Anatomie des Zentralnervensystems : Sechster Bericht enthaltend die Leistungen und Forschungsergebnisse in den Jahren 1911 und 1912 / von L. Edinger und A. Wallenberg.
- Edinger, Ludwig, 1855-1918.
- Date:
- 1913
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Credit: Anatomie des Zentralnervensystems : Sechster Bericht enthaltend die Leistungen und Forschungsergebnisse in den Jahren 1911 und 1912 / von L. Edinger und A. Wallenberg. Source: Wellcome Collection.
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![Hirnwand führte zur Verlagerung des Komplexes der Commissura pallialis anterior in die Lamina terminalis. 4. Wie bei den Selachiern haben die JSTuclei olfactorii laterales und mediales eine basale Lage am vorderen Hirnende. 5 Der ganze evertierte dorsale Abschnitt, der eine ganz charak- teristische Struktur aufweist, ist Primordiura hippo- campi. 6. Es empfängt an seinem lateralen Rande und von vorn her den Tract. olf., ferner vom Hypo- tlialamus den Tract. pallii und hat eine weite Kommissur mit dem Primordium liipp. der anderen Seite. 7. Ein typischer Fornix wurde nicht be- obachtet. 8. Das Vorhandensein einer Commissura pallii posterior ist Avahrscheinlich. 9. Wie bei den Selachiern gibt es eine laterale oberflächliche „somatic area, welche Verbindungen mit den sensorischen Zentren im dorsalen Teil des Thala- mus besitzt und einen „projection tract. zum Nucl. ventralis thalami und einen „Tract. taeniae zum Nucl. habenulae sendet. 10. Der „somatic nucleus entsteht durch Auswanderung von Zellen vom dorsalen Eande hinab zur lateralen Ober- fläche und gleicht hierin den somatisch sen- sorischen Kernen im Myelenzephalon. 11. Ein Stria meduUaris-Komplex ist vorhanden, der aber noch weitere Studien erfordert. 12. Das Telen- zephalon der Ganoiden und Teleostier steht am nächsten demjenigen von Scymnus, Heptanchus und Chimaera. Die Hauptabweichungen vom primitiven Selachierhirn liegen in der Vorwärts- und Abwärtsrotation und der Hypertrophie speziell des kaudalen Primordium hippocampi-Abschnittes infolge der stärkeren Ausbildung des „gustatory apparatus. 13. Bei den Selachiern liegt die größte Hervorwölbung des Primordium hippocampi rostral zur Commissura anterior, bei den Ganoiden und Teleostiern ist dieses Zentrum gleichmäßig hinter der vorderen Kommissur, d. Ii. im Telen- cephalon medium entwickelt. 14. Die Vorderhirn- Eversion der Ganoiden und Teleostier ist lediglich ein extremes Beispiel für die Hypertrophie der viszeralen sensorischen Säule. Diese findet sich in wechselnder Ausbildung im Myelenzephalon aller Vertebraten. In beiden Segmenten wird die somatisch sensorische Säule an die laterale Ober- fläche verlagert. 15. Die Anordnung der Kommis- suren im Amphibienhirn erweist eine nähere Be- ziehung zu den Ganoiden, als man ursprünglich vermutete. Sheldon (647) hat eine ausgezeichnete und eingehende Arbeit über die Kerne und Faserzüge im Telencephalon und Diencephalon von Cyprinus carpio geliefert. Er behandelt die Riechkapseln, den Riechnerv, den Nervus terminalis, den Bulbus olf., die Crura olf., die Lobi basales mit all ihren Kernen und Faserverbindungen, und ebenso die zahlreichen Kerne und Faserzüge im Zwischenhirn. An der Hand instruktiver Projektionen werden die verschiedenen Wege geschildert, die ein das Telencephalon treffender Reiz nach den ana- tomischen Beobachtungen einschlagen kann, und es werden ferner die S.schen Befunde verglichen mit und in Beziehung gesetzt zu den Beobach- tungen bei anderen Tieren, besonders zu den C. J. Herr ick sehen Darlegungen über den Auf- bau des Amj)hibienhirns. So stellt die Arbeit eine, wichtige und wertvolle Bereicherung unseres Wissens dar. Auf ihre Einzelheiten kann im Rahmen des Referates leider nicht eingegangen wei-den. E. Amjjhibien. 