Ueber das Gehirn eines Orang-Outan / [v. Bischoff].
- Bischoff, Theodore Ludwig Wilhelm, 1807-1882.
- Date:
- [1876]
Licence: Public Domain Mark
Credit: Ueber das Gehirn eines Orang-Outan / [v. Bischoff]. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
3/14 (page 195)
![überhaupt, durchaus au den Typus des menschlichen Ge- hirnes an, und im Allgemeinen ist dieselbe mit der des Chimpanse-Gehirnes so übereinstimmend, dass man sagen kann, die Unterschiede sind nicht viel grösser als man sie auch an den Gehirnen verschiedener Menschen 'oder gar Meuschenracen beobachtet. Die Fossa Sylvii ist in ihren drei Theileu, dem hori- zontal verlaufenden Stamme, dem hinteren grösseren und dem vorderen kleineren aufsteigendeu Aste, ganz vollkommen entwickelt; der erstere theilt sich an seinem hinteren Ende in zwei Zweige. Die Fissura occipitalis perpendicularis in- terna greift tief ein und fällt mit ihrem oberen Ende mit einer vollständig ausgebildet vorhandenen Fiss. occipt. perpend. externa zusammen. Die Fiss. centralis ist deutlich und ohne Unterbrechung entwickelt; und somit zerfällt die ganze Oberfläche des Gehirns wie beim Menschen in einen Stirn-, Scheitel-, Hinterhaupts- und Schläfenlappen. Das er- wähnte Zusammenfallen der beiden Occipitalfurcheu scheidet den Hinterlappen wie bei allen Affen sehr deutlich und iii auffallend vom Menschen abweichender Weise, an der in- neren und äusseren Fläche von dem Scheitel- und Schläfen- lappen der Hemisphäre. An der unteren Fläche ist die Trennung zwischen Hinterlappen und Schläfenlappen durch keine bestimmte Gränze gegeben. Ein Stammlappen oder eine Insel ist zwar vorhanden, aber er ist wenig entwickelt, trägt nur undeutliche Windungen, und ist durch das Zu- sammenstossen der Stirn-, Scheitel- und Schläfenlappen an der Theilstelle der drei Theile der Fossa Sylvii ganz be- deckt. Im Näheren ist übrigens der Verlauf der Fiss. cen- tralis auffallend stark nach hinten geneigt, und unterscheidet sich ihre Anordnung in dieser Hinsicht sehr bemerkenswerth von dem Chimpanse-Gehirn, wo sie steil in die Höhe fast ganz frontal verläuft; die Stirnlappen werden dadurch bei [1876. 2. Math -phys. CI.] 14](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22473312_0005.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)