Entwickelungslehre, Geburtshülfe und Gynäkologie in den Hippokratischen Schriften : eine kritische Studie / von H. Fasbender.
- Fasbender, Heinrich, 1843-1914.
- Date:
- 1897
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Credit: Entwickelungslehre, Geburtshülfe und Gynäkologie in den Hippokratischen Schriften : eine kritische Studie / von H. Fasbender. Source: Wellcome Collection.
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![allgemeines Oedem und Icterus gehören zu den Symptomen. Dieser pöoc entstellt, wenn das Blut etwas gallig ist und nicht gereinigt wird. Kräftigen Patientinnen gibt man Helleborus, schwachen u. A. Mittel, welche Gralle und Schleim nach unten entleeren, auch verordnet man Scheideninjectionen mit Zusatz von einer Kohlabkochung. Etwaige Greschwüre an den äusseren Genitalien werden, wie früher, S. 242 sq., angegeben, behandelt; die Diät ist zu regeln, dabei gesalzene und scharfe Dinge zu vermeiden, damit der Urin nicht beissend — §ay.- vwSs? — wird. Für die Behandlung kommen weiter innere Mittel in Betracht, in hartnäckigen Fällen auch Volldampfbäder, Brechmittel, endlich der Gebrauch von Molken, Milchdiät (Eselsmilch) und für die Dauer der letzteren der Genuss von altem, kräftigem schwarzen Wein. Tritt Conception ein, so erfolgt Heilung^). Bei jüngeren Personen ist die Krankheit nicht tödtlich, aber von langer Dauer ^). 8) Der ichorartige Fluss — [jöoq r/cöpos'.STjg — ist etwas blutig, wie der Saft von gebratenem Fleisch, er beisst, wie Meer- wasser, frisst die Scham an und macht sie geschwürig, wie auch die benachbarten Partieen, die Schenkel und die Gebärmutter; tröpfelt er auf die Kleider, so sind die Stellen schwer auszuwaschen. Der Leib ist dabei aufgetrieben und hart, druckempfindlich, in den Schamtheilen besteht Hitzegefühl, Schmerzen nach dem Gesäss hin, wie auch nach dem Unterbauch, den Weichen, den Hüften und den Lenden. Schwäche, Icterus. Mit der Zeit treten alle diese Er- scheinungen mehr zu Tage, auch Öedeme unter den Augen und an den Beinen von den Hüften abwärts. Die Krankheit entsteht, wenn bei einer Geburt etwas vom Embryo verdorben wurde und eine Schädigung verursacht hat — S7C-/]V Staxvata^Yi '^^ '^°'^ äjxßpDOD xal zpdboxi SV TÖxcp^). In solchem Falle muss man Dämpfe und ßäucherungen anwenden, alle die Tränke verordnen, die den Fluss hemmen, beispielsweise Eselsmilch; wenn es uöthig ist, auch Er- brechen herbeiführen. Besteht kein Fieber oder nur ein schwaches'^) ^) An dieser Stelle sind in dem letzteren Zusätze die Texte von K. und E. übereinstimmend. -) Xpovc-r] 8s ist bei K. — im Gegensatz zu E. — zum folgenden Satze genommen und auf die Zeitdauer der im unmittelbaren Anschluss besprochenen Therapie des hnupoBio-qc, pöoc, bezogen. ^) E. — K. hat -r| ev.xptOo-jj: oder eine Fehlgeburt verursacht (intrans.: stattgefunden) hat. *) Ich halte es für richtig, hier aus dem Sinne uöp (Ttupexo?) zu er- gänzen und das ßXrp/po^ nicht etwa auf den Kräftezustand zu beziehen. Die Uebersetzung von E. lautet: sin febre vacet, aut debilis fuerit.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21051525_0312.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)