Untersuchungen aus dem Pathologisch-Anatomischen Institute in Krakau / von Alfred Biesiadecki.
- Biesiadecki, Alfred, 1839-1889.
- Date:
- 1872
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Credit: Untersuchungen aus dem Pathologisch-Anatomischen Institute in Krakau / von Alfred Biesiadecki. Source: Wellcome Collection.
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![Wir nahmen also vor Allem verdünntes reines Blutserum (vom Hunde) in eine Feuclitkammer und leiteten durch dieselbe während der Beobachtuni^ CO2 durch.. Es tauchten nun in der nur wenig' g-e- trübten Flüssigkeit Flöckchen auf, welche mit den Syphilis- körpercHen grosse Aehnlichkelt hatten, gleich diesen einen hellen Glanz zeigten, auch unregelmässig'e Körnchen darstellten und nur etwas kleiner zu sein schienen. Ein geringer Unterschied, in Be- tracht dessen, dass der Serumtropfen nicht zwischen zwei Glas- ])latten sich befand und dass sich ja diese sehr zahlreich und schnell einerseits schon bei Verdünnung des Blutserums, anderer- seits bei der Durchleitung von CO2 entwickelt haben. Da nun bekanntlich das durch die Verdünnung und durch CO2 aus dem Serum gefällte Paraglobulin durch 0 sich wiederum auflöst, so leiteten wir durch die in einer Feuchtkammer aufbewahrte Sy- philiskörperchen 0 durch, wobei sich die kleinen völlig auflösten, die grösseren aber um Vieles verkleinerten. Nachdem sich nun diese Körperchen im Aether nicht, in einer reichlicheren Menge von schwacher Kochsalzlösung (1 Theil con- centrirter Kochsalzlösung auf 2 Theile Wasser) dagegen zum grössten Theile aufgelöst haben, war jede weitere Untersuchung überflüssig, da die angegebene klarlegt, dass die erwähnten Kör- perchen aus gefälltem Paraglobulin bestehen. Bei der durch Lostorfer an2:e2:ebenen Untersuchunjis- methode sind auch alle Bedingungen vorhanden, unter denen im ]5lute vorhandenes Paraglobulin ausfallen kann. Schon die Ver- dünnung des Blutserums, noch mehr jedoch das Vorhandensein von CO2 bedingt das Ausfallen derselben. Dass aber das Blutserum aus den in der Feuchtkammer vorhandenen Wasserdünsten Feuch- tigkeit anzieht, beweist der Umstand, dass die Blutzellen auf- quellen; bei der Zersetzung der farbigen Blutzellen dürfte dagegen CO2 in genügender Quantität frei werden. Da nun diese Körperchen im Blute Syphilitischer sich reich- licher als in dem Gesunder und vieler Kranken entwickeln, so dürfte entweder mehr Paraglobulin im Blute Syphilitischer sich vorfinden, oder es kommt in denselben weniger fibrinogene Sub- stanz vor, wodurch eben weniger Fibrin gebildet wird und das Paraglobulin in grösserer Menge gelöst bleibt. Welches von diesen der Fall ist, Hesse sich durch die quantitative Bestimmung der Fibrinmeuge des sypldlitschen Blutes bestimmen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21041921_0128.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)