r, L., Die Entwickelung des Zentral- nervensystems der Chelonier und Crocodilier. Die Mor- phogenese des Gehirnes an Medianschnitten untersucht. Mit 7 Abbild. Verh. d. Anat. Gesellsch. a. d. 25. Vers, in Leipzig vom 23.-26. April 1911. Anat. Anz. Bd. 38. Erg.-H. S. 202. 1911. Die Untersuchungen früher Embryonalstadien von Cheloniern und Crocodihern beweisen, daß es keine lineare Schlußnaht gibt, sondern „das orale Ende der Hirnachse in den von Kupffer als Lobus olfactorius impar bezeichneten Hirnteil als den sich zuletzt schließen- den Teil des Hirnnabels zu verlegen ist. 113. Allen, Ezra, The cessation of mitosis in the central nervous System of the albino rat. 22 Fig. Journ. of compar. Neurol. Bd. 22. S. 547. 1912. Bei der weißen Ratte finden sich nach dem 18. Tage keine Mitosen im Rückenmark, während die Differen- zierung der Zellen in der Wand des Zentralkanals noch andauert. Im Zerebellum hören die Kernteilungen zwi- schen dem 20. und 25. Tage nach der Geburt auf, gleichzeitig ist die Zellenwanderung- in die äußere Körnerschicht beendet. Im Großhirn dauert die Mitose bis zum 120. Tage an. Die Zahl der Kernteilungen wächst nach der Geburt zuerst und erreicht ihren Höhepunkt im Rückenmark etwa am 7. Tage, ebenso im Kleinhirn, am 4. Tage im Großhirn. 114. Szily, Aurel von, Über die einleitenden Vorgänge bei der ersten Entstehung der Nervenfasern im Nervus opticus, v. Gräfes Arch. f. Ophthahn. Bd. 81. H. 1. S. 67. 1912. 115. Gage, Susanna Phelps, Changes in the fore-brain of human embryo during the first eight weeks. 3 Fig. Proc. f. internat. Zool.-Kongr. Boston 1907. S. 254. 1912. [Dem Ref. nicht zugänglich.] 116. Paton, Stewart, The reactions of the vertebrate embryo and associated changes in the nervous System. Second paper. 22 Fig. 2 Taf. Journ. of compt. Neur. Bd. 21. H. 4. S. 345. Aug. 15. 1911. Eingehende Studien an Selachier-Embryonen be- wiesen, daß die ersten Bewegungen (Muskelkontraktionen) erheblich früher auftraten als die Neuroblasten sich differenzieren, daß ferner die Verzögerung der Be- wegungen durch Kokainlösungen (toxische Einflüsse) erst nach dem Erscheinen peripherer Neui'oblasten (D 0 h r n), kurz vor Vollendung der Fibrillenentwicklung innerhalb des Reflexbogens, und längere Zeit vor der Gruppierung der Sympathikuszellen eintritt. Dasselbe: Foha neur. biol. Bd. 5. H. 4. S. 305.1911. 117. Spemann, H., Über die Entwicklung um- gedrehter Hirnteile bei Amphibienembryonen. Zool. Jahrb. Supplem. (Festschr. f. Spengel.) Bd. 14. H. 3. S. 1. 1912. 118. Edinger, L., Ein Neugeborener ohne Gehirn und Rückenmark. Ärztl. Verein Frankfurt. 4. Sept. 1911. Trotz völligen Fehlens der Zentralorgane waren Kopf- und Spinalnerven und die Muskeln vorhanden. Die Nerven gingen von den Spinalganglien (subcutan) aus und enthielten nur sensible Fasern. Der Fall ist 1913 von Modena in der Deutschen Zeitschr. f. Ner- venheilk. näher beschrieben und abgebildet. 119. Masuda, Hirnmißbildungen von menschlichen Foeten nebst Bemerkungen über die Genese der Gehirn- brücke und der Spaltbildungen an Hirn und Schädel. 2 Taf. Monatsschr. f. Psych, n. Neur. Bd. 30. H. 5. S. 329. 1911. [Zum Ref. nicht geignet.] c) Regenerationsvorgänge an Nervenfasern und Oanglienzellen, Regeneration und Degeneration, (Vergl. auch Kap. Illh.) 120. M 0 d e n a, G., Regeneration des nerfs peri- pheriques. 3 Taf. Arch. ital. de Biol. Bd. 54. 1910. (Ersch. 1911.) Zum Studium der Regenerationsvorgänge nach Kon- tinuitätstrennung des peripheren Nerven wurde vom Verf. zum ersten Male die Methode von Donaggio (2. und 5. Methode) mit kleinen Modifikationen an- gewendet. Die mit dieser Methode gewonnenen Präpa- rate bestätigen im Allgemeinen die mit den Silber- reduktionsmethoden erzielten Resuhate. Es werden dabei sehr deutheh auch die zelligen Elemente gefärbt, was das Studium der Beziehungen der regenerierenden Fasern zu den verschiedenen Elementen des Nerven erleichtert. 121. D 0 m i n i c i, M., Experimenteller Beitrag zum Studium der Regeneration der peripheren Nerven. Berl. Hin. Woch. 1911. 23. Okt. S. 1937. 122. Rossi, Umberto, Per la rigenerazione dei neuroni. Ann. Fac. di Med. Perugia Ser. 4. Bd. 1. H. 1 u. 2. S. 63. 1911. Der Verf. hat die bereits 1908 publizierten Beob- achtungen fortgesetzt. Er studiert die Kugeln, die sich unter bestimmten Umständen aus den Purkin j eschen Zellen bilden, und kommt jetzt zur Vermutung, daß es sich um Regenerationserscheinungen handelt. Er hält es für möglich, daß die zwischen den Zellen liegenden^ von Cajal am Menschengehirn beschriebenen anderen Zellen nur solche Regenerationskugeln seien. 123. Rossi, Ottorino, Sulla rigenerazione del sistema nervoso. 1 Taf. u. Fig. Riv. di Fatol, nerv, e ment. Bd. 16. H. 4. S. 193. 1911. Diskussion mit Ramon y Cajal über die Befunde' an auswachsenden zentralen und peripheren Nerven- fasern. Vorlage von Präparaten. Noch nichts abschließen- des. Für Einzelheiten wird auf das Original verwiesen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21296546_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)