Anatomie des Zentralnervensystems : Sechster Bericht enthaltend die Leistungen und Forschungsergebnisse in den Jahren 1911 und 1912 / von L. Edinger und A. Wallenberg.
- Edinger, Ludwig, 1855-1918.
- Date:
- 1913
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Credit: Anatomie des Zentralnervensystems : Sechster Bericht enthaltend die Leistungen und Forschungsergebnisse in den Jahren 1911 und 1912 / von L. Edinger und A. Wallenberg. Source: Wellcome Collection.
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![liandenen Silberkeimen nieder. Ein Niederschlag an anderen Stellen, welcher dem Schleier der photographi- schen Platte entspricht, muß vermieden werden, aber manchmal entsteht auch aus histochemischen Gründen eine diffuse Färbung. Man kann beide durch Ab- schwächer verbessern oder mit Belichtungsmitteln wie Eisenchlorid. Letzteres hat den Vorteil, daß man seine Wirkung wieder aufheben kann, indem man die Schnitte von neuem entwickelt. Es wird überhaupt dargestellt, wie überentwickelte und unterentwickelte, wie unter- bekeimto Präparate gerettet werden können. Gegenüber der photographischen Platte sind die Verhältnisse viel komplizierter, nicht nur wegen der Diffusionshemmung, sondern weil sie schon bei Schnitten von mm Unter- schiede zwischen Oberfläche und Tiefe darstellen, und nur wegen dieser ungeheuren Kompliziertheit läßt sich die Silberfärbung bisher noch nicht sicher beheri'schen. Auch den Prozeß der Entwicklung verfolgt Liese- gang theoretisch sehr genau. Theoretische Erwägungen haben ihn zu oben erwähntem Zusatz des Schutzkolloids geführt. Es handelt sich um etwas anderes als bei der Trocken Plattenentwicklung, hier muß gelöstes Silbersalz vorhanden sein, dort darf es nicht so sein. Genaue Untersuchungen über das, was in den bekeimten Präpa- raten das Silber anzieht. Untersuchungen der Diffusions- usw. Prozesse. Bemerkungen über Abschwächung und Verstärkung. Experimente über Säure und andere Be- keimungsflüssigkeiten. Einfluß des Äthers und des Alko- hols bei der Einbettung. L. empfieht ganz besonders die Färbung an Schnitten, und er bettet wegen der leicht ein- tretenden Zerreißung der Gewebsstücke in einer Lösung von 20 g Gelatine in 100 g heißem Wasser ein, nachdem er sie etwas vom Formol befreit hat. Nach V4 Stunde Verweilens in der warmen Flüssigkeit läßt man ab- kühlen, schneidet den Block aus der Gelatine und härtet ihn etwas in Formol. Gefrierschnitte. 77. Liesegang, Raphael, Das Verhalten mini- maler Eäume bei einigen Färbungen. Zeitschr. f. wissensch. Mikr. u. f. mikr. Techn. 19U. Bd. 28. S. 257. In Spaltbildungen, die bei einer Leimeinbettung aufgetreten waren, hatte sich Silber bei der nachträg- lichen Bielschowsky-Behandlung niedergeschlagen. Chemische Differenzen können hier nicht in Betracht kommen, L. diskutiert deshalb, in welcher Form Silber- niederschläge in Spalten auftreten. Er weist übrigens ausdrücklich die Annahme zurück, daß die Golgi- Färbung etwa nur auf so rein physikalischem Wege zustande komme. 78. Montanari, Alfrede, Gli aspetti che assu- mono le neurofibriUe a seconda della durata di fissazione del tessuto nervöse in piridina. Zeitschr. f. wissensch. Mikr. u. f. mikr. Techn. Bd. 27. H. 1. 1911. Verfolgt man die Änderungen an den Fibrillen der Ganglienzellen, welche bei Fixierung mit Pyridin ein- treten, so findet man nach 24 Stunden ein schaum- förmiges Trabekelwerk. Am 3. Tage bildet sich ein Fibrillennetzwerk aus, und noch später erst, zwischen 5. und 7. Tage treten die Fibrillen immer besser hervor. Dies alles gilt für die Färbung nach Donaggio. 79. Eamon y Caj al, S., Formula de fijaciön para la demostracion fäcil del aparato reticular de Oolgi y apuntes sobre la disposiciön de dicho aparato en la retina, en los nervios y algunos estados patologicos. 