Zur Bibel. Naturhistorische, anthropologische und medicinische Fragmente / Von J.B. Friedreich.
- Friedreich, J. B. (Johannes Baptista), 1796-1862.
- Date:
- 1848
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Credit: Zur Bibel. Naturhistorische, anthropologische und medicinische Fragmente / Von J.B. Friedreich. Source: Wellcome Collection.
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![Nichts erwiesen. Die beiden arabischen Uebersetzer übersetzen Letaah mit El-adhah und El-adhaiah, welches der Name einer klei- nen in Aegypten und Nubien sich häufig findenden, und in Ae gyp- ten Sahhlie genannten Eidechse ist, die von Forskal lacerta ocel- lata benannt wird. Rosenmüller meint, es sey dieselbe Ei- dechse, welche Bruce el-Adda nennt. Es lässt sich aber auch hier nichts mit Bestimmtheit angeben, eben so wenig als d) bei dem Worte Chomet, welches die ältesten griechischen Ueber- setzer mit ~av(jcc bezeichnen, einer Eidechsenart, die wir nicht näher zu bestimmen vermögen1). Bo chart glaubt, es sey die von den Arabern Chulaca genannte Eidechse. Ganz irrig ist die Ansicht jener altern und neuern Uebersetzer, unter letzteren z. B. de Wette, welche unter Chomet die Schnecke verstehen. e)Thin- schemeth wurde von dem ältesten griechischen Uebersetzer mit Maulwurf, erklärt, was jedoch falsch ist, denn der Maul- wurf ist unter dem Namen Choled schon in dem vorhergehenden Verse dieser biblischen Stelle erwähnt, auch ist es, da die fünf vorhergehenden Namen eben so viel Arten Eidechsen bezeichnen, sehr wahrscheinlich, dass auch Thinschemeth eine solche sey, welche aber, lässt sich gleichfalls wieder nicht mit Gewissheit an- geben, wenn wir uns nicht den Schluss erlauben wollen, dass, da das hebräische Stammwort „Luft einziehen“ bedeutet, hier das Chamäleon, welches stets mit offenem Munde Luft einzieht2) ge- meint seyn könne, eine Vermuthung, die jedoch dadurch wieder zweifelhaft wird, dass ein Vogel gleichen Namens (von dem S. 5. die Rede war) vorkommt, bei welchem man auch dieselbe etymo- logische Erklärung angewendet hat. V* Hinsichtlich der Thiere Akko, Di schon, Theo und Zemer lässt sich im Allgemeinen mit ziemlicher Gewissheit annehmen, dass es Antilopen- oder Ga- zellenarten sind. a) Die meisten älteren, z. B. Ra schi und Men- 1) Das Wort (JCCVQCC, auch GCCVQ1], hat überhaupt eine mehrfache Bedeu- tung; es kommt bei den Griechen unter der Bezeichnung einer Eidechse, eines Seefisches, einer Pflanze, wahrscheinlich einer Art Kresse, und des männlichen Gliedes, besonders junger Leute vor. 2) Es hat dieses zu der alten Fabel Veranlassung gegeben, dass dieses Thier nur von der Luft lebe; so bei Ovid: „ventis animal nutritur et auracc; bei PI in ins: },ipse celsus, hianti semper ore, solus anima- Jium nee cibo, nec potu alitur, nee alio, c|uam aeris alimento,^](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28742552_0023.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)