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Credit: Übungen / von Otto Thilo. Source: Wellcome Collection.
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![Zu allen freien Bewegungen ^] unserer Gliedmaßen sind ja zwei ein- ander entgegengesetzte Muskelgruppen erforderlich. Beugungen der Finger können z. B. ohne Mitwirkung der Strecker ebenso wenig ausgeführt werden, als bei krampfhaften Zuständen derselben, d. h. bei ungenauer Anpassung der überreizten Strecker an die Beuger. Es kann aber trotz der überreizten Strecker die Beugung doch mög- lich werden, wenn eine geübte Hand die Thätigkeit der Strecker nach- ahmt. Zum Theil wird wohl aber die krampflösende Wirkung der Widerstände noch durch andere Ursachen bedingt. Sehr maßgebend für die Wirkung der Widerstandsbewegungen ist gewiss wohl auch ihre Beeinflussung jener Organe, welche die zu den Bewegungen erforderliche Kraft liefern. Ich meine Gehirn, Nerven und Muskeln, die ich kurz mit dem Aus- druck 7f= Kraft bezeichnen will. f'*^~~i^v Bei einer Rückenbeugung des ^ ^ J ^\ Fußes z. B. hat diese Kraftquelle einen ——M ) Muskeim (Schema I) und einen Mus- ' , , , 1 . . , Schema I. kel m zu versorgen, da ja zu jeder Bewegung unserer Gliedmaßen ohne äußeren Widerstand zwei einander entgegengesetzt wirkende Muskelgruppen erforderlich sind. Die Zugkraft dieser beiden Muskeln kann man bei dieser Bewegung einander gleichsetzen {m = m' Schema I), da bei gleicharmigen Hebeln, an denen zwei Kräfte einander das Gleichgewicht halten, Bewegung ein- tritt, sobald eine der beiden Kräfte ein wenig gesteigert wird. Diese Steigerung ist so gering, dass man sie bei mechanischen Betrachtungen in der Regel vernachlässigt. Thut man dies nicht, so erhält man Werthe, die von 0 nur sehr wenig verschieden sind. Ich setze also im Nach- folgenden m = m'. Die Kraftquelle K habe bei einer Bewegung von f nach /' (Schema I) zwei Muskelzüge m und m' zu versorgen, die ein- ander gleich an Stärke sind, K = m -\- m'. Wird nun 7n' durch den äußeren Zug m ersetzt, so braucht die Kraftquelle K nicht mehr m' zu liefern, A'^----*f* r sondern bloß m, d. h. ' ■ ^ bloß halb so viel Kraft, K=m. Wir finden also, Schema II. dass bei einer Rückenbeugung des Fußes mit Widerstand der menschliche 1; Mit dem Ausdrucke »freie Bewegungen« bezeichne ich solche Bewegungen, die ohne äußere Widerstände ausgeführt werden, ähnlich den sogenannten »Freiübungen« der Turner.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2038967x_0007.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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![Zu allen freien Bewegungen ^] unserer Gliedmaßen sind ja zwei ein- ander entgegengesetzte Muskelgruppen erforderlich. Beugungen der Finger können z. B. ohne Mitwirkung der Strecker ebenso wenig ausgeführt werden, als bei krampfhaften Zuständen derselben, d. h. bei ungenauer Anpassung der überreizten Strecker an die Beuger. Es kann aber trotz der überreizten Strecker die Beugung doch mög- lich werden, wenn eine geübte Hand die Thätigkeit der Strecker nach- ahmt. Zum Theil wird wohl aber die krampflösende Wirkung der Widerstände noch durch andere Ursachen bedingt. Sehr maßgebend für die Wirkung der Widerstandsbewegungen ist gewiss wohl auch ihre Beeinflussung jener Organe, welche die zu den Bewegungen erforderliche Kraft liefern. Ich meine Gehirn, Nerven und Muskeln, die ich kurz mit dem Aus- druck 7f= Kraft bezeichnen will. f'*^~~i^v Bei einer Rückenbeugung des ^ ^ J ^\ Fußes z. B. hat diese Kraftquelle einen ——M ) Muskeim (Schema I) und einen Mus- ' , , , 1 . . , Schema I. kel m zu versorgen, da ja zu jeder Bewegung unserer Gliedmaßen ohne äußeren Widerstand zwei einander entgegengesetzt wirkende Muskelgruppen erforderlich sind. Die Zugkraft dieser beiden Muskeln kann man bei dieser Bewegung einander gleichsetzen {m = m' Schema I), da bei gleicharmigen Hebeln, an denen zwei Kräfte einander das Gleichgewicht halten, Bewegung ein- tritt, sobald eine der beiden Kräfte ein wenig gesteigert wird. Diese Steigerung ist so gering, dass man sie bei mechanischen Betrachtungen in der Regel vernachlässigt. Thut man dies nicht, so erhält man Werthe, die von 0 nur sehr wenig verschieden sind. Ich setze also im Nach- folgenden m = m'. Die Kraftquelle K habe bei einer Bewegung von f nach /' (Schema I) zwei Muskelzüge m und m' zu versorgen, die ein- ander gleich an Stärke sind, K = m -\- m'. Wird nun 7n' durch den äußeren Zug m ersetzt, so braucht die Kraftquelle K nicht mehr m' zu liefern, A'^----*f* r sondern bloß m, d. h. ' ■ ^ bloß halb so viel Kraft, K=m. Wir finden also, Schema II. dass bei einer Rückenbeugung des Fußes mit Widerstand der menschliche 1; Mit dem Ausdrucke »freie Bewegungen« bezeichne ich solche Bewegungen, die ohne äußere Widerstände ausgeführt werden, ähnlich den sogenannten »Freiübungen« der Turner.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2038967x_0007.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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