Uber die Functionen von Hirn und Ruckenmark : gesammelte Mitteilungen.
- Munk, Hermann, 1839-1912.
- Date:
- 1909
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Credit: Uber die Functionen von Hirn und Ruckenmark : gesammelte Mitteilungen. Source: Wellcome Collection.
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![|)(.trulielle Eriniieruiigsbilder liergestellt. Ob die abgutragcnen Rindon- parlieii die bleibond vcrandertcn Yorstolhmgseloniente oiithiolten. oder ob diose Vorstelhmgselemento gaiiz aadorswo gologeii wai-cn iiikI jiiu- die iieueii schlecliteren Gesichtswahrnehinungen die alien l^riiiucriingsbiider iiichl iiielir /a entwickeln veriiiocliten, stelit darum nucJi dahin. Doch entsclieidet gegen die letztere luid liir die erstere Mogliclikeit, dass die i\biragiing keiner anderen Partie der Crrosshirnrinde den Verliist des Seh-Gedachtnisses mil sicli bringt imd durcli ahnliclie Verstuinmelungen an den Schlafenlappen. in welcheii die Hornervenfasern enden, das Hor- Gedachtnis iind an den Scheitellappen. in welchen die Fiihlnervenfasern enden, das Fiihl-Gedachtnis entsprechend Schaden nimmt. Natiirlich ist aber aiif der anderen Seite das Vorhandensein von Vorstellungselementen. welcbe infolge von Gesichtswalii-neJininngen eine bleibende Veranderung erfahren konnen und damit dem Seli-Gedachtnis dienen kounen, nicht anf diejenigen Partien der SeJispiiaren beschninki, welche den Neizhaut- stellen des direkten Sehens iind deren Umgebung korrespondieren, da ja nach dem Verluste dieser Partien der Hund wieder neiie Gesiclits- Erinnerungsbilder gewinnl. Dass seiche Vorstelliingselemente vielmehr iiberall in den Sehspliaren enthalten sind, Jelirt die Erfalirung, dass nach alien ausgedelmteren Abtragiingen der 8e]isi)]iaren, subald niir ii'gendAvo ein niclit zu kleines Stiick einer Selisphare unversehrt erJialten l)lieb. (une Restitution von der Seelenblindheit zastande koinint. Anch mehr noch festzustellen, ist dem Versuche gelungen, die ein- seitigc wie die partielle Seelenblindheit. Docli schon hinsiclitlich der letzteren und vollends darilber hinaus steht eine wesentliche Pordcrung unserer Einsicht kaum anders als von der pathologisclien Erfahrung am Menschen zu erwarten. Denn was der Angriff des Experimentators nicht zu leisten vermag, dass die A^orstellungselemente ohne die Wahrnehmungs- elemente geschadigt werden, das konnen Krankheitsprozessc Avohl zustande bringen. Und dazu kommt. dass beim Menschen der Forschung noch ein Hiill'smittel dienstbar ist, das beim Tiere anscheinend ganz versagt. Audi von den Assoziationsfasern lier kann eine neue Erregung der bhMlx'nd veranderten Vorstellungselemente eri'olgcn und damit das poten- tiellc Erinnerunnsbild der fruheren Gesichtswahrnelimung aktuell werden: eine mehr oder weniger abgeblasste Gesiclitsvorstcllung tritt alsdami im Bewusstsein auf. Daher lasst sicli am Menschen das Verhalten der A'oi- stcllungselemente ermitteln, ohne dass es neuer Gesichtswahrnehmungcn bedai-f. ohne jene Abhangigkcit von der Beschairenheit der Wahrnchmungs- I'lemente, die, wo auf das Erkennen von Geseheneni zu pi-iifen ist. sich storend einmischt. Durchmustert man die ansehnliclu^ ReiJie \o\\ h^rl'ahi'uugen. welche, seitd(!m die Aufmerksanikril dai'aui' geJenkI ist. in etwa eiiunu Jahrzelmt 1*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21272657_0013.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)