Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau.
- August Weismann
- Date:
- 1904
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Credit: Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Pliiliitps II. (.i!:c>t()rlien 1 (')()(») allein nicht woniuei- al> 40 neue Säii^'e- tiere, über 200 ^'ögel und viele andere amerikanische Tiere. Noch in ^'anz anderer Weise erweiterte sich der Gesiclitskreis der Xaturl)eol)achter durch die Erfindung des einfachen Mikroskops, mit welchem zuerst Lfa'WENHOEk die neue Welt der Infusorien ent- deckte und SwAMMERDAM seiue bewundeinswerten P>eol>achtungen ül)er Bau und Entwicklung der verschiedensten kleinen tierischen Bewohner des süLlen Wassers machte. In demselben XVII. Jahrhundert vervoll- ständigten Anatomen wie Tulpius. Malpighi und viele andere die Kenntnisse vom inneren Bau der höheren Tiere und des Menschen, und es wurde der (irund gelegt zu tieferer Einsicht in den Ablauf der Lebensfunktionen durch die Entdeckung des Blutkreislaufes beim Menschen und den höheren Tieren. Das folgende X\'III. .lahrhundert verfolgte diese Bahn emsiger Eorschung lebhaft weiter, und man braucht blof) die Xamen Keaumur. Rösel von Rosenhof. de (iEER. Bonnet. J. Chr. Schäfer. Ledermüller zu nennen, um an eine ganze EüUe von Tatsachen über Bau. Leben und besonders auch Entwicklung ein- heimischer Tiei'e erinnert zu werden, die wir jenen Männern verdanken. Al)er alle diese großen und vielseitigen Fortschritte führten zu- näcli>t noch nicht zur Wiederaufnahme des Versuchs des Empedokles. die Entstehung der Organismenwelt zu erklären, man erkannte dies gar nicht als ein zu untersuchendes Problem, sondern begnügte sich damit, die Organismenwelt als gegeben zu betrachten. Der Geilanke. sich über den kindlicli-i)oetisclien Standpunkt der Mosaischen Schö])fung>- geschichte zu erheben, wurde nicht nur dadurch ferngehalten. daU man vollauf durch die Beobachtung massenhafter Einzelheiten gefesselt wai-. sondern vor allem auch dadurch, daß zuerst durch den englischen Ar/.t John Ray (gestorben 1<)78). dann durch den großen Schweden Carl LiNNE der Begriff der naturhistorischen Art aufgestellt und in l)rinzipieller Schärfe umschrieben wurde. Wohl hatte man auch schon vor diesen ^lännein von ..Arten gesprochen, aber ohne damit einen so bestimmten IJegritf' zu verbinden, man brauchte vielmehr das Wort in demselben unl)estimmten Sinn wie auch das Wort ..(Gattung, indem man damit eine der kleineren Formengruppen des Tierreichs meinte, ohne sich über deren Umfang und Begrenzung irgendwie klai- zu sein. Erst jetzt wurde die „Art oder ..Spezies streng im Sinne der kleinsten Gru])i)e der einzelnen auf der Erde leidenden Lebensformen gel »raucht. John Ray meinte, „das sicherste Zeichen, daß man diesell>e Spezies voi- sich habe, sei der Ursprung aus demsell)en Samen: welche Formen nämlich der Spezies nach verschieden sind, behalten diese ihre sjjezifischc Xatur beständig, und es entsteht die eine nicht aus dem Samen der anderen und umgekehrt. Da haben wir also den Keim der Lehre von der absoluten Xatur und dei- UnVeränderlichkeit dei- Spezies, wie ihn Linne dann mit den kurzen Worten charakteri- sierte: „Species tot sunt, (piot formae ab iiiitio creatae sunt — es gibt so viele Arten, als Formen von Anfang an erschatten wurden. Damit ist es klar ausgesi)roclien, daß die Arten, so wie wir sie vor uns hal)en. von jeher gewesen sind, daß sie also unveränderlich und als solche in <lei- Xatur vorhanden, nicht etwa ei>t von uns Menschen in dii' Xatur hineingelegt worden sind. Diese Ansicht war oHenbar. obwohl wir sie heute nicht mehr als lichtig anzuerkennen verm(»gen. damals durchaus zeitgemäß und beiechtigt. sie entsprach dem ^Vis^(>ll und vor allem .lucli den wiss(Miscliaftliclien Be-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20996330_0028.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)