3 Fig. Trabajos del laborat. de investig. biolögic. de la universid. de Madrid Bd. 10. H. 1—3. S. 209. Junio 1912. Zur gleichzeitigen Färbung des GolgischenBinnen- netzes und der Glia bei erwachsenen Tieren bringt C. 2—2,5 mm dicke Stücke 8—24, am besten 9—11 Stun- den in Urannitrat lg, Formol 15g, Aqu. 100g; rasch auswaschen, dann in l,5proz. Arg. nitr.-Lösung (bei kleinsten Stücken 0,75—Iproz.) für 36—48 Stunden; 2mal in Aqu. destill, auswaschen, Reduktion der vor- her auf 1 mm Dicke verkleinerten Stücke in Hydrochinon 2 g, Formol 6g, Aqu. 100g, Natr. sulfuios. anhydr. 0,15— 0,25 (bis zur Strohgelbfärbung des Gemisches, zuviel schadet, der Formolzusatz aber kann verstärkt werden). Ohne Sulfit-Zusatz färbt sich hauptsächlich die Neu- roglia; 1 Stunde in Aliohol 50—100, 96proz. Alkohol, Zelloidin, Origaniun-Essenz, Balsam. Vergoldung und Verstärkung überflüssig. 80. Cajal, S. R., El aparato endocelular de Oolgi, de la celula de Schwann, y algunas observaciones sobre la estructura de los tubos nerviosos II. Trab, del Lab. de invest. biolog. de la Univ. de Madrid Bd. 10. 1912. Das Protoplasma der Schwann'sehen Zellen färbt sich sehr contrastreich bei Fixation in Formalin 15 com, Urannitrat 1 g, Wasser 100 com. Waschen, Imprägnation der grobzerfaserten Nerven in Bielschowskys Ammoniumsilberoxyd (4 Stunden oder länger), Reduktion wie oben, ALkohol, weitere Zerfaserung. (Nach einem Referat von Achücarro.) Zur Darstellung der Spinalganglienzellen legt Ranson (s. Kap. X) frische Stücke für 2 Tage in Alkoh. absol. mit Iproz. konzentrierten Am- moniaks, 1—3 Minuten Ausw^aschen in Aqu. destill., 24 Stunden in Pyridin, Auswaschen in mehrfach gewechselter Aqu. destill., 24 Stunden, 3 Tage im Dunkeln in 2proz. wässerige Lösung von Arg. nitr. bei 35° C, abgespült in Aqu. destilL, 1 Tag in 4proz. Lösung von Acid. pyrogallic. in 5proz. Formalin. Paraffinschnitte von 18;« Dicke. d) Färbung von Markscheiden und Achsenzylinderti. Marchi-Verfahren. Nachweis von Faserdegene- rationen. 81. Ruppricht, Beitrag zur iSpjeZwzeyer-Methode der Markscheidenfärbung und zur Aufklebetechnik von Gefrierschnitten. Zeitschr. f. wissensch. Mikr. Bd. 28. H. 3. Jan. 1912. Die Gefrierschnitte, welche bei der SpieImeyer- sehen Markscheiden-Methode schwor auf den Objekt- träger zu bringen sind, werden mit Pauspapier heraus- genommen, auf dem 2 Teile Kollodium und 1 Teil Rizi- nus aufgestrichen sind. Das Frankfurter neurologische Institut benutzt hierzu Klosettpapier, bei welchem ein solcher Aufstrich gar nicht notwendig ist. 82. Loyez, Marie, Remarques sur Femploi de la methode ä l'Hematoxyline au fer pour la coloration des fibres nerveuses. Revue neur. Bd. 20. Nr. 3. Fevr. 15. 1912. Markscheideufärbungen mit Eisenhämatoxylin an Formolpräparaten können auch nach Einbettung in Pa- raffin hergestellt werden, nur muß man Temperatiu-eii über 54 bei der Einbettung durchaus vermeiden. Die Verfasserin glaubt, daß man das Lithion bei der Häma- toxyhnfärbung weglassen kann. Sie hat hier, wie bei der Eisenbeizung überhaupt, offenbar nicht mit der Sorg- falt, wie Weigert es tat, Präparatvergleiche angestellt. Eisenbeize und Farbstoff ohne Lithion hat schon Weigert verworfen, weil sie in der Hirnrinde nicht so viel zeigen wie sein klassisches Verfahren. 83. Beriel, L., Zur Färbung der Nervenfasern nach Loijex. Lyon med. März 1911. [Dem Ref. nicht zugängl] Ref. Neur. Zentralbl. 1912. S. 1430. (Modifikation der Weigert-Pal sehen Nerven- färbung). 84. Gilbert, W., Über Markscheidenfärbung. Zeitschr. f. wissensch. Mikr. Bd. 28. H. 3. Januar 1912. Anwendung des bereits von Weigert versuchten Eisenhämatoxylin-Lackes. Die Angabe, daß man auch Alkoholstücke damit färben kann, muß auf unzureichen- den Anforderungen beruhen, denn der Alkohol löst einen Teil der Markscheiden. 85. Kappers, Ariens, und 1. Ketjeu, Über Zellfärbung in Weigert-Pal-?vü,^assXBn und eine Methode](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21296546_0016.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)