Ueber den Bau der Oberflächenschicht der Grosshirnrinde beim Menschen und bei den Säugethieren / von Gustaf Retzius.
- Retzius, Gustaf, 1842-1919.
- Date:
- 1891
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Credit: Ueber den Bau der Oberflächenschicht der Grosshirnrinde beim Menschen und bei den Säugethieren / von Gustaf Retzius. Source: Wellcome Collection.
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![so^ar noch kräftiger auf uml lassen besonders schön die starken, nach der Oberlläche ziehenden Arme zur Erscheinung kommen. Die Wechselung der Gestalt der Zellen und ihrer Zweige ist in der That so gross, dass es sich kaum lohnt, eine gemeinsame Be- schreibung derselben zu geben. Die in der Fig. 1 abgebildeten Zellen können indessen als Eepräsentanten der wichtigeren Formen dienen. Hier, Avie beim Kaninchen ist es aber wichtig, die Neurogliazellen nicht mit den Ependymzellen zu verwechseln. In der Fig. 1 sieht man eine Pjramidenzelle sich gegen die Ober- fläche hin verzweigen und ausserdem drei feine Fasern vertical in derselben Eichtung emporsteigen, um nach dichotomischer Thei- lung an der Oberfläche, oft mit knopfförmiger Verdickung, zu endiofen. Es sind dies die äusseren Enden der von der Ventrikel- fläche radial durch die Hirnsubstanz hindurchgetretenen Ependjm- zellen. Wenn nahe am äusseren Ende dieser Fasern sternförmige Neurogliazellen angelagert sind, wie an der rechten Faser der Fig. ], so kann man bei oberflächlicher Betrachtung die Aeste der Ependymfasern für auf steigende Arme der Neurogliazellen halten; man bemerkt aber bei genauerer Musterung die nach unten ziehende Fortsetzung der Ej)endymfaser. Beim Menschen habe ich ebenfalls mit der Golgi’sehen Me- thode in der Einde der Grosshirnhemisphären dicht an der Ober- fläche ein merkwürdiges Netz von Fasern gefärbt, welche von Zellen- körpern ausgehen, die theils in der Oberfläche selbst, theils nahe unter derselben liegen. In Fig. 2 und 3 sind aus Verticalschnitten zwei Partien dieser Neurogliastructuren abgebildet. Die Zellen haben im allgemeinen eine dicke, konische Gestalt und kehren das spitzigere Ende nach unten hin. Das breitere Ende der Zellen liegt oft in der Oberfläche (Fig. 3 links) oder auch schickt es dahiji einen breiten Fuss (Fig. 2 rechts). In anderen Fällen ziehen vom Zellenkörper breitere oder schmälere Fortsätze nach der Ober- fläche, in deren Nähe sie knopfförmig verdickt endigen Vom Zellenkörper, besonders von dessen unterem Ende zAveigen sich nach verschiedenen Seiten Aeste ab, welche in mehr oder weniger horizontaler (tler Oberfläche paralleler, tangentialer) Eichtung ver- laufen. Sie ziehen gewissermassen guirlandartig gebogen weiter und lassen sich oft auf weite Strecken in der Eindensubstanz ver- folgen; von ihnen zweigen sich nun während dieses Verlaufes .zalilreichc Seitenzweige ab, welche fast immer nach der Oberfläche hin ziehen um in mehr oder weniger senkrechter Eichtung empor- ‘Steigend mit einer kleinen Verdickung dort zu endigen Indem nun von den verschiedenen Zellen die tangentialen Zweige in ver- schiedener Höhe verlaufen, entsteht oft ein eigenthümlich gegittertes Aussehen. F’ig. 3 giebt eine solche Partie wieder, avo man bei einem ■8-monatlichen menschlichen Foetus die in versebiedener Höhe ver-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22384546_0007.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)