Morphologie und Physiologie der Pilze, Flechten und Myxomyceten / A. de Bary ; mit 101 Holzschitten und einer Kuppertafel.
- Bary, A. de (Anton), 1831-1888.
- Date:
- 1866
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Credit: Morphologie und Physiologie der Pilze, Flechten und Myxomyceten / A. de Bary ; mit 101 Holzschitten und einer Kuppertafel. Source: Wellcome Collection.
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![Die in Vorstehendem dargestellte Anschauung über die Slruclur und «las Waehsthum dos Pilzlhallus ist schon in Ehrenborgs Kpisloln do Myceto- uenesi Nov. Acl. Ac. Nah cur. tom. X) bestimmt angodeutet. Klar ausge- sprochen findet sic sich in Villadini’s .Monogr. Ly eoperdineorum ,1841) in Mein. Acad. Turin. Ser. II, Tom. V, p. 146. Hie Ansichten Späterer Montagne, Esquisse organogräphique etc. sur los Champignons, Paris 1841, deutsch Prag 1 84 4. Schleiden, Grundz. 3. Aull. II. ]). 34 deuten ähnliches an. Vollständiger begründet und durchgeführt konnte sie erst durch neuere anatomische Unter- suchungen werden, zu welchen Bonorden und Schacht den hauptsächlichsten Anslöss und die ersten bedeutenderen Materialien geliefert haben. Vgl. Bo- norden, Allgent. Myoologio. Stuttg. I8ö1. Schacht, die Pflanzenzolle, p. 134 — 150. de Bary, Unters, üb. d. Brandpilze, p. 87. Was dit* vereinzelten oben angedeuteten Ausnahmsfälle von Pilzen, welche nicht aus Hyphen des beschriebenen Baues bestehen, anlangt, so gehören zu denselben erstlieh die sogenannten Hefepilze llormiseium, Cryploeoccus, Torula ex parle auct. , Organismen, welche aus ovalen, rundlichen, länglichen Zellen bestehen,, die zu verzweigten rosenkranzförmigen Reihen locker ver- bunden sind und sich durch cigenthümliche, int ilerfCapitel näher zu beschrei- bende Sprossung vermehren. Die Art ihrer \ermehrung stimmt mit der Bit— dungsweise der Reproduetionsorgano vieler typischer Pilze überein, und es ist, wie im öten Capitel gezeigt werden wird, noch fraglich, ob diese Organismen für sich eigene Arten repräsentiren, oder ob sie nichts weiter als eben Repro— duetionsorgane t ypischer Pilze sind. Zweitens sind hier zu nennen die von A. Braun entdeckten Chylridieen, Organismen, welche mit den Pilzen in ihrem physiologischen Verhallen überein- stimmen, in morphologisher Beziehung aber als eine besondere, von den typi- schen Pilzen verschiedene Ordnung zu betrachten sind, wenn sie auch Anknüpfungspunkte an jene darbieten. Sie bestehen aus einer nahezu isodia- metrischen, je nach den Arten verschieden gestalteten Zelle, welche, nachdem sie eine bestimmte Grösse erreicht hat, zum Reproduclionsorgane'wird, und entweder ganz glatt umschrieben, ohne alle Fortsätze ist, oder fadenförmige wurzelähnliche Fortsätze aussendet. Letztere sind entweder von solcher Zart- heit, dass sie keinerlei Struetur erkennen lassen; in anderen Fällen zeigen sie den Rau von Pilzfäden. Die Litteratur über die Chylridieen ist im 7ten Capitel angegeben und mit Hülfe des Registers zu finden.) Drittens endlich ist eine Gruppe von Organismen den Pilzen angereiht und von Nägeli Verhandl. d. Nnturforschervers. zu Bonn als Sch i zomyeet en bezeichnet worden, welche, morphologisch betrachtet, von den Pilzen auszu- sehliessen und den Oscillarieen an die Seite zu stellen sind, wenn auch ihr Yegelalionsproeess dem der Pilze gleich ist. Sie bestehen aus Zellen von rund- licher oder kurz cvlindnscher Form, die sich durch fortwährende Zweitheilung vermehren und entweder bei, oder zu Reihen oder kleinenKörpern vereinigt sind, die an allen Punkten gleichmässig durch Zelltheilung wachsen. Hierher gehören die in Beziehung auf ihre Organisation noch höchst ungenügend bekannten, meist überaus kleinen Formen , welche mit den Gattungsnamen Vibrio, Bactc— rium. Zoogloea Cohn. Nosema \äg. Sarcina u. s. w. bezeichnet, thcilwei.se auch noch dem Thierreiclie zugezählt werden.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28065128_0019.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)