Die Diphtherietoxin-Hautreaktion des Menschen als Vorprobe der prophylaktischen Diphtherieheilseruminjektion.
- Schick, Béla, 1877-1967.
- Date:
- 1913
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Credit: Die Diphtherietoxin-Hautreaktion des Menschen als Vorprobe der prophylaktischen Diphtherieheilseruminjektion. Source: Wellcome Collection.
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![Sendung Auswärtiger an ihre Gemeinde. Abweisung der nicht wirklich Armen etc. etc.). gelang es. den vorher scheinbar unerschöpflichen Zustrom so einzudämmen, dass nicht nur die bisherige Ueberfüllung der Krankenhäuser beseitigt wurde, sondern dass man sogar zwei derselben — alte, hygienisch ungeeignete Bauten — schliessen konnte. Durch die Abschaffung der eigenen Bäckereien, Metzgereien, Kellerei, ] i sogar der Krankenhausapotheke und die Uebergabe dieser Liefe- rungen an tüchtige Firmen wurde nicht nur der Betrieb wesentlich vereinfacht, sondern die Krankenhäuser erhalten vor allen Dingen bessere Waren und ersparen dabei noch ganz beträchtliche Summen. Auch der Sanitäts- und der niedere Dienst in den Krankenhäusern wurde — zum Vorteil des Betriebs und der Finanzen — gründlich reformiert. Auch an ihren Besitzungen, sowohl den Häusern in der Stadt als dem Landbesitz hatten die Krankenhäuser bisher wenig Fi ende erlebt. Durch gründliche Verbesserung der Mietshäuser und Erhöhung der Mieten auf das ortsübliche Mass gelang es auch hier, im kurzen Zeitraum von 2 Jahren schon 80 000 Lire mehr jährliche Einkünfte zu erzielen. Die gleiche Steigerung der Einkünfte lässt sich durch Bonifizierung etc., allerdings erst in absehbarer Zeit, auch bei den ländlichen Besitzungen erhoffen. Kurz, der eisernen, durch nichts zu behindernden Energie des Kgl. Kommissärs gelang es, schon im ersten Jahr der neuen Ver- waltung fast eine Million einzusparen; denn während der Voranschlag für 1911 (der noch von der alten Verwaltung aufgestellt war), wie schon bemerkt, einen staatlichen Mehrzuschuss von 2 008 200 Lire vorgesehen hatte, vermochte er mit einem solchen von 1 256 400 Lire auszukommen und konnte sich im folgenden Jahre (1912) sogar mit einem Zuschuss von 573 900 Lire begnügen. Für den Etat 1913 ist ein solcher von nur 225 000 Lire vorgesehen, und da der neue Leiter der Krankenhäuser bisher nie mehr versprochen als gehalten hat, darf man wohl auch mit ihm hoffen, dass es der Verwaltung gelingen wird, in den nächsten Jahren nicht nur ohne weiteren Zuschuss aus- zukommen, sondern auch mit eigenen Mitteln die Misswirtschaft der vergangenen Verwaltung zu ordnen. Damit ist eine neue Aera in den römischen Krankenhäusern angebrochen, die man im Interesse des Staates nur aufs freudigste begrüssen kann. Dass es bei dem gründlichen Aufräumen mit alten, mehr oder weniger guten Gepflogenheiten aber nicht ohne Hörten gegen den Einzelnen abgehen kann, ja dass im Eifer des Reformierens auch einmal eine Ungerechtigkeit vorkommt, ist wohl verständlich und in den Verhältnissen, sowie der menschlichen Natur begründet. Die Aerzte konnten sich natürlich nicht so ohne weiteres an die anempfohlene, äusserste Sparsamkeit im Verbrauch der Medikament? sowohl, als bei Verordnug der Diät und der pventuellen Ausdehnung des Aufenthaltes im Krankenhaus nach der Heilung gewöhnen. Da kam es denn zu Verwarnungen und schliesslich auch zu der sehr ernsten, bedauerlichen Massregelung eines sehr tüchtieen Oberarztes; ein Vorfall, der in diesen Tagen in der Sektion Rom der Vereinigung der Krankenhausärzte eine