648. Van Bambeke, C, Sur la genese du nev- raxe, specialement sur celle observee chez le Pelobate brun (Pelobates fuscus WagL). Proc. 7. Internat. Zool. Congr. Boston 1907, ersch. 1912. S. 225. Für diese Arbeit muß auf das Original verwiesen werden. 649. Bindewald, C, Eine Commissura inter- trigemina im Ampbibiengeliirn. Anat. Anz. Bd. 40. H. 8/9. S. 243. 1911. (Gleicher Text Neur. Zentralbl.) B. beschreibt genauer die von Hirsch-Tabor bei Proteus gesehene und „a-Kommissur genannte Faserung, in der Edinger eine Commissura inter- trigemina erblickt. B.s Beobachtungen bei Proteus, Hypo- geopJiis, Kryptobranchus und anderen Amphibien zeigen die Richtigkeit der Edingersehen Auffassung. Es gibt nach ihm bei den Amphibien tatsächüch eine inter- nukleäre Verbindung der sensiblen Trigeminussäulen. Es ist dies die Commissura intertrigemina; sie verläuft bei Proteus ganz außen am Mittelhim zum Mittelhirn- dacli und kreuzt an dessen kaudaler Fläche. Sie ent- spricht dem, was Osborn bei Kryptobranclms Zere- bellmn genannt hat, und der W las sak sehen gekreuzten (?) Kleinhirnbogenfaserbahn. Sie ist besonders deutlich bei Tieren ohne oder mit nur geraig entwickeltem Klein- hirn; andernfalls verläuft sie innerhalb der Fasern des Kleinhirns. 650. Bogrova, Contributo allo studio della con- formazione e dello sviluppo dell' olfattorio nella Sala- maudrina perspicillata. A'-ch. ital. di Anat. e di Em- briol. Bd. 10. S. 2. 1912. Nur peripheres Sinnesorgan, nicht für den Bericht. 651. Gaupp, E., Über den N. trochlearis der Urodelen und über die Austrittsstellen der Gehirnnerven aus dem Schädelraum im aligemeinen. 6 Abbild. Anat. Anz. Bd. 38. S. 401. 1911. Austritt des Trochlearis durch das Os parietale in- folge Höhenreduktion der primordialen Schädelseiten- wand, ventrale Verschiebung des Parietale und Um- wachsung des Trochlearis. Bemerkenswerte Ausfüh- rungen über die Austrittsstellen der anderen Hirnnerven. Polemik gegen Fuchs. 652. Röthig, Paul, Beiträge zum Studium des Zentralnervensystems der Wirbeltiere. 1. Ein Faserzug am Boden des Recessus praeopticus (Tractus praeopticus) bei den Amphibien. Arch. f. milcr. Anat. Bd. 77. 1911. 653. Röthig, Paul, Zellanordnungen und Faser- züge im Vorderhirn von Siren lacertina. 6 Tat. Berlin, Akad. Wiss. 23 S. (Abh. d. K. Preuß. Akad. Wiss. 1911.) 654. Röthig, Paul, Beiträge zum Studium des Zentralnervensystems der Wirbeltiere. 3. Zur Phylo- genese des Hypothalamus. 23 Fig. Fol. Neuro-biol. Bd. 5. Nr. 9. S. 913. 655. Röthig, Paul, Beiträge zum Studium des Zentralnervensystem der Wirbeltiere. 4. Die markhal- tigen Faserzüge im Vorderhirn von Necturus maculatus. 2 Taf. Arch. f. Anat. u. Phys. [anat. Abt.] H. 1/2. S. 49. 1911. 656. Röthig, Paul, Beiträge ziun Studium des Zentralnervensystems der Wirbeltiere. 5. Die ZeUanord-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21296546_0114.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)