Zum Gedächtniss an Rudolf Heidenhain / von K. Hürthle.
- Hürthle, K[arl], 1860-
- Date:
- 1898
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Credit: Zum Gedächtniss an Rudolf Heidenhain / von K. Hürthle. Source: Wellcome Collection.
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![]6 Auf dem Gebiete der Blutbewegung hat Heidenhain wichtige Untersuchungen uber die Innervation dee Herzens und der Blutgefftsse angeslellt. In den ersteren wurde, wie scbon ervvtlhnt, die Entscheidung der damals noch streitigen Frage herbeigefuhrt, ob der Vagus Bewegungs- Oder Hemmungsnerv des Herzens ist; ferner w'urde in diesem Nerven durch das Experiment eine Anzahl von Fasern nachgewiesen, welche verschiedene Wirkung auf den Herzmuskel ausiiben. Die Untersuchungen uber Innervation der Blutgeftlsse enstanden im Anschluss an eine wichtige Arbeit uber die Vertheilung der Warme im Thierkdrper und erwiesen die Thatsache, dass die Blutgefasse der Haut und der Extremitatenmuskeln bei Erregung des Gefasscentrums sich ent- gegengesetzt verhalten wie die ubrigen, namlich sich erweitern bei all- gemeiner Gefassverengerung. Aus der allgemeinen Muskel- und Nervenphysiologie sind nachst der scbon besprochenen grundlegenden Arbeit hervorzuheben: der Nach- weis der mechanischen Erregbarkeit der Nervenfasern mit Angabe eines fur diesen Zweck construirten Instrumentes, Untersuchungen uber den Tonus der Skeletmuskeln sowie iiber eine ungewdhnliche Art der Bewegung der Zunge — pseudomotorische Bewegung —, welche auf Reizung ihres sensiblen Nerven nach Lahmung des motorischen beob- achtet wird. In Laienkreisen ist der Name Heidenhain am bekanntesten ge- worden durch seine Abhandlung iiber den sogenannten thierischen Magnetismus; sie entstand als Vortrag in der „Schlesischen Gesellschaft fiir vaterlandische Cultur“ auf die Aufforderung ihres Prasidenten, iiber die wunderbaren Sehaustellungen des Magnetiseurs Hansen einige Auflilarung zu geben. Heidenhain unternahm es als Erster, die rathsel- haften von den Meisten fiir Tauschung erklarten Erscheinungen un- befangen vom wissenschaltlichen Standpunkt aus zu betrachten und fiihrte den Zustand der Hypnose auf Thatigkeitshemmnung der Ganglien- zellen der Grosshirnrinde zurQck, hervorgebracht durch anhaltende Erregung eines Sinnesnerven. Dass derartige Hemmungen in der Grosshirnrinde thatsachlich vor- kommen, hat dann Heidenhain gemeinschaftlich mit Bubnoff dutch Thierversuche festgestellt und damit unsere Vorstellung iiber die Thatigkeit der Ganglienzellen wesentlich erweitert. Schliesslich ist die Wissenschaft ihrem verstorbenen Meister noch zu besonderem Dank verpflichtet wegen seines dffentlichen Blintretens fiir den Thierversuch. Aufgefordert vom preussischen Ministerium, iiber die in den siebziger Jahren von England ausgehende Bewegung ofifentlich seine Meinung zu dussern, hat Heidenhain in einer Flugschrift Qber die Vivisection alle hierfiir in Betracht kommenden Thatsachen und Gesichtspunkte zusammengetragen und damit auch dem ernstlich denken-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22470396_0018.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)