sehr stürmische Sitzung und einen enerei- schen Protest hervorrief. Prof. G a 11 i. Vereins- und Kongressberichte. Verein für innere Medizin und Kinderheilkunde zu Berlin. (Eigener Bericht.) Sitzung vom 17. November 1913. Tagesordnung: Herr G u ggen h e i m er (a. G.): Ueber Enzymwirkung för- dernde Stoffe im pathologischen Blutserum. Autolytische Fermente im Blutserum nennt Vortragender auxo- autolytische. Syphilitisches Serum beeinflusst die Autolvse mensch- lichen Gehirns. Sera von Patienten mit metaluetischen Erkrankungen verringern die dem Serum zukommende Hemmungskraft. Sera von kruppöser Pneumonie und Urämie verstärkten die Gehirnautolyse. Aehnlich wirkt das Blutserum beim Koma diabeticum. Das Auftreten dieser auxoautolytischen Substanzen weist auf die Existenz intra- vitaler autolytischer Prozesse hin. Die Abwehrfermente Abderhaldens könnten den von ihm beschriebenen nahe stehen. Diese spezifischen autolytischen Organ- enzyme eröffnen die Möglichkeit eines Nachweises elektiver auxoauto- lytischer Wirkungen. Diskussion: Herr Pinkussohn: Pneumonisches Serum haut in der Krise Fibrin ab. Die Abwehrfermente kommen unver- mindert bei Tieren vor, die durch Thorium X leukozytenfrei gemacht sind. Die Abwehrfermente sind wahrscheinlich Organfermente, Heterolysine im Sinne J a c o b y s. Herr M. Jacoby bezieht die A b d e rh a 1 d e n sehen Abwehr- fermente auf einen Uebertritt von Organenzymen in die Blutbahn. Herr Magnus-Levy: Ueber subkutane Infusion von Natrium- bikarbonatlösungen. Die Einverleibung von Soda beim diabetischen Koma kommt per os und rectum in' das Unterhautgewebe und die Venen in Frage. Im allgemeinen pflegt man nur zwischen intravenöser und subkutaner Darreichung zu schwanken. Nun sieht man leider nach subkutaner Infusion 4 proz. Lösungen von Natrium carbonicum oft Nekrosen. Will man dieselben vermeiden, so muss man Natrium hicarbonicum geben, welches gut von der Haut vertragen wird, Beim Kochen zersetzt sich dieses Salz, wird jedoch durch nachträgliche Zufügung von Kohlensäure wieder restituiert. Er empfiehlt 3 proz. Lösungen in Mengen bis zu einem Liter zu injizieren und hat davon in seinen Fällen gute Erfolge gesehen. Diskussion: Herr Rosen thal hat bei Cholerakranken in Bulgarien bei komatösen Zuständen intravenöse Injektionen von Natron hicarbonicum in Kochsalzlösung infundiert. Von 24 so be- handelten Fällen wurden 12 geheilt. Herr U m b e r glaubt, dass die Wirkung der intravenösen In- jektion in der Herzanregung besteht. Herr H i s empfiehlt Natrium-bicarbonicum-Lösungen zu sterili- sieren und unter Kohlensäureüberdruck einzuschmelzen, um eine nachträgliche Zersetzung zu verhindern. Herr K a u s c h hat bei chirurgischen Fällen gute Erfolge mit der Anwendung intravenöser Sodainjektionen gesehen. Herr F. Hirschfeld glaubt, dass durch die intravenösen In- jektionen ein Ueberdruck im Gefässsystem erzielt wird, der schädlich wirken kann. Herr G. Klemperer betont, dass die Alkalitherapie des Coma diabeticum doch keine sehr grossen Erfolge aufzuweisen habe. Die Besserungen sind wohl nur vorübergehend. Herr E h r m a n n: Intravenöse Infusionen erhöhen den Blutdruck, während subkutane ihn unverändert lassen. Herr Magnus-Levy: Schlusswort. W.-E. Aerztlicher Verein in Frankfurt a. M. (Offizielles Protokoll.) 