Morphologie und Physiologie der Pilze, Flechten und Myxomyceten / A. de Bary ; mit 101 Holzschitten und einer Kuppertafel.
- Bary, A. de (Anton), 1831-1888.
- Date:
- 1866
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Credit: Morphologie und Physiologie der Pilze, Flechten und Myxomyceten / A. de Bary ; mit 101 Holzschitten und einer Kuppertafel. Source: Wellcome Collection.
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![anderer verwandter Genera Tulostoma, Bovisla, Geäster etc.). Die dicken, aus zwei halblinsen förmigen Lamellen bestehenden Querwände von Dactylium ma- erosporum Fr. zeigen in ihrer Mitte einen grossen Tüpfel, in ganz ähnlicher Weise wie die Querwände von ladonlürmigen Florideen, z. 13. Laliilhamnion \fig- 3). Bei anderen Fadenpilzen fand ich derartige Tüpfel nicht, ihre Querwände sind meist zart, manchmal, z. 13. bei Botrytis cinerea, a ; \ scheinen dieselben allerdings in der Milte dünner als am Bande zu sein. Die angeführten, zum Theil längst bekannten Thalsachen zeigen, dass die Zellwand der Pilze keineswegs allgemein so ungleich einfacher als z. 13. die der Algen gebaut ist, wie man nach ganz neuen Angaben (Sehacht, Lehrb. Anat. Physiol. I, 158; glauben sollte. Dass die Struclur der Membran wenig in die Augen fällt, hat seinen Grund wohl vielfach in der geringen Breite derjenigen Pilzzellen, welche verdickte Wände haben. Was die stoffliche Zusammensetzung der Zellmembran betrifft, so haben die Analysen in einer Reihe von Fällen (Polyporus igniarius, Agarius eampestris [Payen], Polyporus officinalis [Fromberg], Polyporus fomentarius, Daedalea quercina [Schossberger und Döppingj) das übereinstimmende Resultat ergeben, dass sie, nach gehöriger Rei- nigung, die elementare Zusammensetzung der Cellulose zeigt. A. Kaiser hat dies noch neuerdings für Amanita muscaria bestätigt. Bracconol’s Fungin ist Cellulose mit fremden Beimengungen. Die characteristischen Reactionen der Cellulose gegen .lod zeigt auch die nicht gefärbte und nicht verdickte Cellulosemembran der meisten Pilze nicht, auch nicht wenn sie mit Kali oder der Schulze’sehen Mischung behandelt worden ist. Sie w ird durch Jod, Chlorzinkjod, Jod und Schwefelsäure nicht oder gelb gefärbt, in concenlrirler Schwefel- säure quillt sie weit weniger (oft kaum merklich und wird weit schwieriger zerstört, als typische Cellulose, ln Kupferoxydammoniak scheint sie direct nie löslich zu sein. Sie JÜann füglich als eine beson- L,e'°' dere Form mit der Bezeichnung Pilzcellulose unterschieden werden. (A. Kaiser fand die Cellulose des Strunkes von Amanita muscaria löslich in Salzsäure.) Die gewöhnliche Celluloseform, welche durch Jod und Schwefelsäure und Chlorzinkjod blau oder violett wird, kommt übrigens einer nicht unbeträcht- lichen Zahl von Pilzen zu. So zunächst allen Saprolegnien; sämmtlichen Pero- nospora- und Cystopus-Arten, dem Protoinyces macrosporus Unger. Bei diesen w ird die Membran der ganzen Pflanze durch Jod und Schwefelsäure-schön und rein blau, nur bei der Peronosp. infestans fand ich öfters (keineswegs immer) die blaue Färbung auf die fruchttragenden Hyphen beschränkt. I nter den Mucorinen fand ich die jugendlichen Membranen von Mucor Mucedo'j und Mucor fusiger Lk. durch Jod und Schwefelsäure blau werdend, Hg. 3. Dactylium macrosponnn Kr. Zellmembranen eines Stückes von einem frucht- tragenden laden, mit zwei alten, stark verdickten und von einem centralen Tüpfel durch- setzten, und, bei a, einer jüngeren Querwand. Vergr. ungefähr 300. t) Ich habe diesen Pilz früher (Bot. Ztg. 1834, png. 466) mit Hhizopus nigricans Ehr., der durch Jod uyd Schwefelsäure nicht blau wird, verwechselt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28065128_0023.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)