Beitrag zur Torsionstheorie des Humerus und zur morphologischen Stellung der Patella in der Reihe der Wirbelthiere : Inauguraldissertation welche zur Erlangung der Doctorwürde in der Medicin, Chirurgie und Geburtshülfe unter Zustimmung der Medicinischen Facultat zu Kiel / Geschrieben hat Paul Albrecht.
- Albrecht, Paul, 1851-1894.
- Date:
- 1875
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Credit: Beitrag zur Torsionstheorie des Humerus und zur morphologischen Stellung der Patella in der Reihe der Wirbelthiere : Inauguraldissertation welche zur Erlangung der Doctorwürde in der Medicin, Chirurgie und Geburtshülfe unter Zustimmung der Medicinischen Facultat zu Kiel / Geschrieben hat Paul Albrecht. Source: Wellcome Collection.
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![nicht wiedergegeben werden. Dieser heillosen Unordnung ist aber mit einem Schlage im Jahre 1864 durch die Zurückführung des Carpus und Tarsus auf das primitive aus zehn Knochen bestehende Carpal- und Tarsalskelet ein Ende gemacht. ^) Das Os accessorium oder Pisilorme ist als 'Os hors de rang* aus dem Carpus hinausge- worfen, der Beweis geführt, dass kein Homologon desselben an' der hinteren Extre- mität vorhanden ist, und bewiesen, dass das Pisiforme überhaupt weder zum Carpus gehöre, noch ein anatomisches Sesambein sei, sondern das Rudiment eines sechsten Fing-ers ist. Es ist das Pisiforme das direct nachweisbare auf uns oekommene Erb- theil einer verschollenen Wirbelthierklasse, der polydactylen Enaliosaurier der Secun- därzeit, die der Entwicklung nach zwischen den Dipneusten und Amphibien ihren Rang einnehmen und sich wahrscheinlich durch die Dipneustenstufe auf die Selachier zurückführen lassen. Diese drei Fortschritte sind es, welche in der gegebenen Tabelle ausge- sprochen sind. Es lallt jedoch bei näherer Prüfung der l'afel sofort in die Augen, dass ein Knochen in derselben übergangen ist, der einer der wichtigsten Skelettheile der hinteren Wirbelthierextremität zu sein scheint. P^s ist die Patella. Die Patella wird weder genannt, noch ein Homologon an der vorderen Extremität ihr gesetzt. Der Grund hierfür ist folgender. Es sind über das Wesen der Patella und besonders über das ihr o'leichzusetzende Skeletstück an der vorderen Extremität so viele Strei- tigkeiten geführt, so viele sich widersprechende Ansichten aufgestellt, dass es bis zu diesem Augenblicke nicht gelungen ist, eine voUkomniene Klärung dieser Verhältnisse zu erreichen. Um nun diesem Ziele näher zu rücken, wird es für's Erste unum- gänglich nöthig sein, die Theorien, welche bisher über die Patella und deren Homo- logon an der vorderen Extremität aufgestellt sind, aufzuführen und einer eingehenden Kritik zu unterwerfen, mit einem Worte festzustellen, was von dem bisher Behaup- teten beizubehalten, was zu verwerfen ist. Zu diesem Zwecke gehen wir in der Literatur rückwärts und finden folgende Ansichten über die Patella und deren Homo- logon in der Geschichte verzeichnet, welche einzelne Ansichten ich als Theorien mit dem Namen ihrer Urheber versehen aufführen will. Es sind neun Theorien. Diese sind: 1. Die WiNSLow'sche Theorie. Die Patella ist ein Theil der Tibia. Die Tibia entspricht der Ulna, die Fibula dem Radius, die Patella dem Olecranon. 2. Die Theorie von Vico-d'AzYR. Die Patella ist ein Theil der Tibia. Die Tibia entspricht der Ulna der ent- ') Xcvg]. GKr,ENB.\UR. UiUersuclmiigen etc. I.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21456495_0011.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)