1658. ordentliche Sitzung vom 20. Oktober 1913, abends 7 Uhr im Sitzungssaale des Vereins. Vorsitzender: Herr Fies eh. Schriftführer: Herr Benario. Herr Dr. W e r t h e i m e r (a. G.): Ueber hirnpathologische Er- scheinungen und ihre psychologische Analyse. In Forschungen, die einem näheren Verständnis hirnpatho- logischer Erscheinungen dienen sollen, ergeben sich mehrfach Pro- blemgebiete, in welchen klinische und experimentell-psychologische Interessen sich eng berühren. Die Theorie der hirnpathologischen Erscheinungen ist seit einigen Jahren in ein kritisches Stadium gelangt; mehrfach wird von autori- tativer Seite grundlegende Revision der Lehre von der Aphasie und verwandter Erscheinungen gefordert; mehrfach geradezu Rückgehen auf psychologisch gründlichere Fundierung (vergl. die prinzipiellen Ausführungen Külpes1) verlangt. In erster Linie erforderlich erscheint qualitative, experi- mentell eingehende Analyse, frei von dogmatischer Bindung an die (genialen) traditionellen Schemata: eine Reihe von Beispielen (unter Rekurs auf in den letzten Jahren angestellte Forschungen, bezüglich deren näheren Gang auf bald erfolgende Publikation verwiesen wer- den muss: Alexie [gemeinsam mit O. Poetzl-Wien] Agnosie, Agraphie etc.) zeigt, wie in solchem Vorgehen wesentliche theo- retische Entscheidungen exakt verlangt werden können. An Stelle hypothetischer Annahmen ist es oft möglich, durch taugliche experimentelle Fragestellung Entscheidung zu treffen. z. B. Frage: Gründet sich eine vorliegende Lesestörung auf Stö- rung der Verbindung zwischen optischem und akustomotorischem Feld? Antwort durch drei Hilfsfragen (Nahelegung, Bereitschaftsetzung des assoziierten Materials), durch Analyse der Qualität der Fehlbe- zeichnungen, durch eingehende Prüfung von Gleichheits- und Ver- schiedenheitserkennung, durch Prüfune an in tauglicher Weise herge- stelltem, nicht akustisch assoziiertem Material. — Analog bei agraphi- scher Störung durch Gebung aller Stücke in Handführung. Repro- duktion von in Blindenschrift Dargebotenen etc. — Oder z. B.: These die Störung ist auf Tangiertheit der „Residuen („Gedächtnisbilder) zurückzuführen. Entscheidung durch direkte Prüfung des Status der vorhandenen Vorstellungen, z. B. durch Vornahme von Verände- rungen an bloss vorgestellten Buchstaben; durch Aufstellung von Aehnlichkeitsreihen; durch Angabe von Teilunterschieden; Prüfungen geometrischer Art etc.; — oder z. B. These: das Formerfassen ist ungestört (da die Orientierung intakt ist. Prüfung an dem üblichen Formmaterial gute Ergebnisse liefert). Entscheidung ist erst durch speziell taugliche Prüfungen zu erlangen, einerseits, da die Gestalts- schwierigkeiten des üblichen Prüfungsmaterials zumeist durchaus nicht den etwa bei Buchstabenerkennung vorliegenden entsprechen, andererseits da bei vielen der üblichen Methoden zur Leistung oft Formerkennung nur eines relativ sehr leicht erfassbaren Teiles nötig ist oder ein andersartiges Merkmal hilft. Oder z. B.: These: Man müsste für eine vorliegende verbale Alexie oder verbale Agraphie amnestische Fundierung annehmen. Hier muss Prüfung auf prompte Reproduktionsmöglichkeit alles in Einzel=rkennung resp. Einzelleistung eben vom Patienten Angeführten eintreten. Oder z. B.: These: Für die Wortlesestörung ist, da wir von links nach rechts lesen, ein wesentlicher Faktor die Schwierigkeit der Fixationsbewegung bei dem typischen Wegfall der rechten Gesichtsfeldhälfte durch Hemi- anopsie. Hierzu ist zunächst schon das Ergebnis exp. psych, taehyst. Untersuchungen zu vergleichen: Zum Wortlesen ist prinzipiell nicht ') Psychologie und Medizin, Leipzig 1912.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21004985_0068.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)